{"id":16320,"date":"2021-08-30T21:15:43","date_gmt":"2021-08-30T19:15:43","guid":{"rendered":"http:\/\/www.studiogera.de\/001\/?p=16320"},"modified":"2021-08-30T21:15:44","modified_gmt":"2021-08-30T19:15:44","slug":"der-tag-des-offenen-denkmals-am-12-september-2021","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.studiogera.de\/001\/2021\/08\/30\/der-tag-des-offenen-denkmals-am-12-september-2021\/","title":{"rendered":"DER TAG DES OFFENEN DENKMALS AM 12. SEPTEMBER 2021"},"content":{"rendered":"\n<p>Ein gro\u00dfer Teil der Geraer Kulturdenkmale ist normalerweise nicht oder nur teilweise \u00f6ffentlich zug\u00e4nglich. Anders ist das am deutschlandweiten Tag des offenen Denkmals, an dem sich die Stadt Gera auch in diesem Jahr wieder mit einem eigenen Programm beteiligt.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eEs ist zur Tradition bei uns geworden, dass einmal im Jahr die Erhaltung von Kulturdenkmalen im Vordergrund steht\u201c, freut sich Sabine Schellenberg, Leiterin des Amtes f\u00fcr Denkmalschutz, und f\u00e4hrt fort: \u201eWir wollen mit unserer Teilnahme die herausragenden Leistungen von Eigent\u00fcmern zur Rettung von Kulturdenkmalen in der Stadt w\u00fcrdigen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Dazu kann am 12. September zwischen 11 Uhr und 17 Uhr Architekturgeschichte in Gera im Rahmen von \u00fcber zehn Programmpunkten erlebt werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Er\u00f6ffnet wird der Tag des Offenen Denkmals in Gera 10.30 Uhr im Rutheneum durch Oberb\u00fcrgermeister Julian Vonarb. Hier steht das ehemalige Reu\u00dfische Regierungsgeb\u00e4ude von 1722, das ab dem Schuljahr 2021\/2022 einen Teil des Gymnasiums Rutheneum beherbergt. Kreuzgratgew\u00f6lbe im Erdgeschoss, schwere Metallt\u00fcren, in den Obergeschossen zweifl\u00fcgelige Holzt\u00fcren, Stuckb\u00e4nder an den Decken, Kamint\u00fcren auf den Fluren, ein zweil\u00e4ufiges Treppenhaus mit gefr\u00e4sten Gel\u00e4nderst\u00e4ben und eine lebhafte Farbigkeit pr\u00e4gen das barocke Bauwerk, eines der bedeutendsten Geb\u00e4ude der Zeitgeschichte Geras. \u201eDas ambitionierte Vorhaben der Umnutzung dieses baukulturellen Kleinods als Schulgeb\u00e4ude wurde \u00fcber viele Jahre vorbereitet. Das Ergebnis der Umbauma\u00dfnahmen hat unsere Vorstellung \u00fcbertroffen\u201c, w\u00fcrdigt Schellenberg die Leistungen der Handwerker, Restauratoren, Maler, Zimmerleute, Stuckateure und weiterer Spezialisten. F\u00fchrungen durch das ehemalige Reu\u00dfische Regierungsgeb\u00e4ude werden in kleinen Gruppen in kurzen Abst\u00e4nden angeboten.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein weiterer H\u00f6hepunkt des Tages erwartet die Besucher auf dem Osterstein. Urspr\u00fcnglich stand hier eine bronzezeitliche Wallanlage, sp\u00e4ter eine Burg mit dem noch erhaltenen Bergfried, errichtet von den V\u00f6gten von Weida. Durch Umbauten im 15. und 16. Jahrhundert wandelte sich der Osterstein allm\u00e4hlich von einer Burg hin zu einem repr\u00e4sentativen Schloss als Wohn- und Regierungssitz des F\u00fcrstenhauses Reu\u00df j\u00fcngerer Linie. Damit nimmt es auch in der Th\u00fcringer Landesgeschichte eine herausgehobene Position ein. Trotz seiner teilweisen Zerst\u00f6rung 1945 und dem Abriss