{"id":14279,"date":"2021-02-28T11:25:30","date_gmt":"2021-02-28T10:25:30","guid":{"rendered":"http:\/\/www.studiogera.de\/001\/?p=14279"},"modified":"2021-02-28T11:31:28","modified_gmt":"2021-02-28T10:31:28","slug":"ueber-den-hochwasserschutz-im-stadtgebiet","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.studiogera.de\/001\/2021\/02\/28\/ueber-den-hochwasserschutz-im-stadtgebiet\/","title":{"rendered":"\u00dcBER DEN HOCHWASSERSCHUTZ IM STADTGEBIET"},"content":{"rendered":"\n<p><em>Die Wei\u00dfe Elster und ihre Nebengew\u00e4sser haben in den letzten hundert Jahren im Stadtgebiet Gera immer wieder f\u00fcr \u00dcberschwemmungen gesorgt. Seit dem Juni-Hochwasser 2013, dessen Gesamtschadensbilanz allein in Gera bei rund 58 Millionen Euro lag, wurden im mittleren Bereich der Wei\u00dfen Elster zwischen der Bahnbr\u00fccke in Gera und W\u00fcnschendorf eine Reihe von Hochwasserschutzanlagen gebaut. Bauherren der Anlagen im Hochwasserrisikogebiet der Wei\u00dfen Elster sind das Th\u00fcringer Landesamt f\u00fcr Umwelt, Bergbau und Naturschutz (TLUBN) und die Th\u00fcringer Landgesellschaft (ThLG), die in Gesch\u00e4ftsbesorgung f\u00fcr das TLUBN t\u00e4tig ist.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Gera erlebte in den letzten Wochen den seit langem k\u00e4ltesten und schneereichsten Winter. Die Sorge der B\u00fcrger vor steigenden Pegeln und Hochwasser infolge des Tauwetters ist daher nicht unbegr\u00fcndet. Bereits seit Ende Januar 2021 haben Vertreter des Umweltamtes und der Feuerwehr die Pegelst\u00e4nde der Wei\u00dfen Elster und ihrer Nebengew\u00e4sser fest im Blick. \u201eWir d\u00fcrfen nicht dramatisieren; wir nehmen die m\u00f6glichen Entwicklungen aber auch nicht auf die leichte Schulter\u201c, so Oberb\u00fcrgermeister Julian Vonarb. Und weiter: \u201eWir alle haben das Hochwasser von 2013 und seine Folgen f\u00fcr die Stadt und ihre B\u00fcrger noch in lebhafter Erinnerung. Viele von uns haben damals am eigenen Leib erfahren, welche gro\u00dfen Gefahren von einem Fluss bei Hochwasser ausgehen k\u00f6nnen. Daher wird die Entwicklung der Pegel genauestens verfolgt und bewertet, um rechtzeitig vorbereitet zu sein und schnell reagieren zu k\u00f6nnen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>I. ZUR GEGENW\u00c4RTIGEN LAGE<\/p>\n\n\n\n<p>Der Wasserstand der Wei\u00dfen Elster am Pegel Gera-Langenberg stieg aufgrund des Tauwetters auf bis zu 240 Zentimeter am 19. Februar 2021 an, blieb damit aber noch 20cm unterhalb des Meldebeginns. Aktuell entspannt sich die Situation bereits wieder; der Pegelstand lag am 23. Februar 2021 bei nur noch 171 Zentimetern. Die offizielle Prognose geht nicht von einer wesentlichen \u00dcberschreitung des aktuellen Standes f\u00fcr die n\u00e4chsten drei Tage aus. An den B\u00e4chen im Stadtgebiet gibt es laut Gew\u00e4sserunterhaltungsverband Wei\u00dfe Elster\/Saarbach derzeit keine Probleme. Es wurden Durchl\u00e4sse und Einlaufbauwerke bei verrohrten Bachabschnitten kontrolliert und ges\u00e4ubert. Bisher gab es keine nennenswerten Ausuferungen oder Beeintr\u00e4chtigungen. \u201eDie Hochwassergefahr im Raum Gera wird derzeit als gering eingesch\u00e4tzt. Viel Eis und Schnee bedeutet nicht zwangsl\u00e4ufig, dass wir bei Tauwetter eine Hochwasserlage haben. Hochwasser ist das Ergebnis des Zusammenwirkens mehrerer ung\u00fcnstiger Faktoren. Dazu geh\u00f6ren neben einer schnellen und intensiven Schneeschmelze zum Beispiel auch ergiebiger Dauerregen und ges\u00e4ttigte und gefrorene B\u00f6den\u201c, erkl\u00e4rt Konrad Nickschick, Leiter des Umweltamtes Gera.