{"id":13873,"date":"2021-01-10T04:30:26","date_gmt":"2021-01-10T03:30:26","guid":{"rendered":"http:\/\/www.studiogera.de\/001\/?p=13873"},"modified":"2021-01-10T04:42:01","modified_gmt":"2021-01-10T03:42:01","slug":"interpretation-des-buches-covid-19-der-grosse-umbruch","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.studiogera.de\/001\/2021\/01\/10\/interpretation-des-buches-covid-19-der-grosse-umbruch\/","title":{"rendered":"INTERPRETATION DES BUCHES \u201eCOVID-19: DER GROSSE UMBRUCH\u201c"},"content":{"rendered":"\n<p>Von einer Stillegung der Weltwirtschaft mit anschlie\u00dfendem Neustart handelt das Buch \u201eCovid-19: Der gro\u00dfe Umbruch\u201c. Die Autoren Klaus Schwab und Thierry Malleret beschreiben in dem Werk ihre Vorstellungen von der Welt nach der Pandemie.<\/p>\n\n\n\n<p>Bereits lange vor Ausrufung der Pandemie ging das Ger\u00fccht von einer Stillegung der Weltwirtschaft um \u2014 konzertiert vom Weltwirtschaftsforum, dem Weltw\u00e4hrungsfonds und den Vereinten Nationen. Die Schulden der Staaten sollten demnach mit der Einf\u00fchrung neuer, virtueller W\u00e4hrungen entfallen, wenn sie das anschlie\u00dfend eingef\u00fchrte System akzeptieren.<\/p>\n\n\n\n<p>Tats\u00e4chlich ist schon seit vielen Jahren auf einer UN-Seite eine Abfassung mit dem Titel \u201eDefinition eines neuen wirtschaftlichen Paradigmas\u201c (siehe \u201e<a href=\"https:\/\/sustainabledevelopment.un.org\/index.php?page=view&amp;type=400&amp;nr=617&amp;menu=35\">https:\/\/sustainabledevelopment.un.org\/index.php?page=view&amp;type=400&amp;nr=617&amp;menu=35<\/a>\u201c) zu finden. Das Buch \u201eCovid-19: Der gro\u00dfe Umbruch\u201c greift im Grunde diese Gedanken erneut auf und beschreibt, wie sie sich verwirklichen k\u00f6nnen. Auch hier ist von einem Paradigmenwechsel die Rede.<\/p>\n\n\n\n<p>Wirtschaft und Konsum k\u00f6nnen nicht mehr nach den bisherigen Regeln weitergef\u00fchrt werden. Es bedarf eines Umbruchs. Als Ausl\u00f6ser und transformative Kraft werden Kriege und Pandemien miteinander verglichen (Seiten 18, 42). Letztere h\u00e4tten sich in der Geschichte wegen ihres zerst\u00f6rerischen Charakters als Triebkraft dauerhafter und radikaler Ver\u00e4nderungen erwiesen (Seite 13), und zwar mit dem Vorteil, dass sie kein Kapital vernichten (Seite 42).<\/p>\n\n\n\n<p>Viele kleine Unternehmen werden die Corona-Ma\u00dfnahmen nicht \u00fcberstehen, und ihr Marktanteil f\u00e4llt dann den ganz gro\u00dfen Konzernen zu (Seiten 11, 183, 228). Den \u00fcberlebenden Unternehmen soll nach einer \u00dcbergangsphase die Verantwortung f\u00fcr die Menschheit \u00fcbertragen werden \u2014 insbesondere f\u00fcr die Gesundheit, bezogen auf Infektionen. Wenn Unternehmen das Risiko einer Strafe oder Schlie\u00dfung im Falle einer Infektion verringern m\u00f6chten, werden sie nicht umhinkommen, Distanzma\u00dfnahmen einzuf\u00fchren. Diese erzwingen gleichzeitig den Einsatz neuer Technologien, wenn man trotzdem miteinander arbeiten und interagieren m\u00f6chte. Mit einer Infektion wird sich in Zukunft auch die Frage der Haftung stellen, sobald einzelne Infektionsketten mit Hilfe neuer Technologien nachvollziehbar sind, und dann werden beispielsweise Arbeitgeber ihre Besch\u00e4ftigten in Sachen Distanzwahrung und Temperatur \u00fcberwachen wollen (Seiten 194, 195, 197, 220). Die Distanzgesellschaft ist somit Voraussetzung f\u00fcr die weitere Technisierung der Menschheit.<\/p>\n\n\n\n<p>Beim Lesen erweckt das Buch den Eindruck, als werde den Menschen ein Weg gezeigt, von dem sie selbst glauben sollen, es sei der einzig gangbare, um \u00fcberleben zu k\u00f6nnen. Die Autoren scheinen in der Pandemie ein willkommenes Ereignis zu sehen, das es erm\u00f6glicht, viele Dinge innerhalb kurzer Zeit umzusetzen (Seite 292). Die neue technische Revolution baut n\u00e4mlich auf Unsicherheit, Misstrauen und die Angst, sich in der Au\u00dfenwelt \u00fcberall und bei jedem anstecken zu k\u00f6nnen (Seite 254). Krankheiten t\u00f6ten Menschen ebenso wie fehlende Lebensgrundlagen, stellt man fest. Daher werde es zu Kosten-Nutzen-Analysen kommen \u2014 m\u00f6glicherweise mit einem grausamen utilitaristischem Kalk\u00fcl (Seite 263). Entstehen soll eine neue Art Konsument, der aus Gr\u00fcnden des Gesundheitsschutzes und der Bequemlichkeit viele Dinge zu Hause am Bildschirm erledigt (Seiten 181, 211, 234). Ebenso k\u00f6nnen sich die Autoren eine Begrenzung der Einkaufsmengen vorstellen (Seite 266). Unter normalen Umst\u00e4nden w\u00e4re sicherlich kaum jemand willens, den n\u00e4chsten Schritt der Technisierung zu gehen. Das Buch will seinen Lesern jedoch vermitteln, dass es um die Gesundheit der Menschen und das Klima der Erde geht.