{"id":1581,"date":"2017-08-07T15:10:56","date_gmt":"2017-08-07T13:10:56","guid":{"rendered":"http:\/\/www.studiogera.de\/001\/?p=1581"},"modified":"2017-08-07T15:10:56","modified_gmt":"2017-08-07T13:10:56","slug":"zahlen-und-prognosen-zur-zuwanderung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.studiogera.de\/001\/2017\/08\/07\/zahlen-und-prognosen-zur-zuwanderung\/","title":{"rendered":"ZAHLEN UND PROGNOSEN ZUR ZUWANDERUNG"},"content":{"rendered":"<p>Die Zuwanderung nach Deutschland h\u00e4lt an, hat sich aber laut dem BAMF gegen\u00fcber dem Vorjahr verringert. In der ersten H\u00e4lfte dieses Jahres nahm das Bundesamt 111 616 Asylantr\u00e4ge entgegen (101 029 Erst- und 10 587 Folgeantr\u00e4ge). Das sind 71,9 % weniger als in der ersten H\u00e4lfte des vergangenen Jahres.<\/p>\n<p>Viele Menschen, die als Fl\u00fcchtlinge anerkannt sind, holen nun ihre Familienngeh\u00f6rigen nach. Das geht aus den Zahlen des Ausw\u00e4rtigen Amtes zu den hierf\u00fcr ausgestellten Visa hervor. Mit mindestens 200 000 nachreisenden Angeh\u00f6rigen allein aus Syrien und Irak rechnet man. Die mit Visum eingereisten Angeh\u00f6rigen m\u00fcssen keinen Asylantrag stellen und werden daher nicht als Asylsuchende in die Statistik eingehen. Personen, die nach dem 17. M\u00e4rz 2016 eine Aufenthaltserlaubnis erhielten und subsid\u00e4ren Schutz genie\u00dfen, d\u00fcrfen zwei Jahre lang keine Familienangeh\u00f6rigen nachholen.<\/p>\n<p>Die meisten als Fl\u00fcchtlinge anerkannten Personen stammen aus Syrien, Afghanistan und Irak. Sie sind mehrheitlich unter 35 Jahre alt und m\u00e4nnlich. Die h\u00f6chste Zuwanderung nach Deutschland gab es im Betrachtungszeitraum Januar 2015 bis Dezember 2016. Aus mehreren Gr\u00fcnden bez\u00fcglich der Registrierung ist eine differenzierte Darstellung schwierig.<\/p>\n<p>Im ersten Quartal dieses Jahres wurden rund 119 000 Asylantr\u00e4ge abgelehnt. 47,3 % der Betroffenen klagten bei den Verwaltungsgerichten dagegen. 34 % der Klagen waren erfolgreich.<\/p>\n<p>Laut dem Bundesamt f\u00fcr Statistik lebten Ende des Jahres 2016 in Deutschland rund zehn Millionen Personen mit ausschlie\u00dflich einer ausl\u00e4ndischen Staatszugeh\u00f6rigkeit. Das ist die h\u00f6chste Zahl seit Beginn der Erfassung. Die Zuwanderung aus EU-Mitgliedstaaten ist dagegen geringer.<\/p>\n<p>In Th\u00fcringen lebten Ende 2016 gem\u00e4\u00df dem Landesamt f\u00fcr Statistik 91 300 Personen mit ausschlie\u00dflich einer ausl\u00e4ndischen Staatszugeh\u00f6rigkeit. Das sind 19,8 % mehr als Ende 2015. Mit 14,7 % bilden die Syrer die gr\u00f6\u00dfte Gruppe; es folgen die Polen mit 9,6 % und die Afghanen mit 7,6 %. Die meisten Ausl\u00e4nder leben in Erfurt, Jena und im Kreis Gotha, die wenigsten in den Landkreisen S\u00f6mmerda, Saale-Holzland und Hildburghausen. In Th\u00fcringen wurden 4867 Erstantr\u00e4ge auf Asyl im Jahre 2014 gestellt, 13 455 im Jahre 2015 und 15 422 im Jahre 2016. Von Januar bis Juni 2017 waren es 2616 Erstantr\u00e4ge. Zum Vergleich: In Nordrhein-Westfalen waren es von Januar bis Juni 2017 etwa zehnmal mehr Erstantr\u00e4ge.<\/p>\n<p>Weiterhin meldete das Bundesamt f\u00fcr Statistik, in Deutschland leben mit 18,6 Millionen Personen so viele Menschen mit ausl\u00e4ndischen Wurzeln wie nie zuvor. Die meisten k\u00e4men aus europ\u00e4ischen L\u00e4ndern. Gegen\u00fcber dem Jahr 2015 wurde ein Anstieg um 8,5 % errechnet. Das sei der h\u00f6chste Zuwachs seit Beginn der Erhebung im Jahre 2005. Zur\u00fcckgef\u00fchrt wird er auf die hohe Zuwanderung in den Jahren 2015 und 2016.