<\/p>\n\n\n\n<p>Nach dem Alarm- und Einsatzplan der Stadt Gera ist der Meldebeginn bei einem Wasserstand von 260 Zentimetern am Pegel Langenberg erreicht. Dann werden die Katastrophenschutzbeh\u00f6rden informiert, die bei Bedarf weitere Ma\u00dfnahmen festlegen. Ab Alarmstufe 1 und einem Wasserstand von 300cm werden t\u00e4gliche periodische Kontrollen der Wasserl\u00e4ufe, Deiche, wasserwirtschaftlichen Anlagen, Br\u00fccken sowie der Durchl\u00e4sse, der gef\u00e4hrdeten Bauwerke und der Ausuferungsbereiche durchgef\u00fchrt. Wenn erforderlich, werden zudem Abflusshindernisse beseitigt. Weiterhin werden ab Alarmstufe 1 die von einem m\u00f6glichen Hochwasser betroffenen Einwohner und Gewerbetreibenden informiert und gewarnt. Ab einem Pegelstand von drei Metern wird zus\u00e4tzlich die Einsatzbereitschaft des Personals, die Technik f\u00fcr den Wachdienst und die Hochwasserabwehr \u00fcberpr\u00fcft sowie die Nachrichtenverbindung zwischen den Einsatzkr\u00e4ften gesichert. Zudem werden wichtige Vorbereitungen getroffen, um im Bedarfsfall zus\u00e4tzliche Einsatzkr\u00e4fte schnell heranziehen zu k\u00f6nnen. Die zweite Hochwasseralarmstufe ist bei einem Wasserstand von 340 Zentimetern erreicht. Dann kontrolliert ein st\u00e4ndiger Wachdienst die Deiche. Neben vorbeugenden Sicherungsma\u00dfnahmen an Gefahrenstellen werden die Einsatzabschnitte des Katastrophenstabes an den Schwerpunkten eingerichtet. Diese werden zudem mit den notwendigen Hochwasserbek\u00e4mpfungsmitteln wie etwa Sands\u00e4cken ausgestattet. In Abh\u00e4ngigkeit von der Wetterlage und Prognose der weiteren Entwicklung werden zus\u00e4tzliche Kr\u00e4fte und Mittel zur aktiven Hochwasserbek\u00e4mpfung angefordert, vorbereitet und bereitgestellt. Alarmstufe 3 ist bei einem Wasserstand von 380 Zentimetern erreicht. Ab diesem Zeitpunkt dienen alle Ma\u00dfnahmen und Handlungen der aktiven Hochwasserabwehr. Damit sind die konkrete Bek\u00e4mpfung bestehender Hochwasser- und Eisgefahren mit allen verf\u00fcgbaren Kr\u00e4ften und Mitteln sowie weiteren Ma\u00dfnahmen zur Verh\u00fctung einer Hochwasserkatastrophe verbunden.<\/p>\n\n\n\n<p>II. HOCHWASSERSCHUTZ IN GERA<\/p>\n\n\n\n<p>Obwohl Hochwasser nicht vollst\u00e4ndig abwendbar sind, k\u00f6nnen ihre Auswirkungen durch entsprechende Vorsorge- und Schutzma\u00dfnahmen gemildert werden. In diesem Sinne wurden bereits im vergangenen Jahrhundert innerhalb des Geraer Stadtgebietes die Wei\u00dfe Elster verlegt, Deiche und Hochufer errichtet und verschiedene Hochwasserschutzma\u00dfnahmen durchgef\u00fchrt.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>\u00dcberblick der Vorsorge- und Schutzma\u00dfnahmen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Der Hochwasserschutz ist eine \u00f6ffentlich-rechtliche Aufgabe. Zust\u00e4ndig f\u00fcr die Planung, Errichtung und den Unterhalt von Hochwasserschutzanlagen an der Wei\u00dfen Elster ist der Freistaat Th\u00fcringen, an den Gew\u00e4ssern zweiter Ordnung die jeweilige Kommune. Dort, wo Hochwasser H\u00e4user, Industrie und Verkehrswege bedroht, ist technischer Hochwasserschutz etwa durch Mauern, Deiche oder mobile