{"id":15950,"date":"2021-07-26T12:43:28","date_gmt":"2021-07-26T10:43:28","guid":{"rendered":"http:\/\/www.studiogera.de\/001\/?p=15950"},"modified":"2021-07-26T12:43:30","modified_gmt":"2021-07-26T10:43:30","slug":"wie-in-gera-die-hochwassergefahr-verringert-wird","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.studiogera.de\/001\/2021\/07\/26\/wie-in-gera-die-hochwassergefahr-verringert-wird\/","title":{"rendered":"WIE IN GERA DIE HOCHWASSERGEFAHR VERRINGERT WIRD"},"content":{"rendered":"\n<p>Angesichts der j\u00fcngsten Ereignisse in Westdeutschland, stellen sich die Fragen, ob in Gera weitere \u00dcberschwemmungen infolge von Starkregen drohen und ob hier ein \u00e4hnliches Szenario wie in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz denkbar w\u00e4re.<\/p>\n\n\n\n<p>Zuletzt waren der Wipsebach und der Gessenbach infolge von Starkregen innerhalb kurzer Zeit \u00fcber die Ufer getreten. Die \u00dcberschwemmungen trafen Bereiche der Salzstra\u00dfe, des Ortsteils Liebschwitz, Am Iltis und Rudolf-Behr-Weg. Weitere starke \u00dcberflutungen wurden in den Ortsteilen Collis, Thr\u00e4nitz, Naulitz, Langengrobsdorf, Cretzschwitz und S\u00f6llmnitz festgestellt. Neben der Feuerwehr und dem Technischen Hilfswerk war auch die neu gegr\u00fcndete Wasserwehr im Einsatz. Die Aufr\u00e4umarbeiten sind mittlerweile weitestgehend abgeschlossen.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eDie Hochwassergefahr im Stadtgebiet wird derzeit als gering eingesch\u00e4tzt. Doch haben wir erst vor wenigen Tagen gesehen, wie schnell sich die Lage \u00e4ndern kann\u201c, so Konrad Nickschick, Leiter des st\u00e4dtischen Umweltamtes, und f\u00fchrt weiter aus: \u201eVergleichbare Hochwasserkatastrophen wie aktuell in Teilen Westdeutschlands k\u00f6nnen bei entsprechender Topographie und Wetterlagen prinzipiell \u00fcberall entstehen. Hinzu kommt, dass infolge des Klimawandels Starkregenereignisse h\u00e4ufiger werden. Wenn langanhaltendende Gewitterzellen sich nicht schnell genug bewegen, das hei\u00dft, l\u00e4nger \u00fcber einem Einzugsgebiet verweilen, laden Sie tendenziell mehr Wasser ab.\u201c Demnach k\u00f6nne dies bei entsprechend engen Flusst\u00e4lern, einer zu dichten Bebauung und weiteren ung\u00fcnstigen Faktoren zu Hochwasserereignissen mit gro\u00dfen Sch\u00e4den f\u00fchren. Langfristig k\u00f6nne nur das Zur\u00fcckgeben von Retentionsr\u00e4umen, eine verbesserte Hochwasservorsorge und ein entsprechend ausgestatteter Katastrophenschutz die Folgen von Extremwetterereignissen beherrschbarer machen.<\/p>\n\n\n\n<p>Seit dem Hochwasser im Juni 2013, das allein in Gera einen Schaden von rund 58 Millionen Euro angerichtet hatte, wurde viel unternommen, um die Stadt und ihre Bev\u00f6lkerung besser vor \u00dcberschwemmungen und den Folgen zu sch\u00fctzen. So entstand im mittleren Bereich der Wei\u00dfen Elster zwischen der Bahnbr\u00fccke in Gera und W\u00fcnschendorf eine Reihe von Hochwasserschutzanlagen:<\/p>\n\n\n\n<p>\u2022 an der \u00f6stlichen Seite zwischen Ochsenbr\u00fccke und Zw\u00f6tzener Br\u00fccke (2015)<br>\u2022 im Bereich Faulenzerweg (2016)<br>\u2022 im Bereich Tschaikowskistra\u00dfe (2018)<br>\u2022 an der \u00f6stlichen Seite zwischen Cubabr\u00fccke und Untermh\u00e4user Br\u00fccke (2019)<br>\u2022 Hochwasserschutzmauer an der westlichen Uferseite zwischen Cubabr\u00fccke und Untermh\u00e4user Br\u00fccke soll 2021 fertiggestellt werden<br>\u2022 bereits 2006 wurde Hochwasserschutzanlage im Bereich Hofwiesenpark\/Sommerbadstra\u00dfe errichtet<\/p>\n\n\n\n<p>Zus\u00e4tzlich dazu wurden in Vorbereitung auf die Bundesgartenschau 2007 im Hofwiesenpark hunderte Meter D\u00e4mme und Verwallungen angelegt.