{"id":10075,"date":"2020-01-16T23:31:18","date_gmt":"2020-01-16T22:31:18","guid":{"rendered":"http:\/\/www.studiogera.de\/001\/?p=10075"},"modified":"2020-01-17T00:22:55","modified_gmt":"2020-01-16T23:22:55","slug":"gefahr-einer-eskalation-voruebergehend-gebannt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.studiogera.de\/001\/2020\/01\/16\/gefahr-einer-eskalation-voruebergehend-gebannt\/","title":{"rendered":"GEFAHR EINER ESKALATION VOR\u00dcBERGEHEND GEBANNT"},"content":{"rendered":"\n<p>Die Au\u00dfenpolitik der USA wirft derzeit wieder einmal Fragen auf. Nach der Erst\u00fcrmung der US-Botschaft im Irak wurde auf Gehei\u00df Donald Trumps ein bedeutender iranischer General get\u00f6tet. Wie diese Aktion zu werten ist, und welche Strategie das Wei\u00dfe Haus \u00fcberhaupt im Nahen und Mittleren Osten verfolgt, ist seither Thema vieler kontroverser Diskussionen. <\/p>\n\n\n\n<p>Vermutlich wollte der US-Pr\u00e4sident nach dem Vorfall am 31. Dezember 2019 seine Ernsthaftigkeit zum Ausdruck bringen, eine rote Linie ziehen, gleichzeitig den Iran schw\u00e4chen, und dennoch als Wahrer des Friedens auftreten. Sicherlich aber wird die Entscheidung auf geheimdienstliche Erkenntnisse basieren.<\/p>\n\n\n\n<p>Es folgte ein Gegenschlag des Iran, bei dem niemand get\u00f6tet wurde, und der abgesprochen schien. Dann unterlief den iranischen Revolutionsgarden ein schwerer Fehler. Sie schossen am 8. Januar 2020 irrt\u00fcmlich ein ukrainisches Flugzeug mit 176 Passagieren, darunter gr\u00f6\u00dftenteils Landsleute, vom Himmel. Es folgten Vertuschungsversuche, die sp\u00e4ter jedoch offenbar wurden. Nun richtet sich die Wut der Iraner wieder gegen die eigene Regierung \u2014 so wie Mitte November 2019, als die Benzinpreise erh\u00f6ht wurden.<\/p>\n\n\n\n<p>Der US-Regierung spielt das in die H\u00e4nde, will sie doch mit den Sanktionen ebendiese Auflehnung gegen das Mullah-Regime erwirken. Denn deren wirtschaftliche und milit\u00e4rische Bestrebungen sind nicht im Interesse der USA. Viel mehr noch: Der Iran wirkt den Interessen der USA und seiner Verb\u00fcndeten in der Region, allen voran Israel, immer st\u00e4rker entgegen. Dem Westen geht es um sichere Verkehrswege am persischen Golf und den Zugriff auf Bodensch\u00e4tze.<\/p>\n\n\n\n<p>So wurde der Iran mit Sanktionen belegt, welche die Mittelschicht langsam in die Verarmung treiben, und man wartete, bis sich fr\u00fcher oder sp\u00e4ter Protest formiert, der sich gegen die eigene Regierung richtet. Der Staat verdient sein Geld mit dem Verkauf von \u00d6l, was derzeit kaum mehr m\u00f6glich ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Ansinnen der USA ist es n\u00e4mlich nicht, auf Gl\u00fcckseligkeit und Wohlstand in der Welt hinzuwirken, sondern m\u00f6glichen Konkurrenten den N\u00e4hrboden zu entziehen, um den eigenen Niedergang aufzuhalten. In letzter Konsequenz wird die F\u00fchrungsrolle, welche immer umstrittener wird, mit milit\u00e4rischer Gewalt verteidigt. Doch Donald Trump will keinen offenen Krieg, und das Mullah-Regime kann ihn sich nicht leisten. Der US-Pr\u00e4sident \u00fcbt stattdessen maximalen Druck aus, droht, befiehlt gezielte Einzelschl\u00e4ge und bietet anschlie\u00dfend Verhandlungen und Frieden an. Zuckerbrot und Peitsche sind seiner \u00dcberzeugung nach eine Sprache, die die Mullahs verstehen. Wobei nicht unerw\u00e4hnt bleiben darf, dass der Druck, der auf dem h\u00f6chsten Amte eines Staates lastet, generell aus der Summierung verschiedener Einzelinteressen resultiert, die nicht selten einander Zuwiderlaufen.<\/p>\n\n\n\n<p>Allerdings birgt diese Strategie des US-Pr\u00e4sidenten das Risiko einer unkalkulierbaren Kettenreaktion. Der gesamte Nahe und Mittlere Osten ist eine Gegend mit begehrten Rohstoffen unter einem Boden, der sehr heterogen bev\u00f6lkert ist. Mentalit\u00e4ten, Anschauungen, Temperament und Geistesgr\u00f6\u00dfe sind unterschiedlicher als es die r\u00e4umliche N\u00e4he zul\u00e4sst. Es handelt sich um ein explosives Gemisch, das schon durch eine einzige Rakete entz\u00fcndet werden kann. Je gezielter der Treffer, desto heftiger kann in dieser Gegend die Reaktion sein.<\/p>\n\n\n\n<p>In den n\u00e4chsten Wochen wird man den Streit schlichten wollen. Vermutlich wird sich die EU in die Bem\u00fchungen einbringen, ohne selbst eine Strategie f\u00fcr die Region zu haben. Danach k\u00f6nnten weitere Sanktionen folgen. M\u00f6glicherweise werden die USA versuchen, die EU so in das Geschehen einzubinden, dass bei einer erneuten Aggression pl\u00f6tzlich sie zum Betroffenen wird und dann die Rechtfertigung f\u00fcr ein milit\u00e4risches Eingreifen vorliegt. Damit w\u00e4re der Konflikt quasi ausgelagert. Dabei darf nicht au\u00dfer Acht gelassen werden, dass der Iran schon Ende 2022 im Besitz atomarer Waffen sein k\u00f6nnte.<\/p>\n\n\n\n<p>KOMMENTAR<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"mh-excerpt\"><p>Die Au\u00dfenpolitik der USA wirft derzeit wieder einmal Fragen auf. Nach der Erst\u00fcrmung der US-Botschaft im Irak wurde auf Gehei\u00df Donald Trumps ein bedeutender iranischer General get\u00f6tet. 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