Schutzw\u00e4nde erforderlich. Bereits 2005 erstellte die Stadt Gera gemeinsam mit den Landesbeh\u00f6rden ein Hochwasserschutzkonzept. Daraus ging als erste Ma\u00dfnahme 2006 die Errichtung der Hochwasserschutzanlage im Bereich Hofwiesenpark\/Am Sommerbad hervor. Zus\u00e4tzlich zu den Schutzmauern wurden bei der Gestaltung des Hofwiesenparks f\u00fcr die Bundesgartenschau 2007 hunderte Meter D\u00e4mme und Verwallungen angelegt, die kaum als Hochwasserschutzanlage erkennbar sind, weil sie sich optimal in das Gel\u00e4nde einf\u00fcgen. Dabei verf\u00fcgt die Hochwasserschutzeinrichtung rund um den Park an mehreren Stellen \u00fcber \u00d6ffnungen, zum Beispiel an Durchfahrten und Stra\u00dfen etwa zwischen den Prinzenh\u00e4usern, am Hofwiesenbad und in der Tschaikowskistra\u00dfe. Diese k\u00f6nnen im Bedarfsfall mittels eines Dammbalkensystems verschlossen werden, sodass die dahinterliegenden Bereiche vor \u00dcberschwemmungen gesch\u00fctzt sind. Damit bildet der Park die gr\u00f6\u00dfte Hochwasserr\u00fcckhaltefl\u00e4che in Geras Stadtgebiet. Weitere Schutzmauern folgten 2015 an der \u00f6stlichen Seite zwischen Ochsenbr\u00fccke und Zw\u00f6tzener Br\u00fccke, 2016 im Bereich Faulenzerweg, 2018 im Bereich Tschaikowskistra\u00dfe und 2019 an der \u00f6stlichen Seite zwischen Cubabr\u00fccke und Untermh\u00e4user Br\u00fccke. Die Hochwasserschutzmauer an der westlichen Uferseite dieses Bereiches wird Mitte 2021 fertiggestellt. Grundlage f\u00fcr die Planungs- und Bauma\u00dfnahmen seit 2015 bildet das vom Th\u00fcringer Landesamt f\u00fcr Umwelt, Bergbau und Naturschutz (TLUBN) in den Jahren 2012\/2013 entwickelte Hochwasserschutzkonzept f\u00fcr die Wei\u00dfe Elster. Dieses wurde nach den Erfahrungen des Hochwassers von 2013 im Jahr 2015 \u00fcberarbeitet. Demnach sind auch im Stadtteil Debschwitz der Bau einer Hochwasserschutzwand entlang der westlichen B\u00f6schungsoberkante der Wei\u00dfen Elster und die Stabilisierung des Deiches im Bereich Spielwiese geplant. Die vom Freistaat Th\u00fcringen dazu beauftragten Untersuchungen und Planungen sind noch nicht abgeschlossen; der Bau beginnt fr\u00fchestens Ende 2023. Zur Verbesserung des Hochwasserschutzes sollen in den n\u00e4chsten Jahren dar\u00fcber hinaus in Zw\u00f6tzen, Milbitz und Thieschitz zus\u00e4tzliche Deiche angelegt werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Bei Deichen handelt es sich um k\u00fcnstlich aufgesch\u00fcttete D\u00e4mme, die das Hinterland vor \u00dcberflutung sch\u00fctzen sollen. Ihre H\u00f6he und Breite variiert je nach Schutzbedarf. Weil ein Deich bei Hochwasser brechen oder auch \u00fcber- oder untersp\u00fclt werden kann, ist es wichtig, den Zustand eines Deiches wie die Durchfeuchtung oder etwaige Abbruchkanten zu erkennen und zu bewerten. So k\u00f6nnen rechtzeitig Gegen- oder auch Verst\u00e4rkungsma\u00dfnahmen etwa mithilfe von Sands\u00e4cken eingeleitet werden. Um den Schutzgrad der Anlagen aufrecht zu erhalten, sind Deichunterhaltungsma\u00dfnahmen eine wichtige Daueraufgabe.