{"id":12615,"date":"2020-09-18T19:09:04","date_gmt":"2020-09-18T17:09:04","guid":{"rendered":"http:\/\/www.studiogera.de\/001\/?p=12615"},"modified":"2020-09-18T19:09:05","modified_gmt":"2020-09-18T17:09:05","slug":"geraer-friedhoefe-gehoeren-zum-immateriellen-kulturerbe","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.studiogera.de\/001\/2020\/09\/18\/geraer-friedhoefe-gehoeren-zum-immateriellen-kulturerbe\/","title":{"rendered":"GERAER FRIEDH\u00d6FE GEH\u00d6REN ZUM IMMATERIELLEN KULTURERBE"},"content":{"rendered":"\n<p>Der Tag des Friedhofs am 20. September steht ganz im Zeichen des immateriellen Kulturerbes Friedhofskultur. Diese Auszeichnung vergab die Kultusministerkonferenz am 20. M\u00e4rz 2020, dem Tag des Lockdowns. Dementsprechend gering war bislang die mediale Aufmerksamkeit. Deshalb wurde die deutschlandweite Aktion \u201eFriedh\u00f6fe auszeichnen\u201c initiiert, an der sich am 18. September auch die Stadt Gera beteiligte. In \u00fcber einhundert St\u00e4dten wurden dabei gleichzeitig die wichtigsten Friedh\u00f6fe mit Schildern als Kulturr\u00e4ume des immateriellen Erbes Friedhofskultur gekennzeichnet.<\/p>\n\n\n\n<p>Stellvertretend f\u00fcr die insgesamt 13 Friedh\u00f6fe im Stadtkreis, steht der S\u00fcdfriedhof jetzt im Zeichen des immateriellen Kulturerbes Friedhofskultur. Ein entsprechendes Schild wurde am 18. September enth\u00fcllt; es befindet sich am Haupteingang des Friedhofs in der Wiesestra\u00dfe, um so auf die wichtige Bedeutung der Friedhofskultur f\u00fcr die Stadt aufmerksam zu machen. Gera ist damit Teil eines deutschlandweiten Netzwerks von \u00fcber einhundert St\u00e4dten, die den diesj\u00e4hrigen Tag des Friedhofs am 20. September der Ernennung der Friedhofskultur in Deutschland zum immateriellen Kulturerbe widmen.<\/p>\n\n\n\n<p>Bereits im M\u00e4rz hatte die Kultusministerkonferenz auf Empfehlung der Deutschen Unesco-Kommission diese Ernennung beschlossen. Allerdings ging die Auszeichnung im Corona-Lockdown v\u00f6llig unter, weshalb man nun mit der Aktion \u201eFriedh\u00f6fe auszeichnen\u201c auch in Gera auf dieses vielschichtige Kulturerbe aufmerksam macht. \u201eEs sind nicht die Friedh\u00f6fe an sich zum immateriellen Kulturerbe ernannt worden\u201c, erl\u00e4uterte Matthias Mittenzwey, \u201esondern die Friedhofskultur, also all das, was Menschen auf dem Friedhof tun.\u201c Dazu geh\u00f6re das Trauern, Erinnern und W\u00fcrdigen genauso wie das Gestalten, Pflegen und Weiterentwickeln. \u201eDer Friedhof ist vor allem auch ein Ort der Lebenden, der weit \u00fcber die pers\u00f6nlichen Trauerrituale hinaus identit\u00e4tsstiftende Bedeutung f\u00fcr unsere Gesellschaft hat\u201c, erkl\u00e4rte Mittenzwey weiter. Demnach sei die Friedhofskultur in Deutschland gleich in mehrfacher Hinsicht von Bedeutung f\u00fcr das gesellschaftliche Selbstverst\u00e4ndnis. Sie ist historischer Bestandteil des Lebensumfeldes und aus D\u00f6rfern und St\u00e4dten nicht wegzudenken. Gleichzeitig bildet der Kulturraum Friedhof nicht nur den gr\u00f6\u00dften Denkmal- und Skulpturenpark in vielen St\u00e4dten, sondern fungiert auch als Inspirationsfl\u00e4che f\u00fcr unterschiedliche Kunstformen. Besonders hervorzugeben ist seine soziale Funktion: Der Friedhof erweist sich als Treffpunkt f\u00fcr Familien oder Angeh\u00f6rige und wirkt auch sozialer Vereinsamung von Hinterbliebenen entgegen. Nicht zuletzt zeigt sich dieser Kulturraum \u00fcber kulturelle und religi\u00f6se Unterschiede hinweg als ein Ort der Integration und des Friedens. Schlie\u00dflich sei auch auf die Bedeutung der Friedh\u00f6fe f\u00fcr den Naturschutz hingewiesen, zum Beispiel als Ort der Biodiversit\u00e4t.