{"id":13983,"date":"2021-01-21T21:45:47","date_gmt":"2021-01-21T20:45:47","guid":{"rendered":"http:\/\/www.studiogera.de\/001\/?p=13983"},"modified":"2021-01-21T21:45:48","modified_gmt":"2021-01-21T20:45:48","slug":"emma-verlaengerung-der-testphase-wird-geprueft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.studiogera.de\/001\/2021\/01\/21\/emma-verlaengerung-der-testphase-wird-geprueft\/","title":{"rendered":"EMMA \u2014 VERL\u00c4NGERUNG DER TESTPHASE WIRD GEPR\u00dcFT"},"content":{"rendered":"\n<p>Vor rund f\u00fcnf Wochen, am 14. Dezember 2020, begann das Forschungsprojekt zum \u201eAutomatisierten Fahren in Gera\u201c mit der Testphase. Seitdem k\u00f6nnen Passagiere die \u201eletzte Meile\u201c im Stadtteil Lusan im automatisierten E-Kleinbus \u201eEmma\u201c zur\u00fccklegen. Dass das bei den Geraern gut ankommt, zeigen die rund 200 Mitfahrten in den ersten Testbetriebstagen vor Weihnachten. Nach Angaben der Dualen Hochschule Gera-Eisenach, die das Forschungsprojekt koordiniert, war der Pendel-Bus unmittelbar nach Beginn des Passagierbetriebes ausgelastet. Immer mit an Bord ist ein Operateur der GVB Verkehrs- und Betriebsgesellschaft mbH Gera, der in kritischen Situationen jederzeit das Steuer \u00fcbernehmen kann. Zudem best\u00e4tigen erste Auswertungen der parallel zum Testbetrieb laufenden Umfragen die grunds\u00e4tzliche Aufgeschlossenheit der Befragten f\u00fcr das automatisierte Fahren.<\/p>\n\n\n\n<p>Der testweise Einsatz von \u201eEmma\u201c im realen Passagierbetrieb ist das Herzst\u00fcck des vom Th\u00fcringer Umweltministerium gef\u00f6rderten Forschungsprojektes, denn er liefert wichtige Daten, die direkt in die Mobilit\u00e4tsforschung einflie\u00dfen und so zur Weiterentwicklung der Mobilit\u00e4t in Deutschland beitragen. Dazu geh\u00f6ren vor allem Erkenntnisse \u00fcber die Akzeptanz der Nutzerinnen und Nutzer und die M\u00f6glichkeit, die Theorie mit echten gefahrenen Kilometern an Erfahrung auf der Stra\u00dfe abzugleichen. Aufgrund der Witterungsverh\u00e4ltnisse musste \u201eEmma\u201c in den letzten Wochen jedoch wiederholt pausieren. Der Hintergrund: Die Stra\u00dfenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO) l\u00e4sst entsprechend der erteilten Ausnahmegenehmigung nach \u00a7 70 einen Betrieb von automatisierten Fahrzeugen wie \u201eEmma\u201c bei Schneefall und Eisgl\u00e4tte nicht zu. Zus\u00e4tzlich trat ein Defekt an der Ladetechnik des Fahrzeugs auf, der durch eine Reparatur schnell behoben werden konnte. Dazu erkl\u00e4rt Oberb\u00fcrgermeister Julian Vonarb: \u201eDass es in j\u00fcngster Zeit zu Ausf\u00e4llen gekommen ist, hat \u00fcberwiegend pragmatische Gr\u00fcnde und zahlt auf das Konto Erfahrung ein, was den Sinn eines Forschungsprojektes ausmacht. Unser gemeinsames Ziel ist es, dass wir hier in Gera die Mobilit\u00e4t der Zukunft f\u00fcr Deutschland mitgestalten. Dazu tr\u00e4gt &#8218;Emma&#8216; ma\u00dfgeblich bei. Ich freue mich, dass bisher so viele Menschen die M\u00f6glichkeit einer Mitfahrt genutzt haben und danke allen Projektpartnern f\u00fcr ihr Engagement.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Auch GVB-Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer Thorsten R\u00fchle betont das gro\u00dfe Potenzial des Projektes f\u00fcr die Stadt: \u201eWir freuen uns, dass Gera in Th\u00fcringen bei der Erprobung autonomer Kleinbusse die Nase vorn hat und wir damit auf Augenh\u00f6he mit St\u00e4dten wie Wien, Hamburg aber auch dem kleinen Monheim am Rhein stehen, die hier eine Vorreiterrolle einnehmen.\u201c Der GVB verantwortet den Einsatz von \u201eEmma\u201c im Linienbetrieb.