{"id":16780,"date":"2021-10-15T15:45:08","date_gmt":"2021-10-15T13:45:08","guid":{"rendered":"http:\/\/www.studiogera.de\/001\/?p=16780"},"modified":"2021-10-15T15:56:01","modified_gmt":"2021-10-15T13:56:01","slug":"weitreichende-umwidmung-vieler-flaechen-geplant","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.studiogera.de\/001\/2021\/10\/15\/weitreichende-umwidmung-vieler-flaechen-geplant\/","title":{"rendered":"WEITREICHENDE UMWIDMUNG VIELER FL\u00c4CHEN GEPLANT"},"content":{"rendered":"\n<p><em>Eine Vielzahl von Staaten will sich verpflichten, zun\u00e4chst mindestens 30 % ihrer Territorien unter strengem Schutz zu stellen, mit dem Ziel, sie zu renaturieren, um die Biodiversit\u00e4t zu erhalten. Geplant ist eine Unterteilung der vorhandenen Fl\u00e4chen in \u201eWildnis\u201c und \u201eGebiete menschlicher Kultur\u201c. Die ausgewiesenen Schutzgebiete d\u00fcrfen weder bewohnt noch landwirtschaftlich genutzt werden.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Am 11. Oktober 2021 begann die XV. Artenschutzkonferenz \u201eCOP 15\u201c. F\u00fcr Deutschland nehmen daran Bundesumweltministerin Schulze, SPD, und Entwicklungsminisiter M\u00fcller teil.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eCOP\u201c steht f\u00fcr \u201eConvention of the Parties\u201c. Das erste Treffen in der Zeit vom 11. bis 15. Oktober 2021 wird \u00fcber das Internet als Schaltkonferenz abgehalten, das zweite vom 25. April bis 8. Mai 2022 in persona. Sitzungsort wird die s\u00fcdchinesische Stadt Kunming sein.<\/p>\n\n\n\n<p>Ziel der zweiteiligen UN-Biodiversit\u00e4tskonferenz ist die Unterzeichnung eines neuen Abkommens, durch welches der Verlust von Pflanzen, Tieren und \u00d6kosystemen des Planeten beendet und umgekehrt werden soll. Die Teilnehmer wollen sich auch mit dem sicheren Transport, Umgang und der Kennzeichnung von lebenden ver\u00e4nderten Organismen befassen. Denn dies wird bei der Neuaufteilung der Fl\u00e4chen von gro\u00dfer Bedeutung sein. Zur Konferenz werden 21 Ziele und zehn \u201eMeilensteine\u201c vorgeschlagen, die bis zum Jahre 2030 erreicht werden sollen, auf dem Weg zu einem \u201eLeben im Einklang mit der Natur\u201c, welches f\u00fcr die Zeit ab dem Jahre 2050 vorgesehen ist.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/www.cbd.int\/gbo5\">https:\/\/www.cbd.int\/gbo5<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Es wird erwartet, dass etwa 195 L\u00e4nder auf dem zweiteiligen UN-Gipfel \u201eCOP 15\u201c das neue Abkommen unterzeichnen. Die Initiatoren der Konferenz hoffen, dass sowohl die langfristigem Ziele f\u00fcr die Mitte des Jahrhunderts als auch die kurzfristigen f\u00fcr die Zeit bis 2030 rasch angegangen werden und dr\u00e4ngen deshalb darauf, dass die nationale Politik sie verankert. Vorangetrieben wird die Neuordnung mit der Kampagne \u201e30 mal 30\u201c. Bis zum Jahre 2030 sollen mindestens 30 % der Land- und K\u00fcstengew\u00e4sser unter Schutz gestellt werden, was bedeutet, dass sich alle Menschen aus diesen Bereichen entfernen m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n<p>Trotz vieler Bem\u00fchungen habe sich der Verlust wichtiger \u00d6kosysteme weiter beschleunigt, hei\u00dft es zur Begr\u00fcndung. Die fr\u00fcheren globalen Ziele zur Reduzierung des Biodiversit\u00e4tsverlustes, gesetzt in den Jahren 2002 und 2010, seien weitgehend verfehlt worden \u2014 im Wesentlichen auch deshalb, weil sie nicht in der nationalen Politik verankert waren.<\/p>\n\n\n\n<p>Nach derzeitigem Stand ist die Biodiversit\u00e4tskonvention vergleichbar mit dem Pariser Abkommen und dem darin festgelegten 1,5-Grad-Ziel, jedoch besitzt sie noch kein Regelwerk. Zudem fehlt die Finanzierung. Er\u00f6rtert werden derzeit die Einf\u00fchrung eines Globalen Biodiversit\u00e4tsfonds und die Abschaffung \u201esch\u00e4dlicher Subventionen\u201c f\u00fcr Landwirtschaft, Fischerei und Holzeinschlag. Diese Gelder k\u00f6nnten dann \u201ezu Gunsten der Natur\u201c verwendet werden. Der Textentwurf f\u00fcr den \u201ePakt mit der Natur\u201c enth\u00e4lt die besagte Kernverpflichtung, bis 2030 mindestens 30 % des Landes und der Ozeane der Erde zu sch\u00fctzen.