{"id":14714,"date":"2021-04-05T14:15:43","date_gmt":"2021-04-05T12:15:43","guid":{"rendered":"http:\/\/www.studiogera.de\/001\/?p=14714"},"modified":"2021-04-05T16:39:47","modified_gmt":"2021-04-05T14:39:47","slug":"welche-folgen-hat-die-derzeitige-klimapolitik","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.studiogera.de\/001\/2021\/04\/05\/welche-folgen-hat-die-derzeitige-klimapolitik\/","title":{"rendered":"WELCHE FOLGEN HAT DIE DERZEITIGE KLIMAPOLITIK?"},"content":{"rendered":"\n<p>Nach Ansicht namhafter Klimatologen und Experten hatten die strengen Beschr\u00e4nkungen im Fr\u00fchjahr 2020 kaum positive Auswirkung auf das Klima. Der Meteorologe und Klimaforscher Professor Doktor Mojib Latif sagte beispielsweise in der Sendung \u201eMarkus Lanz\u201c vom 13. August 2020 (siehe \u201e<a href=\"https:\/\/www.zdf.de\/gesellschaft\/markus-lanz\/markus-lanz-vom-13-august-2020-100-html\">https:\/\/www.zdf.de\/gesellschaft\/markus-lanz\/markus-lanz-vom-13-august-2020-100-html<\/a>\u201c Minute 13):<\/p>\n\n\n\n<p>Der CO&#8322;-Gehalt sei auch w\u00e4hrend des Lockdowns angestiegen; dieser habe praktisch keinen Effekt gehabt. Es sei etwa sieben bis acht Prozent weniger CO&#8322; als im Vorjahr ausgesto\u00dfen worden. Das Gas habe eine hohe Verweilzeit in der Luft. Seit 1990 sei der Aussto\u00df global um 60 % gestiegen. Im gleichen Zeitraum habe ihn Deutschland um 40 % verringert.<\/p>\n\n\n\n<p>Philipp Blom, Historiker, Philosoph und Buchautor, ist der Meinung, dass sich Denkweise, Lebensstil und Wirtschaftssystem nun \u00e4ndern m\u00fcssen. Dar\u00fcber sprach er auch am 11. Januar 2021 im Programm SRF-Kultur (siehe \u201e<a href=\"https:\/\/youtu.be\/VhRbFA53He8\">https:\/\/youtu.be\/VhRbFA53He8<\/a>\u201c):<\/p>\n\n\n\n<p>In einem begrenzten System k\u00f6nne es kein endloses Wachstum geben. Wenn das Wachstum immer mehr die nat\u00fcrlichen Systeme, auf die es baue, zerr\u00fctte und unterminiere, dann zerr\u00fctte dieses Wachstum sich selbst. Es gebe zwar immer weniger Kindersterblichkeit, immer weniger Gewalt, und es w\u00fcrden immer mehr M\u00e4dchen eine Schule besuchen. Aber wenn das alles nur bei gleichzeitiger Zerst\u00f6rung unserer Lebensgrundlage m\u00f6glich sei, k\u00f6nne man nicht von echten Errungenschaften sprechen. Das Dilemma stelle sich so dar, dass die bisherigen ethischen Gesellschaftsmodelle abh\u00e4ngig von einer robusten Wirtschaft seien. Doch diese robuste Wirtschaft zerst\u00f6re uns auch. Der Ausweg werde nicht nur \u00fcber eine idyllische Kreislaufwirtschaft f\u00fchren, in der alle Leute guten Willens sind. Man m\u00fcsse die neuen Ideen, zum Beispiel jene von einer Wirtschaft, die nicht mehr wachsen m\u00fcsse und auch nicht mehr wachsen d\u00fcrfe, so realisieren, dass man nicht von einer \u00f6kologisch verschwenderischen Demokratie in einer \u00f6kologisch korrekten Dikatur lande. Ein Bewusstseinswandel sei Voraussetzung f\u00fcr die Gr\u00fcne Revolution. Aber man k\u00f6nne auch nicht warten, bis alle Menschen spirituell erleuchtet sind, um in einer besseren Welt zu leben. Deshalb m\u00fcsse die Notbremse gezogen werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Derweil werden die bisherigen Bem\u00fchungen um den Klimaschutz als viel zu gering eingesch\u00e4tzt. Der Deutschlandfunk berichtete am 26. Februar 2021 folgendes:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>Das Klimasekretariat der Vereinten Nationen ruft die L\u00e4nder der Welt auf, den Klimaschutz deutlich schneller voranzubringen. Nach Berechnungen der UNO reichen die gegenw\u00e4rtigen nationalen Aktionspl\u00e4ne bei Weitem nicht aus, um den weltweiten Temperaturanstieg wie vereinbart auf deutlich unter zwei oder idealerweise auf 1,5 Grad zu begrenzen. UNO-Generalsekret\u00e4r Guterres spricht von \u201eAlarmstufe Rot\u201c.<br>Das Klimasekretariat der Vereinten Nationen in Bonn legte heute eine Zwischenbilanz zu den Klimazielen f\u00fcr das Jahr 2030 vor. Demnach k\u00f6nnen die am Pariser Klimaabkommen beteiligten Staaten mit ihren bisherigen Pl\u00e4nen die Emissionen bis 2030 im Vergleich zu 2010 lediglich um ein Prozent senken. Um die Erw\u00e4rmung der Erde im angestrebten Rahmen zu halten, m\u00fcssten die Emissionen in diesem Zeitraum aber um ein Vielfaches st\u00e4rker zur\u00fcckgefahren werden: Der Weltklimarat geht davon aus, dass der Treibhausgasaussto\u00df um 45 Prozent sinken muss, um das 1,5-Grad-Ziel zu erreichen. F\u00fcr das Zwei-Grad-Ziel w\u00e4ren immerhin noch 25 Prozent weniger Emissionen n\u00f6tig.