{"id":1513,"date":"2017-07-30T22:54:53","date_gmt":"2017-07-30T20:54:53","guid":{"rendered":"http:\/\/www.studiogera.de\/001\/?p=1513"},"modified":"2017-07-30T22:54:53","modified_gmt":"2017-07-30T20:54:53","slug":"philharmonisches-konzert-im-september","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.studiogera.de\/001\/2017\/07\/30\/philharmonisches-konzert-im-september\/","title":{"rendered":"PHILHARMONISCHES KONZERT IM SEPTEMBER"},"content":{"rendered":"<p>Im ersten Philharmonischen Konzert der neuen Spielzeit 2017\/2018, am 6. und 7. September um 19.30 Uhr im Konzertsaal der B\u00fchnen der Stadt Gera, schl\u00e4gt das Philharmonische Orchester Altenburg-Gera unter der musikalischen Leitung von Generalmusikdirektor Laurent Wagner russische Kl\u00e4nge an. Die Oktoberrevolution 1917 brachte auch f\u00fcr die Kultur weitreichende Ver\u00e4nderungen mit sich. In der Sowjetunion t\u00e4tige K\u00fcnstler wurden in den folgenden Jahrzehnten zensiert, verfolgt, mussten fliehen, leisteten Widerstand oder passten sich den staatlichen Vorgaben an. Auch 100 Jahre sp\u00e4ter sind die Auswirkungen dieser Ereignisse unverkennbar, in der R\u00fcckschau auf Leben und Werk einer gro\u00dfen Komponistengeneration \u2013 und in der Rezeption im Westen.<\/p>\n<p>Das erste Philharmonische Konzert stellt dabei beide Seiten gegen\u00fcber: die der Opfer und die der (scheinbaren) T\u00e4ter. Chrennikov, Generalsekret\u00e4r des Komponistenverbandes der Sowjetunion, setzte die Vorgaben des Machtapparats um. Zugleich engagierte er sich mutig gegen Antisemitismus und sch\u00fctzte verfolgte Komponisten. Mit der deutschen Erstauff\u00fchrung seines zweiten Klavierkonzerts wird der hierzulande eher unbekannte Komponist vorgestellt. Dennoch galt er als klarer Gegner der angeblich formalistischen Musik von Komponisten wie Chatschaturjan und Schostakowitsch, die jedoch wohl v. a. deswegen verfemt waren, weil sie zur musikalischen Elite des Landes geh\u00f6rten.<\/p>\n<p>Mit seinen gro\u00dfen lyrischen B\u00f6gen und der inniglichen Melodie verzaubert das Adagio aus dem ber\u00fchmten Ballett Spartacus von Chatschaturjan seit jeher seine Zuh\u00f6rer. Schostakowitschs 13. Sinfonie Babi Jar entstand in der Tauwetterperiode nach Stalins Tod. In der Schlucht Babi Jar erschoss 1941 ein SS-Kommando 34000 Juden. Das Mitf\u00fchlen mit den Opfern wird verkn\u00fcpft mit der Anklage gegen russische Antisemiten. Die Urauff\u00fchrung 1962 wurde zum t\u00f6nenden Appell f\u00fcr ein friedliches Miteinander.<\/p>\n<p>Jascha Nemtsov, Solist des Klavierkonzerts, ist Professor f\u00fcr Geschichte der j\u00fcdischen Musik an der Hochschule f\u00fcr Musik FRANZ LISZT Weimar und k\u00fcnstlerischer Leiter der ACHAVA Festspiele Th\u00fcringen. Der M\u00e4nnerchor des Gottesmutter-Klosters Kasan unter Leitung von Denis Rogov ist kultureller Botschafter der autonomen russischen Republik Tatarstan. Der Bassist Ulrich Burdack ist Mitglied des Solistenensembles von Theater &amp; Philharmonie Th\u00fcringen. Der Sender Deutschlandfunk Kultur zeichnet das Konzert auf.<\/p>\n<p>&#8211; Aram Chatschaturjan (1903-1978): Adagio aus dem Ballett Spartacus<br \/>\n&#8211; Tichon N. Chrennikov (1913-2007): Klavierkonzert Nr. 2 C-Dur op. 21<br \/>\n&#8211; Dmitri Schostakowitsch (1906-1975): Sinfonie Nr. 13 b-Moll op. 113 Babi Jar f\u00fcr Bass, M\u00e4nnerchor und Orchester<\/p>\n<p>(Bild und Text: Theater und Philharmonie Th\u00fcringen GmbH)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"mh-excerpt\"><p>Im ersten Philharmonischen Konzert der neuen Spielzeit 2017\/2018, am 6. und 7. 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