{"id":12306,"date":"2020-08-27T00:14:44","date_gmt":"2020-08-26T22:14:44","guid":{"rendered":"http:\/\/www.studiogera.de\/001\/?p=12306"},"modified":"2020-08-27T02:27:58","modified_gmt":"2020-08-27T00:27:58","slug":"grossflaechiges-baumsterben-in-mehreren-waeldern","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.studiogera.de\/001\/2020\/08\/27\/grossflaechiges-baumsterben-in-mehreren-waeldern\/","title":{"rendered":"GROSSFL\u00c4CHIGES BAUMSTERBEN IN MEHREREN W\u00c4LDERN"},"content":{"rendered":"\n<p>Wie hier im Nationalpark S\u00e4chsische Schweiz ist auch in vielen anderen Waldgebieten ein gro\u00dffl\u00e4chiges Baumsterben zu beobachten. 11,4 Millionen Hektar Wald mit \u00fcber 90 Milliarden B\u00e4umen gibt es in Deutschland, und mehr als 200&#8217;000 Hektar sind bereits betroffen \u2014 vor allem in Nordrhein-Westfalen, Sachsen-Anhalt, Hessen und Th\u00fcringen. Hauptgr\u00fcnde sind das menschliche Eingreifen sowie das Niederschlagsgeschehen. Tagelanger Landregen wird seltener, Starkregen h\u00e4ufiger. Weil viele W\u00e4lder in den zur\u00fcckliegenden Jahrhunderten zu stark bewirtschaftet und zu Monokulturen umgewandelt wurden, sind sie derart geschw\u00e4cht, dass sie den sich \u00e4ndernden Wetterverh\u00e4ltnissen nicht mehr gewachsen und anf\u00e4llig f\u00fcr Sch\u00e4dlinge geworden sind. Durch die fortdauernde Holzentnahme hat der Wald viel Biomasse verloren. Sie ist bedeutsam f\u00fcr den Stoffkreislauf und daher \u00fcberlebenswichtig.<\/p>\n\n\n\n<p>Zu der Frage, wie man diesen Ver\u00e4nderungen begegnen sollte, gibt es verschiedene Auffassungen. Bislang wurde ein sogenannter Waldumbau favosisiert, bei dem die abgestorbenen Nadelb\u00e4ume durch resistentere und teils ortsfremde Arten ersetzt werden. Andere sind \u00fcberzeugt, der Wald werde sich von allein erholen, weil er, ohne Zutun des Menschen, seine urspr\u00fcngliche Vielfalt wieder herstellen k\u00f6nne: Auf den lichten Fl\u00e4chen w\u00fcrden sich wieder jene Arten durchsetzen, die schon in der Zeit vor der menschlichen Nutzung hier beheimatet waren. Hierf\u00fcr ben\u00f6tige der Wald nur eine vollst\u00e4ndige Ruhephase, wobei zu beachten sei, dass allein schon die Anwesenheit des Menschen Auswirkungen auf das \u00f6kologische System habe. So ver\u00e4ndere sich der Tagesrhythmus und das Bewegungsprofil vieler Tiere, und damit auch das Fressverhalten. Wildschweine seien beispielsweise von Natur aus tagaktiv, und das Rot- und Damwild habe einst vorzugsweise in offenen Landschaften gelebt. Nur aus Angst und Not hielt es sich heute vorwiegend im Wald auf.<\/p>\n\n\n\n<p>In der S\u00e4chsischen Schweiz wurden die einstigen Urw\u00e4lder laut Nationalparkverwaltung durch intensive Nutzung in den vergangenen Jahrhunderten weitgehend zerst\u00f6rt. Es entstanden Wirtschaftsw\u00e4lder mit Monokolturen zur schnellen Holzgewinnung. Die Fichte, welche allenfalls in k\u00fchlen Schluchten und Tallagen vorkam, wurde zur dominanten Baumart. Au\u00dferdem f\u00fchrte man Arten ein, die es ohne menschlichen Einfluss in dieser Gegend gar nicht geben w\u00fcrde, zum Beispiel die L\u00e4rche und die aus Amerika stammende Roteiche.<\/p>\n\n\n\n<p>Eine \u00e4hnliche Entwicklung hat der im Harz hinter sich, wo Bergbau und H\u00fcttenwesen den Wald ver\u00e4nderten. Der st\u00e4ndig zunehmende Holzbedarf der Gruben und H\u00fctten f\u00fchrte schon w\u00e4hrend des Mittelalters zu einer \u00dcbernutzung der W\u00e4lder, hei\u00dft es in einem Informationsblatt. Sp\u00e4ter gab es weitere gro\u00dffl\u00e4chige Abholzungen und Wiederaufforstungen mit Fichten. Von Natur aus w\u00e4re der Harz aber bis auf eine H\u00f6he von 800 Metern von Buchen und Buchen-Fichten-Mischw\u00e4ldern gepr\u00e4gt. Nur in den h\u00f6chsten Lagen w\u00fcrden nat\u00fcrliche Fichtenw\u00e4lder wachsen.<\/p>\n\n\n\n<p>Nun muss die Fichte ihre Vorherrschaft abgeben. Um diesen Prozess zu beschleunigen, werden die Monokulturen nach und nach beseitigt. Anschlie\u00dfend kann sich ein neuer Wald herausbilden, und zwar diesmal nach den Regeln der Natur.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"mh-excerpt\"><p>Wie hier im Nationalpark S\u00e4chsische Schweiz ist auch in vielen anderen Waldgebieten ein gro\u00dffl\u00e4chiges Baumsterben zu beobachten. 11,4 Millionen Hektar Wald mit \u00fcber 90 Milliarden B\u00e4umen gibt es in Deutschland, und mehr als 200&#8217;000 Hektar <a class=\"mh-excerpt-more\" href=\"https:\/\/www.studiogera.de\/001\/2020\/08\/27\/grossflaechiges-baumsterben-in-mehreren-waeldern\/\" title=\"GROSSFL\u00c4CHIGES BAUMSTERBEN IN MEHREREN W\u00c4LDERN\">[&#8230;]<\/a><\/p>\n<\/div>","protected":false},"author":2,"featured_media":12307,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":{"0":"post-12306","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-vermischtes"},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.studiogera.de\/001\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12306","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.studiogera.de\/001\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.studiogera.de\/001\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.studiogera.de\/001\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.studiogera.de\/001\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=12306"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/www.studiogera.de\/001\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12306\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":12309,"href":"https:\/\/www.studiogera.de\/001\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12306\/revisions\/12309"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.studiogera.de\/001\/wp-json\/wp\/v2\/media\/12307"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.studiogera.de\/001\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=12306"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.studiogera.de\/001\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=12306"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.studiogera.de\/001\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=12306"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}