<br>Der Zwischenbericht dient der Vorbereitung der n\u00e4chsten UNO-Klimakonferenz, die im November in Glasgow stattfinden soll. Ende 2020 war eine Frist f\u00fcr die Aktualisierung der nationalen Aktionspl\u00e4ne abgelaufen. Trotzdem haben viele L\u00e4nder noch nichts vorgelegt. \u201eIm Moment ist es so, als w\u00fcrden wir blind in ein Minenfeld laufen\u201c, warnte die Generalsekret\u00e4rin des Klimasekretariats, Espinosa.<br>Das \u201eClimate Action Network\u201c, dem Umweltschutzorganisationen in vielen L\u00e4ndern angeh\u00f6ren, erkl\u00e4rte in einer ersten Reaktion, der Zwischenbericht zeige in deutlichen Zahlen, wie Regierungen dabei versagten, die Klimakrise zu stoppen. Staaten mit gro\u00dfem Treibhausgasaussto\u00df wie Japan, Australien und Brasilien belasteten die weltweiten Anstrengungen, obwohl sie sie eigentlich anf\u00fchren m\u00fcssten. Die USA und China h\u00e4tten bisher noch keine nationalen Aktionspl\u00e4ne vorgelegt und sollten dies sobald wie m\u00f6glich nachholen, forderten die Umweltsch\u00fctzer. Ank\u00fcndigungen, bis zum Jahr 2050 klimaneutral werden zu wollen, reichten nicht aus, um das \u00dcberleben der Menschen zu sichern, die der Klimawandel am st\u00e4rksten gef\u00e4hrde.<br>Greenpeace forderte China auf, sichtbare Reduktionen in deutlich k\u00fcrzerer Frist anzustreben. Ziel sollte es dort sein, bis zum Jahr 2025 die Trendwende hin zu sinkenden Emissionen zu schaffen.<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<p>Der Gro\u00dfinvestor Bill Gates sagte am 17. Februar 2021 in der ARD-Sendung \u201eMaischberger \u2014 Die Woche\u201c, der Klimawandel k\u00f6nnte bedrohlicher als Corona sein. 51 Milliarden Tonnen Kohlenstoffdioxid gelangten durch den Menschen j\u00e4hrlich in die Atmosph\u00e4re. Das habe sich durch die Pandemie zwar etwas verringert, aber nicht besonders stark. Man habe eine Reduktion um weniger als zehn Prozent erlebt. Dieses Kohlenstoffdioxid stamme aus unterschiedlichen Quellen \u2014 nicht nur von Automobilen und der Stromerzeugung. Um zu vermeiden, dass die Temperatur weiter ansteige, m\u00fcsse das Ziel null Emissionen sein. Auch das Ziel Deutschlands, die Emissionen von Kohlenstoffdioxid bis zum Jahre 2050 auf 85 % zu reduzieren, reiche nicht aus.<\/p>\n\n\n\n<p>Doch bei diesem Thema stellt sich die Frage, wieviel Demokratie und Freiheit man opfern darf, um das Klima zu sch\u00fctzen. Nach Ansicht von Robert Habeck, dem Parteivorsitzenden von B\u00fcndnis &#8217;90\/Die Gr\u00fcnen, sch\u00fctzt man, indem man das Klima sch\u00fctzt, die offene und freie Gesellschaft vor Krieg, Verlust von Ern\u00e4hrungsgrundlagen und Wasser. Wenn man diese freie Gesellschaft aber sch\u00fctzen wolle, habe es keinen Sinn, sie zu zerst\u00f6ren, um das Klima zu sch\u00fctzen. \u00c4hnlich hatte er sich bereits in dem oftmals falsch zitierten Gespr\u00e4ch mit dem Philosophen Richard David Precht ge\u00e4u\u00dfert.<\/p>\n\n\n\n<p>Kritiker f\u00fcrchten, dass die Umsetzung der Klimapolitik die Gesellschaft erheblich spalten wird. Etwa ein Zehntel der Menschen w\u00fcrde in dem neuen System keinen Platz finden und m\u00f6glicherweise gegen dieses verbal und physisch rebellieren. Es w\u00e4ren repressive Ma\u00dfnahmen in gr\u00f6\u00dferem Umfang erforderlich, um den gesellschaftlichen Frieden zu halten. Jede kritische Meinung k\u00f6nnte dann als brandgef\u00e4hrlich angesehen werden. Mit der derzeitigen Anzahl an Menschen werde der Energiebedarf dennoch steigen und man m\u00fcsste letztendlich die Atomkraft st\u00e4rker heranziehen. Die Folge bei Einbezug der Digitalisierung sei eine Mehrbelastung des Bodens durch den Abbau seltener Rohstoffe und Einlagerung gef\u00e4hrlicher Abf\u00e4lle. Bei einer Erdbev\u00f6lkerung von sieben bis acht Milliarden Menschen sei dieses Vorhaben entweder nur unter strengsten Einschr\u00e4nkungen realisierbar, sodass nur Grundbed\u00fcrfnisse gedeckt und dar\u00fcber hinaus keine wesentlichen Aktivit\u00e4ten stattfinden d\u00fcrften, oder man kalkuliere in Wahrheit mit deutlich weniger Menschen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"mh-excerpt\"><p>Nach Ansicht namhafter Klimatologen und Experten hatten die strengen Beschr\u00e4nkungen im Fr\u00fchjahr 2020 kaum positive Auswirkung auf das Klima. 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