der Ruinen bis 1962, geh\u00f6rt die Anlage zum kulturellen Erbe der Stadt und blieb eng mit den Geraern verbunden \u2014 als Ort kultureller und k\u00fcnstlerischer Bedeutung, als beliebter Treff- und Aussichtspunkt. Nun haben die ersten Vorbereitungen f\u00fcr die Revitalisierung im unteren Hof begonnen. Auf Informationstafeln erfahren Interessierte Wissenswertes zum abgestimmten Gesamtkonzept f\u00fcr das Schloss. Auch G\u00e4stef\u00fchrer sind vor Ort und geben Auskunft. Die R\u00e4ume in den bereits sanierten Geb\u00e4uden des Unterschlosses, die in der Vergangenheit bereits durch Kunstaustellungen genutzt wurden, sind ebenso zug\u00e4nglich wie der Gartensaal.<\/p>\n\n\n\n<p>In der Altstadt Geras gibt es ein weiteres barockes Kleinod zu besichtigen. Das Portal Gro\u00dfe Kirchstra\u00dfe 7 geh\u00f6rt zu den opulentesten sp\u00e4tbarocken Sandsteinportalen in Mitteldeutschland mit reich gegliedertem Zierrahmen und fig\u00fcrlichem Schmuck. Es wird derzeit saniert. Das Vorhaben wird mit F\u00f6rdermitteln des Landes Th\u00fcringen unterst\u00fctzt. Interessierte haben die M\u00f6glichkeit, im Beisein des Restaurators das Portal und seine Figuren \u00fcber ein Ger\u00fcst aus der N\u00e4he zu betrachten.<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr das gr\u00fcnderzeitliche Wohngeb\u00e4ude Clara-Zetkin-Stra\u00dfe 20 von 1879 kam die Rettung in letzter Minute. Durch eindringendes Wasser waren die Decken bereits durchgebrochen. Mittlerweile sind die Sanierungsarbeiten zu gro\u00dfen Teilen abgeschlossen, so dass das Geb\u00e4ude bereits wieder genutzt wird. Auch seine Stra\u00dfenfassade erstrahlt in historischen Farben in neuem, altem Glanz. Besucherinnen und Besucher werden von den Eigent\u00fcmern pers\u00f6nlich durch das Haus gef\u00fchrt und erfahren viel Wissenswertes rund um Sanierung und Geschichte des Geb\u00e4udes. In unmittelbarer N\u00e4he, in der Laasener Stra\u00dfe 1, erwarben die Eigent\u00fcmer ein weiteres historisches Eckhaus, dessen Erdgeschoss bis 1990 die bei alteingesessenen Geraern bekannte Drogerie Feyler beherbergte. Eine Besonderheit des Geb\u00e4udes sind die runden Glasecken in den Schaufenstern. Die Gestaltungsdetails haben ihren Ursprung um 1905 und sind dem Jugendstil angelehnt. Interessierte k\u00f6nnen die Wohnungen des Hauses besichtigen.<\/p>\n\n\n\n<p>Neben dem Osterstein sind im Stadtteil Untermhaus auch in diesem Jahr mehrere Objekte zu besichtigen. Die Hochwassermauer am Grie\u00df ist eine Bauma\u00dfnahme des Landes Th\u00fcringen und wurde mit Natursteinvorsatz fertiggestellt. Die Rampe an der Untermh\u00e4user Br\u00fccke zum Mohrenplatz wurde im Auftrag des Tiefbauamtes der Stadt Gera instand gesetzt und ein Metallgel\u00e4nder nach historischem Vorbild gefertigt.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Fachwerkhaus Gries 5 gilt aufgrund seines historischen Treppenturmes als kulturelles Kleinod. Viele Jahre war die Zukunft des 1606 errichteten Fachwerkgeb\u00e4udes \u00fcber einem Sandsteingeschoss ungewiss, weil der Verkauf wegen Eigentumsfragen blockiert war. Seit zwei Jahren wird das Geb\u00e4ude nun aufw\u00e4ndig saniert. \u201eDie Sch\u00e4den und der Substanzverlust an den Holzkonstruktionen waren sehr weit fortgeschritten, so dass mit gro\u00dfem Aufwand viel erneuert werden musste\u201c, kommentiert Sabine Schellenberg die Bauarbeiten. Das Projekt wird mit Mitteln der St\u00e4dtebauf\u00f6rderung und der Denkmalpflege unterst\u00fctzt.