{"id":16766,"date":"2021-10-14T11:45:53","date_gmt":"2021-10-14T09:45:53","guid":{"rendered":"http:\/\/www.studiogera.de\/001\/?p=16766"},"modified":"2021-10-14T11:45:54","modified_gmt":"2021-10-14T09:45:54","slug":"wie-wird-die-ezb-auf-die-zunehmende-teuerungsrate-reagieren","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.studiogera.de\/001\/2021\/10\/14\/wie-wird-die-ezb-auf-die-zunehmende-teuerungsrate-reagieren\/","title":{"rendered":"WIE WIRD DIE EZB AUF DIE ZUNEHMENDE TEUERUNGSRATE REAGIEREN?"},"content":{"rendered":"\n<p>Im September 2021 lag die Teuerungsrate in Deutschland um 4,1 % \u00fcber dem Vorjahresmonat. Das ist der gr\u00f6\u00dfte Zuwachs seit dem Jahre 1993. Das Bundesamt f\u00fcr Statistik verweist darauf, dass sich die zwischenzeitliche Senkung der Mehrwertsteuers\u00e4tze und der Preisverfall der Mineral\u00f6lprodukte in Vorjahr erh\u00f6hend auf die Gesamtteuerung auswirken. Die Preise f\u00fcr Energieprodukte lagen mit einem Anstieg um 14,3 % deutlich \u00fcber der Gesamtteuerung. Auch die zu Jahresbeginn eingef\u00fchrte CO\u2082-Abgabe wirkt sich erh\u00f6hend auf die Teuerungsrate der Energieprodukte aus. Merklich teurer wurden Heiz\u00f6l (plus 76,5 %) und Kraftstoffe (plus 28,4 %). Auch die Preise f\u00fcr Erdgas (plus 5,7 %) und Elektrizit\u00e4t (plus 2,0 %) erh\u00f6hten sich, wie das Bundesamt weiter mitteilt. Ohne Ber\u00fccksichtigung der Energieprodukte h\u00e4tte die Inflationsrate im September 2021 bei plus 3,1 % gelegen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Aufmerksamkeit richtet sich nun zunehmend auch auf die Europ\u00e4ische Zentralbank. Ihre wichtigste Aufgabe ist es, f\u00fcr Preiswertstabilit\u00e4t zu sorgen. Dabei orientiert sie sich an einem Inflationszielwert von 2 %, bezogen auf den gesamten Euro-Raum. In einigen L\u00e4ndern liegt die Rate zwar deutlich darunter, wie etwa in Griechenland mit nur 1,2 %, jedoch k\u00f6nnen zu gro\u00dfe Unterschiede bei einer Gestaltung einer einheitlichen Geldpolitik problematisch werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Marktbeobachter gehen von einer weiter zunehmenden Inflationsrate aus und rechnen mit einer Lohn-Preis-Spirale. Ist der Lohnanstieg h\u00f6her als der Produktivit\u00e4tszuwachs, werden die Firmen wegen der gestiegenen Lohnkosten die Verbraucherpreise erh\u00f6hen, um die Mehrausgaben finanzieren zu k\u00f6nnen. Ein besonderes Risiko in dieser Situation w\u00e4re auch ein strenger Winter mit Versorgungsproblemen. Ebenfalls wird damit gerechnet, dass die Europ\u00e4ische Union weiterhin Gelder am Kapitalmarkt aufnehmen wird, um diese in die Mitgliedstaaten zu transferieren.<\/p>\n\n\n\n<p>Eine signifikante Erh\u00f6hung des Hauptrefinanzierungssatzes, um Geld aus dem Markt wieder abflie\u00dfen zu lassen und so die Inflation zu bremsen, ist nicht m\u00f6glich. Denn eine Anhebung in der erforderlichen Gr\u00f6\u00dfenordnung w\u00fcrde die Schuldentragf\u00e4higkeit vieler Staaten gef\u00e4hrden. Nicht auszuschlie\u00dfen ist jedoch eine kurzzeitige Erh\u00f6hung um 0,25 %, um Handlungsf\u00e4higkeit zu demonstrieren. Nimmt die Inflation auch im gesamten Euro-Raum deutlich zu, wird der Zins das Niveau der Inflationsrate aber nicht \u00fcbersteigen k\u00f6nnen, sodass der negative Realzins erhalten bleibt. Dieser erleichtert es den Schuldnern, auf eine Entschuldung hinzuarbeiten.<\/p>\n\n\n\n<p>Kommt es zu einer weiteren Wirtschaftskrise, wird die Europ\u00e4ische Zentralbank den Hauptrefinanzierungssatz nicht, wie normalerweise \u00fcblich, senken k\u00f6nnen. Ohnehin w\u00fcrden negative Zinsen den Banken erheblichen Schaden zuf\u00fcgen und zu einer Bankenkrise f\u00fchren. Letztendlich wird die Notenbank ihre Bilanzsumme immer mehr in Staatsanleihen, Unternehmensanleihen und schlie\u00dflich Aktien investieren m\u00fcssen. Neue M\u00f6glichkeiten ergeben sich erst durch die Einf\u00fchrung einer virtuellen Zentralbank-W\u00e4hrung, der sogenannten \u201eCentral Bank Digital Currency\u201c, CBDC. Im Moment ist eine solche jedoch noch nicht verf\u00fcgbar. Ist die Einf\u00fchrung absehbar, muss allerdings im Vorfeld mit der Errichtung von Barrieren gerechnet werden, die es Kleinverm\u00f6genden erschweren, zwecks Werterhalt den klassischen Weg von der bisherigen W\u00e4hrung \u00fcber Sachwerte in die neue W\u00e4hrung zu nehmen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"mh-excerpt\"><p>Im September 2021 lag die Teuerungsrate in Deutschland um 4,1 % \u00fcber dem Vorjahresmonat. Das ist der gr\u00f6\u00dfte Zuwachs seit dem Jahre 1993. 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