<\/p>\n\n\n\n<p>Nach dem vom Th\u00fcringer Landesamt f\u00fcr Umwelt, Bergbau und Naturschutz (TLUBN) in den Jahren 2012\/2013 entwickelten und 2015 \u00fcberarbeiteten Hochwasserschutzkonzept f\u00fcr die Wei\u00dfe Elster sind auch im Stadtteil Debschwitz der Bau einer Schutzwand entlang der westlichen B\u00f6schungsoberkante der Wei\u00dfen Elster und die Stabilisierung des Deiches im Bereich Spielwiese geplant. Zudem sollen in den n\u00e4chsten Jahren in Zw\u00f6tzen, Milbitz und Thieschitz zus\u00e4tzliche Deiche und andere Hochwasserschutzanlagen angelegt werden. Bauherren der Anlagen im Hochwasserrisikogebiet der Wei\u00dfen Elster sind das TLUBN und die Th\u00fcringer Landgesellschaft (ThLG), die in Gesch\u00e4ftsbesorgung f\u00fcr das TLUBN t\u00e4tig ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Um das Risiko von \u00dcberschwemmungen bewohnter Gebiete zu verringern, spielt auch die gezielte Reaktivierung oder Schaffung von \u00dcberschwemmungsfl\u00e4chen, sogenannte Retentionsr\u00e4ume, eine gro\u00dfe Rolle. Die bekannteste dieser Fl\u00e4chen ist der Hofwiesenpark. Mit der weiteren Umsetzung des Hochwasserschutzkonzeptes sollen in den n\u00e4chsten Jahren erhebliche Fl\u00e4chen links und rechts der Elster in Zw\u00f6tzen, Untermhaus, Milbitz\/Thieschitz und n\u00f6rdlich der Bundesautobahn 4 hinzukommen.<\/p>\n\n\n\n<p>Schlie\u00dflich geh\u00f6rt auch die kommunale Fl\u00e4chenvorsorge zu den vorbeugenden Schutzma\u00dfnahmen. Sie dient der Freihaltung vorhandener und noch unbebauter Fl\u00e4chen in \u00dcberschwemmungsgebieten, die mit hoher Wahrscheinlichkeit \u00fcberschwemmt, durchflossen oder f\u00fcr die Hochwasserentlastung bzw. R\u00fcckhaltung beansprucht werden und f\u00fcr die daher besondere gesetzliche Regelungen gelten. In den letzten Jahren wurden in diesem Zusammenhang f\u00fcr folgende Nebengew\u00e4sser \u00dcberschwemmungsgebiete amtlich ausgewiesen:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Erlbach (2005 und 2009)<\/li><li>Brahme (2005 und 2009)<\/li><li>Bieblacher Bach (2007)<\/li><li>Scho\u00dfbach (2007), Wipse (2008)<\/li><li>Saarbach (2009)<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p>Sowohl die Mitarbeiter des Umweltamtes als auch die Feuerwehr haben die Pegel der Wei\u00dfen Elster und ihrer Nebengew\u00e4sser weiterhin fest im Blick. Der Wasserstand der Wei\u00dfen Elster am Pegel Langenberg war in den vergangenen Tagen auf \u00fcber 230 Zentimeter gestiegen, blieb damit aber unterhalb des Meldebeginns, der bei 260 Zentimetern liegt. Die offizielle Prognose geht nicht von einer wesentlichen \u00dcberschreitung des Standes f\u00fcr die n\u00e4chsten Tage aus. Auch an den Nebengew\u00e4ssern hat sich die Lage zwischenzeitlich wieder deutlich entspannt.<\/p>\n\n\n\n<p>Umfangreiche Informationen und Hintergrundwissen liefert der Themenbeitrag zum Thema Hochwasser und Hochwasserschutz unter folgender Adresse:<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/www.gera.de\/sixcms\/detail.php?id=242441&amp;_lang=de\">https:\/\/www.gera.de\/sixcms\/detail.php?id=242441&amp;_lang=de<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Fragen zur gegenw\u00e4rtigen Lage der \u00dcberschwemmungsgebiete im Stadtgebiet von Gera, zu objektbezogenen Hochwasserschutzma\u00dfnahmen oder zu Wasserst\u00e4nden im Hochwasserfall, beantworten die Mitarbeiter der Unteren Wasserbeh\u00f6rde des Umweltamtes in der Amthorstra\u00dfe 11.