{"id":14225,"date":"2021-02-21T20:46:58","date_gmt":"2021-02-21T19:46:58","guid":{"rendered":"http:\/\/www.studiogera.de\/001\/?p=14225"},"modified":"2021-02-21T20:46:59","modified_gmt":"2021-02-21T19:46:59","slug":"umgestaltung-der-vegetation-in-den-colliser-alpen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.studiogera.de\/001\/2021\/02\/21\/umgestaltung-der-vegetation-in-den-colliser-alpen\/","title":{"rendered":"UMGESTALTUNG DER VEGETATION IN DEN \u201eCOLLISER ALPEN\u201c"},"content":{"rendered":"\n<p>Die \u201eColliser Alpen\u201c bilden einen wertvollen Biotopkomplex aus Halbtrockenrasen, Staudenfluren, Trockengeb\u00fcschen und Trockenw\u00e4ldern sowie Streuobstwiesen in der ansonsten landwirtschaftlich gepr\u00e4gten Umgebung. Gerade die Halbtrockenrasenfl\u00e4chen, mit ihren typischen Pflanzenarten, wie z. B. Skabiosen-Flockenblume (Centaurea scabiosa), Kart\u00e4user-Nelke (Dianthus carthusianorum) und Zypressen-Wolfsmilch (Euphorbia cyparissias), dienen als Nahrungsquelle f\u00fcr zahlreiche Insekten.<\/p>\n\n\n\n<p>Durch eine ehrenamtliche Erfassung der Insektenfauna (Schwerpunkt Schmetterlinge), konnten im Sommer 2020 bereits 185 Arten nachgewiesen, darunter 17 Arten der Roten Liste Th\u00fcringens. So konnte im Gebiet beispielsweise die Gro\u00dfe Goldschrecke (Chrysochraon dispar) erfasst werden, f\u00fcr die der Freistaat Th\u00fcringen eine besondere Verantwortung hat. Die \u00fcberregionale naturschutzfachliche Bedeutung dieser Biotopauspr\u00e4gung wird zudem durch die geplante Ausweisung des Gebietes \u201eLasur und Eichberg bei Gera\u201c als Naturschutzgebiet unterstrichen, f\u00fcr welches die \u201eColliser Alpen\u201c eine herausragende Bedeutung im Biotopverbund haben. Urspr\u00fcnglich wurden die im Projekt betrachteten Hanglagen beweidet und dadurch dauerhaft offengehalten. Zudem war es \u00fcblich, dass Ortsans\u00e4ssige das Gr\u00fcnland je nach Bedarf kleinfl\u00e4chig manuell m\u00e4hten. Erst infolge dieser extensiven Bewirtschaftungsweise, konnten sich die artenreichen Halbtrockenrasen mit ihrer vielf\u00e4ltigen Insektenfauna entwickeln und etablieren. In den letzten Jahrzehnten wurden die Fl\u00e4chen jedoch nicht mehr bewirtschaftet und gepflegt. Durch die Nutzungsaufgabe und die damit einsetzende Sukzession, kam es zur Verfilzung bzw. Verbuschung und Versaumung der Offenlandfl\u00e4chen. So wurden zahlreiche f\u00fcr Insekten und deren Entwicklung notwendige Pflanzenarten und Biotopstrukturen, in wenige noch offen gebliebene Bereiche zur\u00fcckgedr\u00e4ngt, wodurch zusehends eine Verarmung des Arteninventars des Offenlandes droht. Um das vorhandene Arteninventar zu stabilisieren und das Gebiet als Lebensst\u00e4tte und Nahrungsquelle gesch\u00fctzter Arten nachhaltig zu sichern, ist dringend eine Revitalisierung der Halbtrockenrasen, sowie die Sanierung einer angrenzenden Streuobstwiese als weiterem bedeutenden Lebensraum durchzuf\u00fchren.<\/p>\n\n\n\n<p>Das gemeinsame Projekt der Unteren Naturschutzbeh\u00f6rde Gera und der Natura-2000-Station \u201eOsterland\u201c, umfasst insgesamt vier Teilfl\u00e4chen mit einer Gesamtgr\u00f6\u00dfe von 14&#8217;540 Quadratmetern, welche alle ein erhebliches Pflegedefizit aufweisen und in ihrer einstmals artenreichen, charakteristischen Auspr\u00e4gung nur noch rudiment\u00e4r zu erkennen sind. Seit Dezember 2020 wird hier durch gro\u00dffl\u00e4chige Entbuschung und gezielte Geh\u00f6lzentnahme der urspr\u00fcngliche Offenlandcharakter wiederhergestellt. Weiterhin wird, als Grundlage f\u00fcr eine dauerhafte Pflege, eine ersteinrichtende Mahd durchgef\u00fchrt, wodurch die ehemals offenen Wiesenbereiche wiederhergestellt werden und derzeit dominierende Pflanzenarten wie Gr\u00e4ser, zur\u00fcckgedr\u00e4ngt werden. So wird zuk\u00fcnftig der Anteil von Bl\u00fchpflanzen erh\u00f6ht. S\u00e4mtliches anfallendes Mahd- bzw. Schnittgut wird von den Fl\u00e4chen ber\u00e4umt, damit die N\u00e4hrstoffarmut der Standorte erhalten bleibt. Zus\u00e4tzlich wird eine im Projektgebiet liegende verbrachte Streuobstwiese durch einen fachgerechten Geh\u00f6lzschnitt revitalisiert. Der dauerhafte Schutz der wiederhergestellten Lebensr\u00e4ume, ist im Anschluss nur durch eine gezielte Pflege m\u00f6glich. Deshalb wird zuk\u00fcnftig eine extensive Mischbeweidung mit Schafen und Ziegen im Rahmen des Vertragsnaturschutzes angestrebt.<\/p>\n\n\n\n<p>Dieses Projekt wird \u00fcber das Programm zur \u201eF\u00f6rderung von Ma\u00dfnahmen des Naturschutzes und der Landschaftspflege in Th\u00fcringen (NALAP)\u201c sowie aus Mitteln der Gemeinschaftsaufgabe zur \u201eVerbesserung der Agrarstruktur und des K\u00fcstenschutzes (GAK)\u201c gef\u00f6rdert.<\/p>\n\n\n\n<p>QUELLE: STADTVERWALTUNG<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"mh-excerpt\"><p>Die \u201eColliser Alpen\u201c bilden einen wertvollen Biotopkomplex aus Halbtrockenrasen, Staudenfluren, Trockengeb\u00fcschen und Trockenw\u00e4ldern sowie Streuobstwiesen in der ansonsten landwirtschaftlich gepr\u00e4gten Umgebung. Gerade die Halbtrockenrasenfl\u00e4chen, mit ihren typischen Pflanzenarten, wie z. B. 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