<\/p>\n\n\n\n<p>Betroffen sind weltweit rund 300 Millionen Menschen, die das von ihnen bewohnte Land verlassen m\u00fcssten \u2014 vor allem im globalen S\u00fcden. Gem\u00e4\u00df den bislang bekannten \u00dcberlegungen k\u00f6nnten Wasser- und Weiderechte entzogen und Nationalparks eingerichtet werden. Zudem wird dar\u00fcber nachgedacht, unter dem Begriff \u201egef\u00e4hrdete Art\u201c im Rahmen der \u201eBiodiversit\u00e4tskrise\u201c auch weitere Arten einzubeziehen, wodurch eine Nutzung zahlreicher Fl\u00e4chen untersagt w\u00e4re. M\u00f6glich w\u00e4re dies auch mit der Festlegung und Ausweitung von \u00dcberschwemmungsgebieten.<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr die menschliche Besiedlung werden Zonen festgelegt, bei denen es sich vorrangig um die bisherigen St\u00e4dte handeln soll. Verbunden \u00fcber Korridore, die nicht verlassen werden d\u00fcrfen, k\u00f6nnen andere Zonen unter bestimmten Voraussetzungen besucht werden. Die besiedelten Zonen sollen als \u201e15-Minuten-St\u00e4dte\u201c konzipiert werden, welche es erm\u00f6glichen, alle lebensnotwendigen Wege in einem Zeitraum von 15 Minuten zu erledigen. Au\u00dferhalb dieser Zonen wird keine Infrastruktur mehr bereitgestellt.<\/p>\n\n\n\n<p>Wichtiger Aspekt beim Zusammenleben in der 15-Minuten-Stadt ist die Optimierung des Menschen und seiner Lebensgewohnheiten. Dazu geh\u00f6rt eine umfangreiche Datenerhebung. In puncto Gesundheit wird die Pr\u00e4ventionsmedizin an Bedeutung gewinnen. Die individuelle Lebensweise wird hierzu analysiert, um gesundheitskonformes Verhalten zu f\u00f6rdern. Vorbeugende Pharmazie wird dabei immer h\u00e4ufiger zum Einsatz kommen. Den Gr\u00fcnen Pass mit Bewegungsoptionen und Zugangsrechten soll nur erhalten, wer die geforderten Kriterien erf\u00fcllt. Ein minimalistischer Lebensstil wird als notwendig erachtet, um den Ressourcenverbrauch f\u00fcr die Allgemeinheit so gering wie m\u00f6glich zu halten. Dazu geh\u00f6ren auch kleinere Wohnfl\u00e4chen mit Mehrfachnutzungen.<\/p>\n\n\n\n<p>Um die urspr\u00fcngliche Biodiversit\u00e4t in den Naturzonen wieder herzustellen, sollen auch gro\u00dfe Fleischfresser wie etwa B\u00e4ren ausgewildert werden. Die menschlichen Siedlungszonen werden laut den vorl\u00e4ufigen Entw\u00fcrfen ums\u00e4umt sein von Nutzungszonen f\u00fcr die Landwirtschaft. Den \u00dcberlegungen zufolge kann hier die Nahrung f\u00fcr die Siedlungszonen in abgeschlossenen Bereichen hocheffizient produziert werden. Dabei kommt in den nach au\u00dfen hin gesicherten Anlagen genetisch modifiziertes, biologisches Material zur Anwendung, das strengen Vorschriften unterliegt.<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr die Landnahme sind mehrere Strategien im Gespr\u00e4ch. Ein vom Naturschutz abh\u00e4ngiges Nutzungsrecht kann Landbesitzer dazu bringen, ihre Fl\u00e4chen zu verkaufen. Beispielsweise wird Wasser k\u00fcnftig ebenso als Bodenschatz betrachtet werden, wie die bisherigen. Die private F\u00f6rderung w\u00e4re verboten. Eine Boden-Treuhandgesellschaft k\u00f6nnte dem Landbesitzer die privaten Nutzungsrechte abkaufen, wodurch dieser ein Bleiberecht erh\u00e4lt, wenn er einwilligt, umweltfreundliche Ma\u00dfnahmen auf seinem Grundst\u00fcck zu ergreifen. Im weiteren Verlauf werden die Umweltauflagen erh\u00f6ht, sodass das Land nicht mehr f\u00fcr den Lebensunterhalt geeignet ist und Kosten verursacht. Danach bietet die Regierung bzw. eine Organisation an, das Land abzukaufen.<\/p>\n\n\n\n<p>Um die Menschen auf das neue Vorhaben einzustimmen, sind mehrere Umsetzungsstufen geplant, begleitet von entsprechenden Medienkampagnen, welche das Ende des Lebens auf der Erde durch den anhaltenden Artenverlust als drohende Dystopie in Szene setzen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"mh-excerpt\"><p>Eine Vielzahl von Staaten will sich verpflichten, zun\u00e4chst mindestens 30 % ihrer Territorien unter strengem Schutz zu stellen, mit dem Ziel, sie zu renaturieren, um die Biodiversit\u00e4t zu erhalten. 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