<\/p>\n<p>Prognosen f\u00fcr die kommenden Monate sind nicht zuverl\u00e4ssig. Betrachtet man das Umfeld, ist derzeit die Wanderung von Afrika \u00fcber das Mittelmeer nach Europa erh\u00f6ht. Ausgangsort sind Staaten wie Eritrea, Somalia, Gambia, Sudan, Nigeria, Mali. Die Route, f\u00fcr die zahlreiche Schleuser ihre Dienste anbieten, f\u00fchrt zun\u00e4chst nach Libyen. Dort fahren die Menschen mit hochseeuntauglichen Booten auf das Mittelmeer und versuchen, die Zw\u00f6lf-Seemeilen-Zone, und damit das libysche Staatsgebiet, zu verlassen. Auf dem gesamten Land- und Seeweg verlieren viele ihr Leben. Im internationalen Gew\u00e4sser nehmen gr\u00f6\u00dfere Schiffe die Menschen aus den \u00fcberf\u00fcllten Booten und die Schiffbr\u00fcchigen auf und bringen sie nach Italien. In den dortigen Sammellagern z\u00e4hlt man gegenw\u00e4rtig rund 200 000 Personen. Dort verbleiben sie, bis \u00fcber ihren Status entschieden ist. Wieviele potentielle Migranten noch in Libyen warten, ist nicht bekannt. Einer Sch\u00e4tzung zufolge k\u00f6nnten es 900 000 Personen sein. Zeitungen, beispielsweise die &#8222;Welt am Sonntag&#8220; (6. August 2017) berichten, dass Sicherheitsbeh\u00f6rden mit einer h\u00f6heren Zuwanderung in den kommenden Monaten rechnen. Hintergrund der Einsch\u00e4tzung des Gemeinsamen Analyse- und Strategiezentrums illegale Migration (GASIM) sei die Anzahl der \u00dcberfahrten \u00fcber das Mittelmeer und das Erreichen der Kapzit\u00e4tsgrenze in Italien.<\/p>\n<p>Die Ursachen f\u00fcr die Migration sind in einer langen Kausalkette zu suchen. Wichtige Punkte sind das enorme Bev\u00f6lkerungswachstum \u2013 bis zum Jahre 2050 wird sich die Zahl der Afrikaner voraussichtlich auf 2,5 Milliarden verdoppeln \u2013 und dadurch entstehende Probleme. Es gibt kaum konstruktive Strukturen in den Auswanderungsl\u00e4ndern, stattdessen h\u00e4ufig mafia\u00e4hnliche, Fanatismus und ein hohes Ma\u00df an Gewalt. Der allgemeine Bildungsstand ist vergleichsweise niedrig. Zugleich werden Waffen geliefert. Bedeutend sind auch die Absch\u00f6pfung bzw. der Transit von Ressourcen durch Konzerne der Industriestaaten.<\/p>\n<p>Was die Verteilung innerhalb der EU und die Aufnahme in Deutschland anbetrifft, sind weitere Schritte erst nach der Bundestagswahl zu erwarten. Derzeit ist gegen\u00fcber der \u00d6ffentlichkeit Zur\u00fcckhaltung zu beobachten. Die Bundesregierung erkl\u00e4rte sich bislang bereit, anstatt 500 k\u00fcnftig 750 Personen pro Monat aufnehmen zu wollen. Mehrere EU-L\u00e4nder lehnen eine durch Quoten festgelegte Zuweisung ab. In der Tschechischen Republik ist beispielsweise die Mehrheit der B\u00fcrger gegen eine Aufnahme von Muslimen bzw. Zuwanderern aus dem arabischen Raum. Andere sch\u00e4tzen ein, dass eine Verteilung nicht erfolgreich sein wird, da sich Zuwanderer anschlie\u00dfend wieder auf den Weg in ihre favorisierten Staaten begeben w\u00fcrden.<\/p>\n<p>Weitere Zahlen und Grafiken zum Thema Asyl finden Sie auf der <a href=\"http:\/\/www.bamf.de\/DE\/Infothek\/Statistiken\/Asylzahlen\/asylzahlen-node.html\">Seite des Bundesamtes f\u00fcr Migration und Fl\u00fcchtlinge<\/a>.<\/p>\n<p>(Grafik: Bundesamt f\u00fcr Migration und Fl\u00fcchtlinge)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"mh-excerpt\"><p>Die Zuwanderung nach Deutschland h\u00e4lt an, hat sich aber laut dem BAMF gegen\u00fcber dem Vorjahr verringert. 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