{"id":11948,"date":"2020-07-24T12:12:45","date_gmt":"2020-07-24T10:12:45","guid":{"rendered":"http:\/\/www.studiogera.de\/001\/?p=11948"},"modified":"2020-07-24T12:12:47","modified_gmt":"2020-07-24T10:12:47","slug":"kein-massenaufkommen-von-schwammspinner-raupen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.studiogera.de\/001\/2020\/07\/24\/kein-massenaufkommen-von-schwammspinner-raupen\/","title":{"rendered":"KEIN MASSENAUFKOMMEN VON SCHWAMMSPINNER-RAUPEN"},"content":{"rendered":"\n<p>Die Ma\u00dfnahmen, welche die Stadtverwaltung unter anderem gemeinsam mit Th\u00fcringenforst, dem Ortsteilrat Liebschwitz und der Freiwilligen Feuerwehr zur Bek\u00e4mpfung der Schwammspinnerraupen in den letzten Monaten ergriffen hatte, zeigen die erhoffte Wirkung: Einwohner und Wald konnten vor einem erneuten Massenaufkommen bewahrt werden. \u201eVerbesserungen sind in Gera in allen Bereichen eingetreten. Zu Kahlfra\u00df ganzer W\u00e4lder und G\u00e4rten kam es in diesem Jahr nicht\u201c, betonte Konrad Nickschick, st\u00e4dtischer Leiter des Amtes f\u00fcr Umwelt, und erg\u00e4nzte: \u201eEs gab intensive Anstrengungen und einen regen Austausch zwischen verschiedenen Beh\u00f6rden zur Eind\u00e4mmung der Plage. Ein gro\u00dfer Effekt konnte mit dem Ausbringen des Pflanzenschutzmittels \u201eMimic\u201c in Liebschwitz und Naulitz und dem gemeinschaftlichen Absammeln der Schwammspinner-Gelege erzielt werden.\u201c Vorsorglich hatte die Stadt laut Nickschick zudem Spezialsauger angeschafft und die B\u00fcrger umfassend aufgekl\u00e4rt.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Leiter des Geraer Amtes f\u00fcr Umwelt wies in diesem Zusammenhang darauf hin, dass langfristig mit einem dauerhaften Vorkommen des Schwammspinners in den betroffenen Bereichen zu rechnen ist. \u201eGerade der Klimawandel bietet leider gute Voraussetzungen, dass sich der Sch\u00e4dling je nach j\u00e4hrlichem Witterungsverlauf immer mal wieder massenhaft vermehren wird\u201c, so Nickschick. Insbesondere nach milden Wintern gefolgt von warm-trockenen Fr\u00fchjahrs- und Sommermonaten ist ein erneutes massenhaftes Auftreten der Raupe zu erwarten. Dabei bietet der nach S\u00fcden hin ausgerichtete trockene Eichenwald als Biotop die idealen Voraussetzungen f\u00fcr das Vorkommen dieser Art. Das best\u00e4tigt auch Th\u00fcringenForst. Demnach halfen dem Schwammspinner die Witterungsverl\u00e4ufe der vergangenen beiden Jahre in zweifacher Hinsicht: Zum einen f\u00fchlt sich der w\u00e4rmeliebende Schmetterling bei langanhaltenden milden Temperaturen sehr wohl, zum anderen sind viele Waldb\u00e4ume aufgrund der Trockenheit in ihrer Vitalit\u00e4t eingeschr\u00e4nkt, was sie dauerhaft anf\u00e4lliger f\u00fcr Forstsch\u00e4dlinge macht.<\/p>\n\n\n\n<p>M\u00f6gliche Langzeitfolgen f\u00fcr das hiesige und andere betroffene Wald\u00f6kosysteme sind laut Th\u00fcringenforst gegenw\u00e4rtig noch nicht final absehbar, sondern abh\u00e4ngig von der weiteren Entwicklung der Klimaerw\u00e4rmung. \u201eJe nachdem, welche Klimaszenarien tats\u00e4chlich eintreten, k\u00f6nnen die Auswirkungen \u00fcberschaubar bleiben oder zu v\u00f6llig neuen Waldbildern f\u00fchren\u201c, so der Pressesprecher von Th\u00fcringenforst, Dr. Horst Spro\u00dfmann. Konrad Nickschick sch\u00e4tzt die m\u00f6glichen Langzeitsch\u00e4den f\u00fcr betroffene \u00d6kosysteme als durchaus verheerend ein: So k\u00f6nnte ein erh\u00f6hter Fra\u00dfdruck durch die Raupen in einem aufgrund von Trockenheit gesch\u00e4digtem System zum Absterben ganzer W\u00e4lder f\u00fchren. Neben dieser Tatsache sind auch weitere Tierarten negativ von einer Massenvermehrung des Schwammspinners betroffen, langfristig sinkt der Artenreichtum in den betroffenen Systemen. Gemeinsam mit dem Forstamt Weida will die Stadt Gera die Populationsentwicklung daher nun fortlaufend und unter wissenschaftlicher Begleitung beobachten. Nur so kann fr\u00fchzeitig auf entsprechende Ver\u00e4nderungen reagiert werden. Langfristig gesehen erfordert der Klimawandel laut Th\u00fcringenforst ein Umdenken in der Waldwirtschaft. Demnach braucht es klimastabile und also standortgeeignete, vielgestaltige und gut gepflegte Mischw\u00e4lder.<\/p>\n\n\n\n<p>R\u00dcCKBLICK<\/p>\n\n\n\n<p>Im Fr\u00fchjahr 2019 war in einigen Ortsteile Geras ein ungew\u00f6hnlich hohes Raupenaufkommen zu beobachten: Der Schwammspinner, ein in Deutschland nat\u00fcrlich vorkommender Schmetterling, vermehrte sich massenweise. Tausende der haarigen Raupen fra\u00dfen sich durch die W\u00e4lder und Privatg\u00e4rten in Liebschwitz, Taubenpreskeln, Lietzsch, Naulitz, Zw\u00f6tzen, Kaimberg und Poris-Lengefeld und hinterlie\u00dfen in Teilen kahle B\u00e4ume und Gew\u00e4chse. Auch der Raum Heldburg in S\u00fcdth\u00fcringen, Finsterbergen in Mittelth\u00fcringen und Sondershausen in Nordth\u00fcringen sowie Bereiche in Bayern und Sachsen waren 2019 bis 2020 betroffen.