VOM WEIHNACHTSFEST UND DER BESCHERUNG

In vielen Teilen der Welt bereiten sich die Menschen derzeit auf die Weihnacht vor. Schnell werden noch die Geschenke verpackt, Lichter aufgestellt, das Essen vorbereitet und Einladungen verschickt, damit das große Fest beginnen kann. Natürlich gehört auch eine Geschichte dazu und vielleicht gefällt Ihnen die nun folgende sogar. Anstatt ein Märchen wiederzugeben, haben wir jedoch nach den wahren Begebenheiten gesucht.

Das Weihnachtsfest und der Brauch des Schenkens gehen bis auf die römischen Saturnalien zurück, die wiederum noch ältere Vorläufer haben. Die Saturnalien waren Feiertage der Sättigung und des Wohllebens unter den Erntegott Saturnus. Er sei Vater des Iuppiter und Herrscher eines weit zurückliegenden goldenen Zeitalters, glaubte man. Die Feiern begannen am 17. Dezember. Es wurde nicht gearbeitet, die Standesunterschiede waren aufgehoben und man wechselte zur Belustigung vorübergehend die gesellschaftlichen Rollen, sodass beispielsweise der Herr den Diener spielte und umgekehrt. Auch verkleidete man sich, wählte Festkönige und zog durch die Straßen. Die Leute beschenkten einander, die Tempel luden zu einem öffentlichen Mahl ein. Dies könnte so wie auf dem nachfolgenden Youtube-Video ausgesehen haben:

Am 25. Dezember 274 wurde in Rom auf dem Campus Agrippae ein Tempel zu Ehren des Gottes Sol invictus (unbesiegbarer Sonnengott), dem Schutzgott der Herrscher, eingeweiht. Der hierzu eingeführte reichsweite Feiertag erfreute sich zunehmender Beliebtheit. Dem Gott zu Ehren wurden überall kleine Lichter angezündet. An diesen fanden auch viele Christen Gefallen und ließen sich oftmals zur Teilnahme an dem Fest verleiten. Die damaligen Kirchenlehrer sahen das, machten sich den Brauch mit den Lichtern zueigen und legten für die Geburt Christi den 25. Dezember fest.

Mit der Verabschiedung des Cunctos populos am 27. Februar 380, ein Dekret der Imperatoren Theodosius I., Gratianus und Valentinianus II., war die Glaubensfreiheit im Herrschaftsgebiet beendet und die Annahme des katholischen Glaubens Pflicht. Zuvor hatte es mehrere, sich gegenseitig bekämpfende christliche Strömungen gegeben. Die religiösen Auseinandersetzungen gefährdeten die Stabilität des Reiches zusätzlich. Die christliche Lehre kannte nämlich nur einen Gott, eine Wahrheit, beinhaltete strenge Regeln und harte Strafen. Doch gleichzeitig waren mehrere Versionen dieser einzig wahren Lehre in Umlauf. Fortan nun bestimmte die neue Allianz aus Staat und Kirche, was wahr und falsch ist.

Das beliebte Fest im Dezember wurde, so wie viele andere auch, christianisiert. Von den belustigenden und ausschweifenden Elementen der alten Zeit ließen die Menschen zunächst weitgehend ab, doch durch andere Völker, die etwas ähnliches feierten, kam der Schabernack wieder zurück und es entstand, abseits der weihnachtlichen Feiern, der Karneval.

In späterer Zeit war der 6. Dezember der Tag der Gabenverteilung; die Geschenke brachte der Nikolaus. Dies geht zurück auf Νικόλαος Μυριώτης, dem Priester und späteren Abt des Klosters Sion in der Nähe von Myra. Im Jahre 310 soll er im Zuge der Christenverfolgungen gefangengenommen und gefoltert worden sein. Den von seinen wohlhabenden Eltern ererbten Besitz habe er armen Menschen gegeben, heißt es. Der 6. Dezember 343 gilt als sein Todestag.

Nach der Reformation wurde die Heiligenverehrung in den betroffenen Gebieten abgelehnt und die Bescherung auf die Nacht des 24. Dezember, nach der Christmette, verlegt. Bedacht wurden hierbei zunächst nur Kinder. Doch die konnten oftmals nicht solange wach bleiben, weshalb in Deutschland in der Folgezeit bereits am Abend die Geschenke verteilt wurden. Dies war dann die Aufgabe des Weihnachtsmannes.

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*