<\/p>\n\n\n\n<p>Technische Hochwasserschutzma\u00dfnahmen wie Deiche und Mauern sch\u00fctzen wirkungsvoll und sind daher ein wichtiger Bestandteil des Hochwasserrisikomanagements. Dennoch spielen neben dem technischen Hochwasserschutz, der in erster Linie der Verbesserung des Wasserr\u00fcckhalts dient, die gezielte Reaktivierung oder Schaffung von \u00dcberschwemmungsfl\u00e4chen, sogenannte Retentionsr\u00e4ume, eine gro\u00dfe Rolle, um das Risiko von \u00dcberschwemmungen bewohnter Gebiete zu verringern. Damit sind tieferliegende Wiesen oder Aufl\u00e4chen am Ufer der Wei\u00dfen Elster gemeint, die im Falle eines Hochwassers ohne gr\u00f6\u00dfere Sch\u00e4den \u00fcberflutet werden k\u00f6nnen. Die bekannteste dieser Fl\u00e4chen ist der Hofwiesenpark. Mit der weiteren Umsetzung des Hochwasserschutzkonzeptes sollen in den n\u00e4chsten Jahren erhebliche Fl\u00e4chen links und rechts der Elster in Zw\u00f6tzen, Untermhaus, Milbitz\/Thieschitz und n\u00f6rdlich der Bundesautobahn 4 hinzukommen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Fl\u00e4chenvorsorge ist eine weitere wichtige Ma\u00dfnahme zum vorbeugenden Hochwasserschutz und hat das Ziel, vorhandene und noch unbebaute Fl\u00e4chen in \u00dcberschwemmungsgebieten freizuhalten. Damit soll unter anderem Retentionsraum sichergestellt werden, um im Falle eines Hochwassers durch gezielten Hochwasserabfluss das Schadenspotential so gering wie m\u00f6glich zu halten. Mit der Rechtsverordnung von 2005 wurde das \u00dcberschwemmungsgebiet der Wei\u00dfen Elster im Stadtgebiet Gera neu festgestellt. Zus\u00e4tzlich wurden in den letzten Jahren auch f\u00fcr folgende Nebengew\u00e4sser \u00dcberschwemmungsgebiete amtlich ausgewiesen: Erlbach (2005 und 2009), Brahme (2005 und 2009), Bieblacher Bach (2007), Scho\u00dfbach (2007), Wipse (2008) und Saarbach (2009). \u00dcberschwemmungsgebiete sind Gebiete, die bei Hochwasser mit hoher Wahrscheinlichkeit \u00fcberschwemmt, durchflossen oder f\u00fcr die Hochwasserentlastung bzw. R\u00fcckhaltung beansprucht werden und f\u00fcr die daher besondere gesetzliche Regelungen gelten. So sind in dem festgelegten \u00dcberschwemmungsgebiet Ge- und Verbote zu beachten, etwa bei baulichen Ma\u00dfnahmen und Vorhaben. Diese bed\u00fcrfen der wasserrechtlichen Genehmigung bzw. einer Ausnahmegenehmigung durch die Wasserbeh\u00f6rde.<\/p>\n\n\n\n<p>Als Kriterien zur Festlegung der \u00e4u\u00dferen Grenzen des \u00dcberschwemmungsgebietes im Raum Gera wurden die Wahrscheinlichkeit von durchschnittlich einer \u00dcberschwemmung in einhundert Jahren und die Hochwasserereignisse von 1954 und 1981 herangezogen. Wie das Hochwasser von 2013 gezeigt hat, bedeutet das jedoch nicht, dass solche Ereignisse nicht auch h\u00e4ufiger auftreten k\u00f6nnen oder dass Fl\u00e4chen au\u00dferhalb der Grenzen des festgesetzten \u00dcberschwemmungsgebietes nicht ebenfalls von Hochwasser betroffen sein k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die zu den Rechtsverordnungen geh\u00f6renden \u00dcbersichts- und Liegenschaftskarten k\u00f6nnen sowohl online unter \u201ewww.tlug-jena.de\/kartendienste\u201c abgerufen als auch bei der Unteren Wasserbeh\u00f6rde der Stadt Gera w\u00e4hrend der Sprechzeiten oder nach Voranmeldung eingesehen werden. Bitte beachten Sie die derzeitige Besuchsregelung der Geraer Stadtverwaltung.