{"id":16414,"date":"2021-09-20T07:01:00","date_gmt":"2021-09-20T05:01:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.studiogera.de\/001\/?p=16414"},"modified":"2021-09-12T07:43:05","modified_gmt":"2021-09-12T05:43:05","slug":"der-pohlitzer-meteorit-im-museum-fuer-naturkunde","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.studiogera.de\/001\/2021\/09\/20\/der-pohlitzer-meteorit-im-museum-fuer-naturkunde\/","title":{"rendered":"DER POHLITZER METEORIT IM MUSEUM F\u00dcR NATURKUNDE"},"content":{"rendered":"\n<p>Seit August 2021 pr\u00e4sentiert das Museum f\u00fcr Naturkunde in der st\u00e4ndigen Ausstellung dauerhaft den Pohlitzer Meteoriten. Hierf\u00fcr engagiert hatte sich der Verein Geraer Mineralien- und Fossilienfreunde im Jahr seines 45-j\u00e4hrigen Bestehens. Die rund 5000 Euro, die zur Umsetzung n\u00f6tig waren, erhielt der Verein aus \u00dcbersch\u00fcssen der Staatslotterie von der Th\u00fcringer Ministerin f\u00fcr Umwelt, Energie und Naturschutz, Anja Siegesmund, und von der Volksbank eG Gera\u2013Jena\u2013Rudolstadt. Au\u00dferdem beteiligte sich mit einer Geldspende Gottfried L\u00f6scher, der Enkel des Geraer Gymnasialprofessors Karl Gustav L\u00f6scher.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Pohlitzer ist einer von rund 50 nachgewiesen gefallenen Meteoriten Deutschlands, und rund\u00a04,47 Milliarden Jahre alt. Am 13. Oktober 1819 kreuzte seine Bahn die Erde und er ging gegen 8 Uhr morgens zwischen Pohlitz und Langenberg nieder.\u00a0Gefallen war der Meteorit auf das Feld\u00a0des Pohlitzer Gutsbesitzers Johann Gottlieb Rothe n\u00f6rdlich des damals so genannten Haingrabens im Gebiet beim heutigen Chemiewerk Bad K\u00f6stritz. Am 15. Oktober 1819 entdeckte Rothe die Einschlagstelle mit etwa 1 Meter Durchmesser auf seinem Feld. Der Meteorit hatte bei seiner Bergung eine Gesamtmasse von rund 3,5 Kilogramm.<\/p>\n\n\n\n<p>Rothe \u00fcbergab den Meteoriten an den Pohlitzer Amtsschulzen Johann Christoph Behr. Bei diesem aufbewahrt, schlugen sich bereits zahlreiche Personen gr\u00f6\u00dfere und kleinere Teilst\u00fccke vom Meteoriten ab. Darunter auch Dr. Karl Georg Ludwig Schottin, der Johann Wolfgang von Goethe in einem Brief samt einer kleinen Probe des Meteoriten am 19. Oktober 1819 \u00fcber das aufsehenerregende Ereignis informierte. Die reu\u00dfische Regierung kaufte das restliche Teilst\u00fcck des Meteoriten am 4. November 1819 von Rothe. Bis dahin wurden in den wenigen Tagen seit dem Fund bereits etwa ein Kilogramm Meteoritenmasse abgeschlagen und verteilt.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eAls das Restst\u00fcck des Pohitzer Meteoriten also nach Gera kam, wog es nur noch rund 2,5 Kilogramm. In Gera wurde es im Gymnasium Rutheneum\u00a0als ein unver\u00e4u\u00dferliches und unantastbares Heiligtum unter einem Glaskasten aufbewahrt.<\/p>\n\n\n\n<p>Diese Haltung hatte leider nicht sehr lange Bestand. Im Februar 1846 wurden etwa 1,1 Kilogramm des Meteoriten in Form kleinerer und gr\u00f6\u00dferer St\u00fccke abgeschlagen und gegen andere Mineralien f\u00fcr die Sammlung des Gymnasiums Rutheneum mit der Mineralienhandlung\u00a0B\u00f6hmer und Schumann in Berlin getauscht. Nun wog das in Gera verbliebene Restst\u00fcck nur noch zirka 1,4 Kilogramm\u201c, erkl\u00e4rt Museumsp\u00e4dagoge Frank Hrouda. Im Jahre 1854 wurden zwei weitere Teilst\u00fccke des Meteoriten gegen 300 zum Teil hochwertige Mineralien f\u00fcr die Sammlung des Gymnasiums mit der\u00a0Mineralienhandlung von Dr. Adam August Krantz in Bonn\u00a0getauscht.<\/p>\n\n\n\n<p>Das bis heute in Gera verbliebene Teilst\u00fcck wiegt 397,46 Gramm. Dieses drittgr\u00f6\u00dfte erhaltene Teilst\u00fcck des im Jahre 1819 gefallenen Meteoriten kann nun dauerhaft im Museum f\u00fcr Naturkunde betrachtet werden. \u201eZuvor wurde das kostbare Exponat nur im Sammlungsdepot aufbewahrt. Neben den vielen auch neuesten Informationen, die das Ausstellungsensemble bietet, kann au\u00dferdem eine beleuchtete Kopie des 1981 von Lutz Ketscher geschaffenen Gem\u00e4ldes \u201eDer Meteorfall zu Pohlitz\u201c bewundert werden. Das Original besitzt die Chemiewerk Bad K\u00f6stritz GmbH. Als H\u00f6hepunkt wurde der Pohlitzer Meteorit von Rainer Michelsson anhand der gr\u00f6\u00dften bekannten Teilst\u00fccke in seiner urspr\u00fcnglichen Form und Gr\u00f6\u00dfe beim Fund 1819 rekonstruiert. In der neuen Ausstellungsvitrine ist er gerade \u201efrisch\u201c gefallen und steckt noch unangetastet im Erdboden des Ackers vom Pohlitzer Bauern Rothe\u201c, so Frank Hrouda.<\/p>\n\n\n\n<p>QUELLE: STADTVERWALTUNG<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"mh-excerpt\"><p>Seit August 2021 pr\u00e4sentiert das Museum f\u00fcr Naturkunde in der st\u00e4ndigen Ausstellung dauerhaft den Pohlitzer Meteoriten. Hierf\u00fcr engagiert hatte sich der Verein Geraer Mineralien- und Fossilienfreunde im Jahr seines 45-j\u00e4hrigen Bestehens. 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