<\/p>\n\n\n\n<p>Die ge\u00f6ffneten Kirchen befinden sich dieses Jahr im l\u00e4ndlichen Raum im S\u00fcden der Stadt. In Niebra freut sich die Gemeinde \u00fcber zwei neue Kirchturmglocken, die st\u00fcndlich gel\u00e4utet werden. Eine \u00fcberregionale Besonderheit ist der Altarretabel, eine besondere Form des Altaraufsatzes. Zwar ist die Baustelle mit den Sanierungsarbeiten am Putz der Kirche in Gro\u00dffalka noch nicht abgeschlossen \u2013 dennoch ist das Geb\u00e4ude mit besonderer Deckenmalerei f\u00fcr Interessierte ge\u00f6ffnet.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Stadtmuseum er\u00f6ffnet 11 Uhr die Ausstellung des Th\u00fcringer Landesamtes f\u00fcr Denkmalpflege und Arch\u00e4ologie zur Grabung auf dem Campus Rutheneum. Zu sehen sind die Ergebnisse der Grabung mit zeitlicher Einordnung der Funde. \u00dcber zwei Monate lang hatte eine Grabungsgruppe am Johannisplatz und am Stadtgraben Zeugnisse aus vergangenen Jahrhunderten aufgedeckt, geborgen und dokumentiert. Einige Funde werden sp\u00e4ter dauerhaft in einer Vitrine in der Schule ausgestellt.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch das Haus Schulenburg \u00f6ffnet wieder seinen Garten. Die Besichtigung des Geb\u00e4udes selbst und der aktuellen Ausstellung ist geb\u00fchrenpflichtig. Zu sehen ist \u201eIngo Kirchner \u2014 Abstraktion und Pop aus Ostberlin\u201c und \u201eSo viel van de Velde gab es noch nie: M\u00f6bel, Keramik, Porzellan, Metall\u201c. Zum Verweilen l\u00e4dt das Caf\u00e9 im Geb\u00e4ude ein.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Tag des offenen Denkmals findet seit dem Jahre 1993 j\u00e4hrlich im September statt und wird von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz koordiniert. Er ist der deutsche Beitrag zu den \u201eEuropean Heritage Days\u201c, einer Initiative des Europarats. An diesem Aktionstag k\u00f6nnen auch Kulturdenkmale, die \u00fcblicherweise nicht f\u00fcr die \u00d6ffentlichkeit zug\u00e4nglich sind, besucht werden. Damit soll auf die reiche Denkmallandschaft Deutschlands und die wertvolle Arbeit des Denkmalschutzes aufmerksam gemacht werden. In diesem Sinne \u00f6ffnen auch in Gera jedes Jahr im September zahlreiche Kultursch\u00e4tze ihre Pforten. Im Jahre 2019 konnten Interessierte unter anderem die Geb\u00e4ude der ehemaligen Woll- und Seidenweberei Schulenburg und Bessler und der Sch\u00e4ferschen Klinik sowie zahlreiche Wohnh\u00e4user im Bauhausstil besichtigen. 2020 fand der Aktionstag wegen der Corona-Ma\u00dfnahmen nur virtuell und in deutlich reduzierter Form statt.<\/p>\n\n\n\n<p>Weitere Informationen und das Programmblatt zum Tag des offenen Denkmals sind unter \u201ehttps:\/\/www.gera.de\/Denkmaltag\u201c und \u201ehttps:\/\/www.tag-des-offenen-denkmals.de\/\u201c zu finden.<\/p>\n\n\n\n<p>QUELLE: STADTVERWALTUNG<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"mh-excerpt\"><p>Ein gro\u00dfer Teil der Geraer Kulturdenkmale ist normalerweise nicht oder nur teilweise \u00f6ffentlich zug\u00e4nglich. 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