<\/p>\n\n\n\n<p>\u00dcber aktuelle Pegelst\u00e4nde und Gefahren informieren unter anderem die Hochwassernachrichtenzentrale des TLUBN unter http:\/\/hnz.thueringen.de\/hw2.0\/ sowie die amtliche Wasserstands- und Hochwasserinformations-Applikation \u201eMein Pegel\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p>Vor Unwetter jeder Art warnen der Deutsche Wetterdienst unter \u201ewww.dwd.de\u201c und die Unwetterzentrale Deutschland unter \u201ewww.unwetterzentrale.de\u201c.<br>Informationen zum Stand der Hochwasserschutzma\u00dfnahmen im Stadtgebiet Gera liefert die Th\u00fcringer Landgesellschaft mbH unter \u201ewww.blickpunkt-elster.de\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p>Nach dem Alarm- und Einsatzplan der Stadt Gera ist der Meldebeginn bei einem Wasserstand von 260 Zentimetern am Pegel Langenberg erreicht. Dann werden die Katastrophenschutzbeh\u00f6rden informiert, die bei Bedarf weitere Ma\u00dfnahmen festlegen.<\/p>\n\n\n\n<p>Ab Alarmstufe I und einem Wasserstand von 300 Zentimetern werden t\u00e4gliche periodische Kontrollen der Wasserl\u00e4ufe, Deiche, wasserwirtschaftlichen Anlagen, Br\u00fccken sowie der Durchl\u00e4sse, der gef\u00e4hrdeten Bauwerke und der Ausuferungsbereiche durchgef\u00fchrt. Wenn erforderlich, werden zudem Abflusshindernisse beseitigt. Weiterhin werden ab Alarmstufe I die von einem m\u00f6glichen Hochwasser betroffenen Einwohner und Gewerbetreibenden informiert und gewarnt. Ab einem Pegelstand von drei Metern wird zus\u00e4tzlich die Einsatzbereitschaft des Personals, die Technik f\u00fcr den Wachdienst und die Hochwasserabwehr \u00fcberpr\u00fcft sowie die Nachrichtenverbindung zwischen den Einsatzkr\u00e4ften gesichert. Zudem werden wichtige Vorbereitungen getroffen, um im Bedarfsfall zus\u00e4tzliche Einsatzkr\u00e4fte schnell heranziehen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die zweite Hochwasseralarmstufe ist bei einem Wasserstand von 340 Zentimetern erreicht. Dann kontrolliert ein st\u00e4ndiger Wachdienst die Deiche. Neben vorbeugenden Sicherungsma\u00dfnahmen an Gefahrenstellen werden die Einsatzabschnitte des Katastrophenstabes an den Schwerpunkten eingerichtet. Diese werden zudem mit den notwendigen Hochwasserbek\u00e4mpfungsmitteln wie etwa Sands\u00e4cken ausgestattet. In Abh\u00e4ngigkeit von der Wetterlage und Prognose der weiteren Entwicklung werden zus\u00e4tzliche Kr\u00e4fte und Mittel zur aktiven Hochwasserbek\u00e4mpfung angefordert, vorbereitet und bereitgestellt.<\/p>\n\n\n\n<p>Alarmstufe III ist bei einem Wasserstand von 380 Zentimetern erreicht. Ab diesem Zeitpunkt dienen alle Ma\u00dfnahmen und Handlungen der aktiven Hochwasserabwehr. Damit sind die konkrete Bek\u00e4mpfung bestehender Hochwasser- und Eisgefahren mit allen verf\u00fcgbaren Kr\u00e4ften und Mitteln sowie weiteren Ma\u00dfnahmen zur Verh\u00fctung einer Hochwasserkatastrophe verbunden.<\/p>\n\n\n\n<p>QUELLE: STADTVERWALTUNG<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"mh-excerpt\"><p>Angesichts der j\u00fcngsten Ereignisse in Westdeutschland, stellen sich die Fragen, ob in Gera weitere \u00dcberschwemmungen infolge von Starkregen drohen und ob hier ein \u00e4hnliches Szenario wie in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz denkbar w\u00e4re. 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