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Wasserwehr der Stadt Gera<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Um auf Wassergefahren noch besser vorbereitet zu sein und bei einer neuen Flut schnell und effizient Sch\u00fctzenhilfe leisten zu k\u00f6nnen, arbeitet die Stadt Gera derzeit am Aufbau einer ehrenamtlichen Wasserwehr. Dabei handelt es sich um einen Wach- und Hilfsdienst bestehend aus ehrenamtlichen B\u00fcrgern, die vom Oberb\u00fcrgermeister aufgenommen werden. Ihr Einsatz dient der Abwehr von Wassergefahren, etwa bei \u00dcberschwemmungen, Hochwasser oder Eisgang, und dem unmittelbaren Schutz der Bev\u00f6lkerung. Zu den konkreten Aufgaben einer Wasserwehr geh\u00f6ren unter anderem Deich- und Br\u00fcckenkontrollen, Beobachtungen von Deichen, Anleitung Freiwilliger im Bef\u00fcllen und Aufschichten von Sands\u00e4cken, Sicherungsma\u00dfnahmen sowie die Weiterleitung wichtiger Informationen zur Koordinierungsstelle und an die B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger vor Ort.<br>Ende 2020 wurde das Vorhaben durch den Beschluss der Wasserwehrdienstsatzung auf den Weg gebracht. Derzeit findet die Berufung der ersten freiwilligen Mitglieder statt. Rund 35 B\u00fcrger haben bereits ihr Interesse an einer Mitwirkung in der Geraer Wasserwehr bekundet, bei 34 von ihnen liegt die Beitrittserkl\u00e4rung vor.<\/p>\n\n\n\n<p>Sobald die Freiwilligen durch den Oberb\u00fcrgermeister offiziell berufen sind, k\u00f6nnen sie im Fall der F\u00e4lle konkrete Hilfestellung leisten. Eine offizielle Gr\u00fcndungsveranstaltung der Geraer Wasserwehr konnte aufgrund der Corona-Beschr\u00e4nkungen noch nicht stattfinden. Diese soll voraussichtlich im April 2021 nachgeholt werden. \u201eUnser Ziel ist es, im ersten Halbjahr 2021 alle notwendigen Voraussetzungen f\u00fcr die Einsatzbereitschaft der Geraer Wasserwehr zu schaffen. Dazu geh\u00f6ren neben der Durchf\u00fchrung der ersten Mitgliederversammlung auch die erste Schulung der Freiwilligen sowie die Wahl der Abschnittsleiter und deren Stellvertreter\u201c, so Konrad Nickschick zu den weiteren Pl\u00e4nen. Demnach werde aktuell auch der F\u00f6rderantrag zur Erstausstattung der Wasserwehr bearbeitet. Die Ausr\u00fcstungsgegenst\u00e4nde sollen im Zuge der Bewilligung schnellstm\u00f6glich angeschafft werden.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Was ist bei einem Hochwasser zu tun?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Zuerst gilt es, sich und andere zu sch\u00fctzen. Trotz der umfangreichen Investitionen des Freistaats Th\u00fcringen in den Hochwasserschutz besteht f\u00fcr Grundst\u00fccke in hochwassergef\u00e4hrdeten Bereichen das Risiko von \u00dcberschwemmungen. Ein vollkommener Schutz ist unm\u00f6glich. Die Eigenvorsorge der Betroffenen ist daher eine unerl\u00e4ssliche Erg\u00e4nzung des \u00f6ffentlichen Hochwasserschutzes. Das bedeutet konkret, Schutzvorkehrungen an Grundst\u00fccken, in Haus oder Wohnung zu treffen sowie das Restrisiko abzusichern. Auf staatliche Hilfen haben Gesch\u00e4digte grunds\u00e4tzlich keinen Rechtsanspruch. B\u00fcrger, die in \u00dcberschwemmungsgebieten wohnen, sollten sich der Gefahr, die von Hochwasser ausgeht, stets bewusst sein. Im Notfall bleibt Betroffenen wenig Zeit, um schnell und effektiv reagieren zu k\u00f6nnen. Umso wichtiger ist es, bereits im Vorfeld zu wissen, welche konkreten Risiken bestehen, welche Vorbereitungen getroffen werden m\u00fcssen und welches Verhalten im Notfall richtig ist.<\/p>\n\n\n\n<p>III. WICHTIGE INFORMATIONSQUELLEN UND KONTAKTSTELLEN<\/p>\n\n\n\n<p>Das Informationsblatt der Stadt Gera mit allem Wissenswerten rund um das Thema Hochwasser wird derzeit \u00fcberarbeitet und steht allen B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrgern in K\u00fcrze unter \u201ewww.gera.de\u201c zur Verf\u00fcgung.