<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>April bis Mai 2019: Schlupf der Schwammspinnerraupen im Wald<\/li><li>Mai 2019: Anwohner sp\u00fcren erste Auswirkungen; es gibt mehr Raupen als \u00fcblich<\/li><li>Ende Mai\/Anfang Juni 2019: erste Beschwerden beim Umweltamt \u00fcber eine massenhafte Vermehrung der Raupen; teilweise gehen B\u00fcrger von Eichenprozessionsspinnern aus<\/li><li>t\u00e4glich viele Anrufe von betroffenen B\u00fcrgern; Umweltamt bietet eine telefonische und pers\u00f6nliche Beratung und ist fast t\u00e4glich vor Ort<\/li><li>Samstag, 13. Juni 2019: Oberb\u00fcrgermeister Vonarb erscheint in Liebschwitz zur Festsellung der Lage<\/li><li>Ma\u00dfnahmen zur Eind\u00e4mmung der Plage, unter anderem Verteilung von Fliegengittern, Intensivierung der Stra\u00dfenreinigung, das Angebot von Ausweichquartieren f\u00fcr besonders betroffene B\u00fcrger, Unterst\u00fctzung durch Feuerwehr<\/li><li>Mittwoch, 17. Juni 2019: gemeinsame Festlegung des Ortsteilrates, des Forstamtes Weida und der verschiedenen Landes- und st\u00e4dtischen Beh\u00f6rden, dass es keinen Einsatz von chemischen oder mechanischen Mitteln geben wird, da dieser aufgrund der ungeheuren Masse an Raupen wirkungslos w\u00e4re<\/li><li>Samstag, 27. Juni 2019: Einwohnerversammlung Liebschwitz; B\u00fcrger werden \u00fcber Ma\u00dfnahmen und weiteres Vorgehen informiert<\/li><li>bis Ende August 2019: Verpuppung der Raupen, Schlupf der Schmetterlinge und Eiablage<\/li><li>Herbst 2019: Fortf\u00fchrung Monitoring Th\u00fcringenforst; Feststellung, dass die Anzahl der Eigelege auf einen neuerlichen Massenbefall 2020 hindeutet<\/li><li>Winter 2019: Er\u00f6ffnung Antragsverfahren Th\u00fcringenforst bzgl. Einsatz des Pflanzenschutzmittels \u201eMimic\u201c im Wald<\/li><li>Januar 2020: Antrag der Stadt Gera auf Ausnahme zum erweiterten Einsatz des Pflanzenschutzmittels \u201eMimic\u201c auch im 25 Meter Schutzbereich am Waldrand geht an das Bundesamt f\u00fcr Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit sowie die Bundesanstalt f\u00fcr Arbeitsschutz und Arbeitssicherheit; Antr\u00e4ge werden abgelehnt<\/li><li>Samstag, 1. Februar 2020: Absammelaktion in Liebschwitz mit 500 Freiwilligen<\/li><li>geplante II. Absammlung f\u00fcr 21.03.2020 wird coronabedingt abgesagt<\/li><li>Mittwoch, 6. Mai 2020: Einsatz von \u201eMimic\u201c in Liebschwitz und Naulitz<\/li><li>Mittwoch, 20. Mai 2020: Anschaffung von drei Industriesaugern<\/li><li>Juni 2020: Raupen sind vorhanden, kein Kahlfra\u00df von Wald und G\u00e4rten, kein Massenaufkommen<\/li><li>\u00fcberregionales Interesse der Zeitungen und Rundfunkanstalten<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p>QUELLE: STADTVERWALTUNG<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"mh-excerpt\"><p>Die Ma\u00dfnahmen, welche die Stadtverwaltung unter anderem gemeinsam mit Th\u00fcringenforst, dem Ortsteilrat Liebschwitz und der Freiwilligen Feuerwehr zur Bek\u00e4mpfung der Schwammspinnerraupen in den letzten Monaten ergriffen hatte, zeigen die erhoffte Wirkung: Einwohner und Wald konnten <a class=\"mh-excerpt-more\" href=\"https:\/\/www.studiogera.de\/001\/2020\/07\/24\/kein-massenaufkommen-von-schwammspinner-raupen\/\" title=\"KEIN MASSENAUFKOMMEN VON SCHWAMMSPINNER-RAUPEN\">[&#8230;]<\/a><\/p>\n<\/div>","protected":false},"author":2,"featured_media":11098,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3],"tags":[],"class_list":{"0":"post-11948","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-lokal"},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.studiogera.de\/001\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11948","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.studiogera.de\/001\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.studiogera.de\/001\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.studiogera.de\/001\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.studiogera.de\/001\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=11948"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.studiogera.de\/001\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11948\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":11949,"href":"https:\/\/www.studiogera.de\/001\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11948\/revisions\/11949"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.studiogera.de\/001\/wp-json\/wp\/v2\/media\/11098"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.studiogera.de\/001\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=11948"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.studiogera.de\/001\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=11948"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.studiogera.de\/001\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=11948"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}