{"id":11908,"date":"2020-07-20T20:19:31","date_gmt":"2020-07-20T18:19:31","guid":{"rendered":"http:\/\/www.studiogera.de\/001\/?p=11908"},"modified":"2020-07-20T20:19:33","modified_gmt":"2020-07-20T18:19:33","slug":"die-freimaurerloge-heinrich-zur-treue","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.studiogera.de\/001\/2020\/07\/20\/die-freimaurerloge-heinrich-zur-treue\/","title":{"rendered":"DIE FREIMAURERLOGE \u201eHEINRICH ZUR TREUE\u201d"},"content":{"rendered":"\n<p>Geras erste Freimauerloge \u201eArchimedes zum ewigen Bunde\u201d, nahm als solche am 26. Oktober 1804 ihre Arbeit auf. Sie unterhielt seinerzeit mehr als 20 karitative Stiftungen und nutzte das Geb\u00e4ude mit der Hausnummer 3 in der damaligen Sch\u00fctzenstra\u00dfe, heute Geschwister-Scholl-Stra\u00dfe, welches ab 1950 als \u201eWalter-Erdmann-Haus\u201d bzw. &#8222;Haus der Pioniere&#8220; bekannt war. Der letzte Logenmeister war der bekannte Stadtarchivar Ernst Paul Kretschmer. Betreut wurden freimaurerische Vereine in Eisenberg, Schleiz und Weida. Daneben gab es noch die Logen \u201eZum Licht am Osterstein\u201d und \u201eHeinrich zur Treue\u201d. Bei allen drei handelte es sich um sogenannte Johannislogen. Sie sind hierarchisch in der untersten Ebene angesiedelt.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eZum Licht am Osterstein\u201d, gegr\u00fcndet im Jahre 1923, nutzte ebenfalls das Geb\u00e4ude Sch\u00fctzenstra\u00dfe 3 als Versammlungsort. Zu dieser Zeit waren die Freimauer auch in Gera zunehmenden Angriffen ausgesetzt. Als im Jahre 1935 das Verbot erteilt wurde, befand sich diese Loge noch in der Aufbauphase. Um hier wieder anzukn\u00fcpfen, gr\u00fcndeten Freimaurer im Jahre 1992 einen entsprechenden Verein.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Geraer Freimaurerloge \u201eHeinrich zur Treue\u201d wurde am 19. Dezember 1874 von ans\u00e4ssigen Mitgliedern der Gro\u00dfen Landesloge der Freimaurer von Deutschland gegr\u00fcndet und arbeitet nach der schwedischen Lehrart. Diese unterscheidet drei Ordensabteilungen und eine Ehrenstufe:<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Johannisgrade<\/strong><\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>I. Grad (Johannis-Lehrling), II. Grad (Johannis-Geselle), III. Grad (Johannis-Meister)<\/li><li>Erkenntniss \u00fcber die eigene Unvollkommenheit, Selbstfindung, Hilfe als Teil des Zusammenwirkens<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p><strong>Andreasgrade<\/strong><\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>IIII. Grad (Andreas-Lehrling), V. Grad (Andreas-Geselle), VI. Grad (Andreas-Meister)<\/li><li>Bearbeitung zwecks m\u00f6glicher Einf\u00fcgung in das symbolische Bauwerk<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p><strong>Kapitelgrade<\/strong><\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>VII. Grad (Ritter vom Osten, VIII. Grad (Ritter vom Westen), IX. Grad (Vertrauter Bruder der Johannisloge), X. Grad (Vertrauter Bruder der Andreasloge<\/li><li>Besch\u00e4ftigung mit der eigenen Verg\u00e4nglichkeit und der Zeit danach<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p><strong>Ehrenstufe<\/strong><\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>H\u00f6chsterleuchteter Bruder (tr\u00e4gt rotes Kreuz mit den Zeichen \u201eR+K\u201d)<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p>Die unteren drei Grade, welche auch als Freundschaftsbund und Ort der freien Rede verstanden werden, sind organisatorisch von den Hochgraden getrennt. In letztgenannte gelangt man nur durch Auswahl; Mitglieder, die als geeignet erachtet werden, holt man hinzu. Die Verschwiegenheit spielt in den Hochgraden eine sehr viel st\u00e4rkere Rolle, ebenso die Verschlossenheit und das Ritual. Angewandt wird eine Art von Wissen, das sehr alt ist, aber dennoch eine immense Bedeutung f\u00fcr die weitere Entwicklung hat. Wer dieses versteht, seine Fertigkeiten ensprechend erweitert, hat enorme Gestaltungsm\u00f6glichkeiten \u2014 die allerdings nur im Sinne der Lehre angewandt werden d\u00fcrfen. Eine sehr gro\u00dfe Rolle spielen Verbindungen.<\/p>\n\n\n\n<p>Aufgrund der Suche vieler M\u00e4nner nach weltanschaulichen Werten, hatte die Loge \u201eHeinrich zur Treue\u201d unmittelbar nach dem ersten Weltkrieg den gr\u00f6\u00dften Mitgliederzuwachs. In den 1920er Jahren z\u00e4hlte sie 150 M\u00e4nner. Als Logengeb\u00e4ude nutzte man das haus des Handwerks am Puschkinplatz, nach der Wiederbelebung einen Versammlungsort im Hotell \u201eCourtyard by Marriott\u201d<\/p>\n\n\n\n<p>Auch die Mitglieder von \u201eHeinrich zur Treue\u201d engagieren sich in besonderem Ma\u00dfe karitativ und arbeiten dabei eng mit den Logen in Th\u00fcringen, Sachsen und Franken zusammen.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Jahre 1935, der Zeit des Nationalsozialismus, wurden alle drei Geraer Logen geschlossen und auch in der DDR nicht wieder zugelassen. Erst 1997 wurde \u201eHeinrich zur Treue\u201d als einzige wieder reaktiviert. Freimaurer der Remscheider Loge \u201eZu den Romeriken Bergen\u201d hatten zuvor in Gera Vortr\u00e4ge \u00fcber die einstige Logenarbeit gehalten; danach wurde ein entsprechender Verein gegr\u00fcndet. Die Logenarbeit findet heute in Zw\u00f6tzen in der Pfarrstra\u00dfe 27 statt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"mh-excerpt\"><p>Geras erste Freimauerloge \u201eArchimedes zum ewigen Bunde\u201d, nahm als solche am 26. Oktober 1804 ihre Arbeit auf. 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