{"id":16758,"date":"2021-10-11T20:46:19","date_gmt":"2021-10-11T18:46:19","guid":{"rendered":"http:\/\/www.studiogera.de\/001\/?p=16758"},"modified":"2021-10-11T20:46:21","modified_gmt":"2021-10-11T18:46:21","slug":"toedliche-schoenheiten-in-einer-sonderausstellung-des-museums","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.studiogera.de\/001\/2021\/10\/11\/toedliche-schoenheiten-in-einer-sonderausstellung-des-museums\/","title":{"rendered":"\u201eT\u00d6DLICHE SCH\u00d6NHEITEN\u201c IN EINER SONDERAUSSTELLUNG DES MUSEUMS"},"content":{"rendered":"\n<p>Wenn auch die Sch\u00f6nheit bekanntlich im Auge des Betrachters liegen mag, sieht es mit T\u00f6dlichem eindeutiger aus. Das Museum f\u00fcr Naturkunde pr\u00e4sentiert mit \u201eT\u00f6dliche Sch\u00f6nheiten\u201c eine neue Sonderausstellung, in der attraktive Naturobjekte aus der Welt der Minerale, Pilze, Pflanzen und Tiere gezeigt werden, die es allesamt in sich haben. Der Kontrast zwischen schillernden Farben und skurrilen Formen auf der einen sowie gef\u00e4hrlichen Inhaltsstoffen und Wirkungsweisen auf der anderen Seite weckt die Neugier auf das, was sich dahinter verbirgt. \u201eDie Mitarbeiter des Museums f\u00fcr Naturkunde haben die urspr\u00fcnglich f\u00fcr 2020 geplante Ausstellung in liebevoller Handarbeit gestaltet und prall mit aktuellem Hintergrundwissen aus Wissenschaft und Forschung gef\u00fcllt\u201c, so Kulturamtsleiterin Dr. Claudia Tittel.<\/p>\n\n\n\n<p>Nach einer Erl\u00e4uterung zum Unterschied von Giftigkeit und Gef\u00e4hrlichkeit er\u00f6ffnet eine Liste der 27 giftigsten Substanzen die Ausstellung \u2014 Botox und Koffein lassen gr\u00fc\u00dfen. Im Reich der Minerale gibt es eine ganze Reihe beeindruckender Sch\u00f6nheiten mit gef\u00e4hrlichen Eigenschaften, die anhand von 39 Beispielen pr\u00e4sentiert werden. Viele davon sind Schwermetallverbindungen mit intensiven Farben, die durch ihre traditionelle Verwendung als Farbpigmente schon seit Jahrhunderten zu Vergiftungen f\u00fchrten, wie etwa die Beschreibung von Quecksilbervergiftungen aus der R\u00f6merzeit belegen. Von Arsenolith bis Zinnober warten ausgesuchte St\u00fccke auf die Besucher \u2014 sicher hinter Glas. Die Gef\u00e4hrlichkeit des funkelnden Bergkristalls oder der filigranen Asbestminerale in den Vitrinen ist nicht gleich zu erahnen, denn sie ergibt sich erst bei ihrer Gewinnung und Verarbeitung. Dar\u00fcber hinaus thematisiert die Ausstellung die Gef\u00e4hrlichkeit der oftmals fantastisch aussehenden radioaktiven Minerale hinsichtlich Ursache und Wirkung. Die Ausstellung gibt Hinweise und Tipps, welche Verhaltensregeln und Ma\u00dfnahmen die Gefahr, die von solchen Mineralen ausgeht, entsch\u00e4rft.<\/p>\n\n\n\n<p>Die meisterhaften Pilzreplikate des Museumspr\u00e4parators Rainer Michelsson leiten den biologischen Teil der Ausstellung ein und zeigen ikonische und auch unbekanntere Giftpilze wie Fliegenpilz und Satansr\u00f6hling, Mutterkorn und Nebelkappe, aber auch ihre essbaren Doppelg\u00e4nger. Fallberichte von Vergiftungen lassen den Besucher erschaudern. Aber auch die allt\u00e4gliche Gefahr, die von unsachgem\u00e4\u00df gelagerten Lebensmitteln und ihren schimmeligen Bewohnern ausgeht, kommt nicht zu kurz. Schimmelpilze umspannen den kulturhistorischen Bogen vom Fluch des Pharaos bei der \u00d6ffnung der Grabkammer Tutanchamuns \u00fcber die medizinisch bahnbrechende Entdeckung des Antibiotikums Penicillin bis hin zum Roquefort. Wo dabei die Sch\u00f6nheit bleibt? Der Blick ins Mikroskop verr\u00e4t es.<\/p>\n\n\n\n<p>Einige der sch\u00f6nsten Gartenpflanzen z\u00e4hlen zu dem Giftigsten, was die Natur zu bieten hat. Blauer Eisenhut, Herbstzeitlose und Roter Fingerhut erz\u00e4hlen Geschichten davon, was man als Kr\u00e4uterhexe besser lassen sollte. Eine Vitrine widmet sich giftigem Holz und zeigt wundersch\u00f6n gemaserte Baumscheiben von Goldregen, Robinie &amp; Co. neben detaillierten Angaben zu den toxischen Inhaltsstoffen, Wirkmechanismen und Tipps f\u00fcr den praktischen Umgang im Kleingarten. Direkt daneben breitet ein drei Meter hohes Pr\u00e4parat des Riesen-B\u00e4renklaus seine Doldenschirme \u00fcber den Besuchern aus. Der Pflanzensaft eines frischen Exemplars kann bei Ber\u00fchrung der Bl\u00e4tter in Kombination mit Sonnenlicht Verbrennungen und Schockzust\u00e4nde ausl\u00f6sen.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein eigener Ausstellungsraum ist den Gifttieren gewidmet. Apart gemusterte Kegelschnecken, pieksige Skorpionsfische und Rochenstacheln deuten an, dass der Kampf ums \u00dcberleben in den Weltmeeren allerlei gef\u00e4hrliche Bl\u00fcten treibt, vor denen auch Badeg\u00e4ste am Mittelmeer wissen sollten. Vor historischen Wandtafeln mit anatomischen Skizzen zum Giftapparat der Kreuzotter werden die in Deutschland vorkommenden giftigen Amphibien und Reptilien als lebensechte Replikate vorgestellt, w\u00e4hrend Naturbegeisterte auf den sachgerechten Umgang mit ihnen in Natura hingewiesen werden. Zugegeben, eine t\u00f6dliche Gefahr ist von unseren heimischen Arten kaum zu erwarten, doch das \u00e4ndert sich mit dem kr\u00f6nenden Abschluss der Schau: Sicher verwahrt in drei artgerecht eingerichteten Terrarien werden lebende Gifttiere gezeigt, deren Artgenossen weltweit mehrere tausend Todesopfer pro Jahr einfordern. Die Rede ist von der Schwarzen Witwe, dem Dickschwanzskorpion und einer \u00fcber zwei Meter langen Indischen Kobra, der ber\u00fchmten und in vielen asiatischen Kulturen verehrten Brillenschlange.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Ausstellung kann noch bis zum 17. Juli 2022 jeweils dienstags bis sonntags von 11 Uhr bis 17 Uhr besucht werden.<\/p>\n\n\n\n<p>QUELLE: STADTVERWALTUNG<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"mh-excerpt\"><p>Wenn auch die Sch\u00f6nheit bekanntlich im Auge des Betrachters liegen mag, sieht es mit T\u00f6dlichem eindeutiger aus. 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