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Ratgeber zum Hochwasserschutz<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die Hochwasserschutzfibel \u2013 Objektschutz und bauliche Vorsorge des<br>Bundesministeriums des Innern, f\u00fcr Bau und Heimat gibt detaillierte Auskunft \u00fcber alle Themen rund um die private Hochwasservorsorge. Sie ist \u00fcber die Webseite des Ministeriums unter \u201ewww.fib-bund.de\/Inhalt\/Themen\/Hochwasser\u201c abrufbar. Informationen zum Stand der Hochwasserschutzma\u00dfnahmen im Stadtgebiet sind unter \u201ewww.blickpunkt-elster.de\u201c erh\u00e4ltlich.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Gefahren- und Risikokarten<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die Karten des Th\u00fcringer Landesamtes f\u00fcr Umwelt, Bergbau und Naturschutz zu Hochwassergefahren und Hochwasserrisiken sind \u00f6ffentlich unter \u201ewww.tlug.jena.de\/kartendienste\u201c unter dem Reiter \u201eHochwasserrisikomanagement\u201c zug\u00e4nglich. Sie verdeutlichen, welche Gebiete Th\u00fcringens durch gro\u00dffl\u00e4chige \u00dcberschwemmungen gef\u00e4hrdet sind. Informieren Sie sich, ob Sie pers\u00f6nlich betroffen sind.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Aktuelle Pegelst\u00e4nde abrufen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>\u00dcber aktuelle Pegelst\u00e4nde und Gefahren informiert die Hochwassernachrichtenzentrale des Th\u00fcringer Landesamtes f\u00fcr Umwelt, Bergbau und Naturschutz unter \u201ehttp:\/\/hnz.thueringen.de\/hw2.0\/\u201c. Die aktuellen Wasserst\u00e4nden k\u00f6nnen auch im Videotext des MDR-Fernsehens auf den Tafeln 535 und 536 abgerufenb werden. Zudem gibt es die Amtliche Wasserstands- und Hochwasserinformations-Applikation \u201eMein Pegel\u201c f\u00fcr mobile Kommunikationsger\u00e4te. Vor Unwetter jeder Art warnen der Deutsche Wetterdienst unter \u201ewww.dwd.de\u201c und die Unwetterzentrale Deutschland unter \u201ewww.unwetterzentrale.de\u201c. Fragen zur aktuellen Lage der \u00dcberschwemmungsgebiete im Stadtgebiet von Gera, zu objektbezogenen Hochwasserschutzma\u00dfnahmen oder zu Wasserst\u00e4nden im Hochwasserfall beantworten Ihnen gerne die Mitarbeiter der Unteren Wasserbeh\u00f6rde des Umweltamtes in der Amthorstra\u00dfe 11 in Gera unter den Rufnummern 0365 8384200, 0365 8384230 oder 0365 8384231, sowie \u00fcber \u201eumwelt@gera.de\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Sch\u00e4den an Gew\u00e4ssern melden<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Hinweise auf Sch\u00e4den an Gew\u00e4ssern, wasserwirtschaftlichen Anlagen und<br>Bauwerken sowie auf M\u00fcllan- und ablagerungen an den Ufern der Gew\u00e4sser nimmt der Gew\u00e4sserunterhaltungsverband Wei\u00dfe Elster-Saarbach, Rufnummer 0365 77349725, und die Untere Wasserbeh\u00f6rde unter 0365 8384200, 0365 8384230 oder 0365 8384231 entgegen.<\/p>\n\n\n\n<p>QUELLE: STADTVERWALTUNG<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"mh-excerpt\"><p>Die Wei\u00dfe Elster und ihre Nebengew\u00e4sser haben in den letzten hundert Jahren im Stadtgebiet Gera immer wieder f\u00fcr \u00dcberschwemmungen gesorgt. 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