<\/p>\n\n\n\n<p>Weltweit einzigartig ist die Friedhofskultur in Deutschland vor allem aufgrund zweier Aspekte: die Einbettung der Gr\u00e4ber in Parklandschaften und die Gestaltung der Gr\u00e4ber als kleine G\u00e4rten der Erinnerung. \u201eNirgendwo sonst verbindet man g\u00e4rtnerische und steinerne Elemente so zu individuellen Grabanlagen\u201c, hei\u00dft es dazu vom \u201eKuratorium Immaterielles Erbe Friedhofskultur\u201c. Grundvoraussetzung f\u00fcr die Ernennung der Friedhofskultur in Deutschland zum immateriellen Kulturerbe war f\u00fcr die Unesco indes \u201edie Lebendigkeit der kulturellen Ausdrucksform\u201c. Im Fokus der Ernennung steht also nicht die Konservierung kollektiver Erinnerungskultur, sondern deren zeitgerechte Weiterentwicklung. \u201eAuch in Zukunft wollen wir Bestattungsformen anbieten, die den W\u00fcnschen der Menschen entsprechen, wie zum Beispiel naturnah gestaltete oder pflegeleichte bzw. pflegefreie Grabformen\u201c, so Matthias Mittenzwey in diesem Zusammenhang.<\/p>\n\n\n\n<p>Hintergrund<br>Initiiert wurde der Aktionstag vom \u201eKuratorium Immaterielles Erbe Friedhofskultur\u201c, das sich deutschlandweit der Pflege und Weiterentwicklung des Unesco-Kulturerbes verschrieben hat. Ziel ist es, die Bedeutung der Friedhofskultur f\u00fcr die Gesellschaft st\u00e4rker in das \u00f6ffentliche Bewusstsein zu r\u00fccken und, im Sinne der Unesco, einen aktiven Beitrag zum Erhalt und zur Weiterentwicklung der Kulturform zu leisten.<\/p>\n\n\n\n<p>Weitere umfangreiche Informationen \u00fcber die Friedhofskultur in Deutschland, die Ernennung zum immateriellen Kulturerbe und die Bedeutung f\u00fcr die Gesellschaft sind unter der Adresse www.kulturerbe-friedhof.de zu finden.<\/p>\n\n\n\n<p>QUELLE: STADTVERWALTUNG<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"mh-excerpt\"><p>Der Tag des Friedhofs am 20. September steht ganz im Zeichen des immateriellen Kulturerbes Friedhofskultur. Diese Auszeichnung vergab die Kultusministerkonferenz am 20. M\u00e4rz 2020, dem Tag des Lockdowns. Dementsprechend gering war bislang die mediale Aufmerksamkeit. <a class=\"mh-excerpt-more\" href=\"https:\/\/www.studiogera.de\/001\/2020\/09\/18\/geraer-friedhoefe-gehoeren-zum-immateriellen-kulturerbe\/\" title=\"GERAER FRIEDH\u00d6FE GEH\u00d6REN ZUM IMMATERIELLEN KULTURERBE\">[&#8230;]<\/a><\/p>\n<\/div>","protected":false},"author":2,"featured_media":12616,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[8],"tags":[],"class_list":{"0":"post-12615","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-kultur"},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.studiogera.de\/001\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12615","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.studiogera.de\/001\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.studiogera.de\/001\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.studiogera.de\/001\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.studiogera.de\/001\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=12615"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.studiogera.de\/001\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12615\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":12617,"href":"https:\/\/www.studiogera.de\/001\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12615\/revisions\/12617"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.studiogera.de\/001\/wp-json\/wp\/v2\/media\/12616"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.studiogera.de\/001\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=12615"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.studiogera.de\/001\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=12615"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.studiogera.de\/001\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=12615"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}