<\/p>\n\n\n\n<p>Das eigentliche Ziel der Vierten industriellen Revolution, die mit Covid-19 in Gang gesetzt werden soll, ist die Durchdringung der k\u00f6rperlichen Grenzen und die Aushebelung der nat\u00fcrlichen Biologie, um noch mehr Kontrolle aus\u00fcben zu k\u00f6nnen. Dieses Buch offenbart ebenso wie die anderen aus gleicher Feder, dass die Autoren Anh\u00e4nger der transhumanistischen Idee sind. Bereits vier Jahre zuvor hatte Klaus Schwab sein Werk \u201eDie Vierte Industrielle Revolution\u201c ver\u00f6ffentlicht. Im Januar 2019 folgte das Buch \u201eDie Zukunft der Vierten Industriellen Revolution\u201c. Verfechter des Transhumanismus glauben, die Natur sei ein Zufall ohne Ziel, und der Mensch als das am h\u00f6chsten entwickelte Wesen sei dazu bestimmt, Sinn und Ziel f\u00fcr alles und jeden selbst zu definieren.<\/p>\n\n\n\n<p>Bemerkenswert sind Ausf\u00fchrungen dar\u00fcber, dass es eine objektive Realit\u00e4t nicht gibt (Seite 139). Die Darstellung der Wirklichkeit h\u00e4ngt von der Position des Betrachters ab (Seite 140), und demzufolge auch die jeweilige Meinung. Unter Ber\u00fccksichtigung dieser Erkenntnis, k\u00f6nnte sich das Ganze beim Leser auch zu folgendem Bild f\u00fcgen:<\/p>\n\n\n\n<p>Die jetzige Wirtschaftsepoche n\u00e4hert sich dem Ende, und mit dem gegenw\u00e4rtigen System w\u00e4ren in baldiger Zukunft ohnehin keine Steigerungen mehr m\u00f6glich. Der Machterhalt k\u00f6nnte aber durch eine kontrollierte Stillegung mit anschlie\u00dfendem Aufbau einer neuen Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung unter einer \u00f6kologischen und gesundheitlichen Maxime gelingen. Die Menschen m\u00fcssten allerdings dazu gebracht werden, sich einzuschr\u00e4nken und physisch voneinander Abstand zu halten, in dem Glauben, auf diese Weise ihre Gesundheit und das Klima zu sch\u00fctzen. Mit diesen beiden vorgegebenen Zielen soll eine hohe gesellschaftliche Akzeptanz f\u00fcr das neue System erwirkt werden. Es ist gekennzeichnet von einer zunehmenden Automatisierung mit KI und einer h\u00f6heren Abh\u00e4ngigkeit von technischen Systemen. Somit er\u00f6ffnen sich neue Gesch\u00e4ftsfelder und mehr Kontrollm\u00f6glichkeiten. Gewinne k\u00f6nnen mit den k\u00fcnftigen Modellen auch ohne st\u00e4ndige Steigerung des Produkteabsatzes generiert werden. Zum Beispiel wird man viele Gegenst\u00e4nde nicht mehr direkt besitzen, sondern anmieten und eine monatliche Nutzungsgeb\u00fchr entrichten m\u00fcssen. Was fr\u00fcher im direkten Austausch m\u00f6glich war, ohne dass jemand etwas daran verdient hat, zum Beispiel die Kommunikation, wird blockiert. Um diese Blockade zu \u00fcberwinden, muss k\u00fcnftig Technik verwendet werden. Fernziel ist die physische Verschmelzung von Mensch und Technik.<\/p>\n\n\n\n<p>Ob sich die in dem Buch beschriebene Vision durchsetzen kann, ist fraglich. Denn Revolutionen gehen in der Regel von den unteren gesellschaftlichen Ebenen aus, wenn diese durch bestimmte Entwicklungen immer weiter abgedr\u00e4ngt und aus Sicht der oberen zu einem unerw\u00fcnschten Ballast werden. Die anstehende technische Revolution wird eine solche Nebenwirkung zur Folge haben. Umfassende System\u00e4nderungen, welche von einigen wenigen erdacht und f\u00fcr die gro\u00dfe Mehrheit verordnet werden, entwickeln mit der Zeit totalit\u00e4re Strukturen und haben selten eine lange Lebensdauer, wenn sie zu weit weg von der bisherigen Lebensrealit\u00e4t liegen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"mh-excerpt\"><p>Von einer Stillegung der Weltwirtschaft mit anschlie\u00dfendem Neustart handelt das Buch \u201eCovid-19: Der gro\u00dfe Umbruch\u201c. Die Autoren Klaus Schwab und Thierry Malleret beschreiben in dem Werk ihre Vorstellungen von der Welt nach der Pandemie. 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