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Nutzung von automatisierten Fahrzeugen wie \u201eEmma\u201c im \u00f6ffentlichen Nahverkehr bietet vielf\u00e4ltige Chancen: Durch die Erschlie\u00dfung von bisher f\u00fcr Bus oder Bahn ung\u00fcnstig gelegenen Quartieren oder Stra\u00dfen, etwa in Stadtrandlage, wird insbesondere mobilit\u00e4tseingeschr\u00e4nkten Menschen die verst\u00e4rkte Teilnahme am gesellschaftlichen Leben erm\u00f6glicht. \u201eMit der Erprobung eines autonomen Busses wie \u201eEmma\u201c werden unsere Vorstellungen \u00fcber die zuk\u00fcnftige Ausrichtung des \u00f6ffentlichen Nahverkehrs in Gera greifbar und auch sehr viel konkreter. Unser Ziel ist es, im Rahmen des Smartcity-Projektes der Stadt Gera an der Haltestelle Lusan\/Laune einen multimodalen Mobilit\u00e4tspunkt zu schaffen, an dem unsere Fahrg\u00e4ste von der Stra\u00dfenbahn in andere Verkehrstr\u00e4ger wechseln und umgekehrt. Favorit ist dabei ein autonomer Kleinbus, der die Quartierserschlie\u00dfung \u00fcbernimmt und den Fahrgast faktisch bis vor die Haust\u00fcr bringt\u201c, kommentiert Thorsten R\u00fchle die weiteren Pl\u00e4ne.<\/p>\n\n\n\n<p>Durch die Ausweitung der Dienste auf neue Bediengebiete und ein auf die Bed\u00fcrfnisse ihrer Kunden noch besser abgestimmtes Angebot verspricht sich die GVB einen Fahrgastzuwachs. Das w\u00fcrde dazu beitragen, dass die Zahl an PKW-Fahrten und der Besitz an Individualfahrzeugen nachhaltig reduziert wird, was eine Entlastung der Infrastruktur zur Folge h\u00e4tte. Zudem werden die Umweltauswirkungen von automatisierten Fahrzeugen als geringer eingesch\u00e4tzt als bei herk\u00f6mmlichen Fahrzeugen, etwa aufgrund eines niedrigeren Energiebedarfs durch technisch optimierte Fahrvorg\u00e4nge. Das aktuelle Forschungsprojekt wird daher nicht nur zeigen, wie aufgeschlossen die Geraer gegen\u00fcber dem automatisierten Fahren sind. Es wird auch wertvolle Erkenntnisse in den gro\u00dfen Themenfeldern \u00d6kologie, Mobilit\u00e4t und Digitalisierung liefern. Derzeit wird gepr\u00fcft, ob der Testbetrieb aufgrund der wiederholten witterungsbedingten Aussetzung verl\u00e4ngert werden kann. Planm\u00e4\u00dfig soll der automatisierte Kleinbus acht Wochen lang unterwegs sein. Interessierte k\u00f6nnen regul\u00e4r noch bis Ende Februar in dem selbstfahrenden Fahrzeug mitfahren. Die durch die Duale Hochschule Gera-Eisenach parallel zum Testbetrieb entwickelten Umfragen zur Mobilit\u00e4t im Allgemeinen und zum Emma-Projekt im Besonderen sollen die Einstellungen der Geraer Bev\u00f6lkerung zu neuen Mobilit\u00e4tskonzepten wie dem automatisierten Fahren ermitteln. Dazu werden als Posteinwurf Frageb\u00f6gen im Fahrgebiet von \u201eEmma\u201c verteilt. An der Umfrage kann au\u00dferdem online unter umfrage.dhge.de teilgenommen werden. Sie richtet sich ausdr\u00fccklich an alle interessierten B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger und ist anonym.<\/p>\n\n\n\n<p>Initiiert wurde \u201eEmma\u201c (elektrisch mobil markant automatisiert) mit einer Investitionssumme von 30&#8217;000 Euro durch die Geraer Fahrschule Fischer Academy GmbH und die TAG Wohnen &amp; Service GmbH. Das Th\u00fcringer Umweltministerium f\u00f6rdert das Projekt zus\u00e4tzlich mit 80&#8217;000 Euro. \u201eEmma\u201c f\u00e4hrt mit 15 km\/h vom REWE-Parkplatz an der Zeulsdorfer Stra\u00dfe eine Runde durch den Stadtteil Lusan. F\u00fcr die rund zwei Kilometer braucht es etwa 18 Minuten. Aufgrund der Corona-Beschr\u00e4nkungen k\u00f6nnen derzeit statt sieben nur vier Personen gleichzeitig im Fahrzeug Platz nehmen. Die Fahrt ist f\u00fcr Anwohner und Interessierte kostenfrei. Die Projektsteuerung verantwortet die Duale Hochschule Gera-Eisenach. Die Realisierung von \u201eEmma\u201c im st\u00e4dtischen Linienbetrieb erfolgt in enger Kooperation mit der GVB und dem Geraer Verkehrsamt, die unter anderem bei der Einholung von Genehmigungen, der Erstellung des Fahrplans, dem Entwurf der Routenplanung und nicht zuletzt bei der entsprechend notwendigen Verkehrsplanung ma\u00dfgeblich beteiligt waren.<\/p>\n\n\n\n<p>Weitere Projektpartner sind die Energieversorgung Gera GmbH f\u00fcr Strom und Infrastruktur, die Nuts One GmbH als Experten f\u00fcr automatisierte Pendelfahrzeuge, die KFZ-Werkstatt Sven Junge GmbH f\u00fcr den Transport, sowie das Wissenschaftszentrum Berlin f\u00fcr Sozialforschung (WZB) f\u00fcr die wissenschaftliche Unterst\u00fctzung.<\/p>\n\n\n\n<p>QUELLE: STADTVERWALTUNG<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"mh-excerpt\"><p>Vor rund f\u00fcnf Wochen, am 14. Dezember 2020, begann das Forschungsprojekt zum \u201eAutomatisierten Fahren in Gera\u201c mit der Testphase. 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