{"id":1732,"date":"2017-09-01T04:06:04","date_gmt":"2017-09-01T02:06:04","guid":{"rendered":"http:\/\/www.studiogera.de\/001\/?p=1732"},"modified":"2025-09-14T00:24:24","modified_gmt":"2025-09-13T22:24:24","slug":"begehbare-gruft-geplant","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.studiogera.de\/001\/2017\/09\/01\/begehbare-gruft-geplant\/","title":{"rendered":"BEGEHBARE GRUFT GEPLANT"},"content":{"rendered":"<p>Die alte Gruft unter dem Johannisplatz soll begehbar gemacht werden und den Sarkophag des Heinrich Posthumus Reu\u00df sowie zehn weiterer Reu\u00dfen zeigen. Vorbereitend wurde deshalb nach dem alten Gem\u00e4uer gegraben und dessen Bausubstanz und Ausma\u00dfe untersucht.<\/p>\n<p>Oberb\u00fcrgermeisterin Dr. Viola Hahn (Bild) besuchte die Baustelle am 29. August 2017 gemeinsam mit Heinrich XIII. Prinz Reu\u00df (im Bild vorn) und Architekt Klaus Neupert (Bild). Bis zu einer Tiefe von 4,3 Meter hatte die Fa. Adelheid Mei\u00dfner Gera ausgeschachtet und dabei die Treppe und Teile der Gruft freigelegt. Die Raum, so stellte sich heraus, ist fast vier Meter hoch. Der Fu\u00dfboden besteht aus Sandsteinplatten; das Deckengew\u00f6lbe ist jedoch nicht mehr vorhanden. Geplant ist eine Betondecke mit Oberlicht.<\/p>\n<p>Gemeinsames Ziel der Stadt Gera und des F\u00fcrstenhauses Reu\u00df ist die authentische Aufstellung und Pr\u00e4sentation des Sarges von Heinrich Posthumus Reu\u00df zusammen mit dem Konvolut der Geraer Reu\u00dfen-Sarkophage, AD SANCTOS, in der Gruft und den Fundamenten der zerst\u00f6rten und \u00e4ltesten Geraer Stadtkirche St. Johannis auf dem heutigen Johannisplatz. Finanziert wird das Projekt durch das Haus Reu\u00df und Spenden. Die Stadt Gera stellt den Grundst\u00fccksanteil bereit und erteilt die notwendigen Genehmigungen.<\/p>\n<p>Der Sarkophag von Heinrich Posthumus Reu\u00df ist ein Kulturgut von europ\u00e4ischem Rang. Heinrich Posthumus (1572 \u2013 1635) hatte bereits zu Lebzeiten Vorsorge getroffen f\u00fcr seinen Tod und sein Begr\u00e4bnis. Er lie\u00df einen der ersten beschrifteten Kupfers\u00e4rge herstellen, dessen Texte seine Fr\u00f6mmigkeit ausdr\u00fccken und die von Heinrich Sch\u00fctz vertont wurden: die Musikalischen Exequien, dem ersten deutschsprachigen Requiem.<\/p>\n<p>Zuletzt kam die Gruft vor zehn Jahren bei der Neugestaltung des Johannisplatzes zum Vorschein, wie unser Bild vom 13. M\u00e4rz 2007 zeigt.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.studiogera.de\/001_BILD\/ARTIKEL_006.jpg\" alt=\"GRUFT\" \/><\/p>\n<p>Bei den anschlie\u00dfenden Grabungen nach Resten der ehemaligen Johanniskirche stie\u00df man auf Fundamente einer noch viel \u00e4lteren, romanischen Kirche aus dem 11. Jahrhundert. \u201eIch denke, das ist das bisher \u00e4lteste Geb\u00e4ude, das man in Gera entdeckt hat&#8220;, sagte damals der Grabungsleiter.<\/p>\n<p>Die damalige Kirche war Johannes dem T\u00e4ufer geweiht und befand sich auf der S\u00fcdseite des Johannisplatzes. Ihre Gruft bildete die Grablege der Herren von Reu\u00df-Gera.<\/p>\n<p>Die Kirche St. Johannis wird in einer Urkunde vom 5. Oktober 1234 erstmals erw\u00e4hnt. Im s\u00e4chsischen Bruderkrieg (1445 bis 1451) wurde sie zerst\u00f6rt und ab 1467 neu aufgebaut. Sie war 45 Meter lang und 25 Meter breit. Im Jahre 1780 fiel sie dem gro\u00dfen Stadtbrand zum Opfer; die letzten Reste wurden 1824 abgebrochen. Oberhalb der Gruft (Bild) befand sich einst der Altarraum. Insgesamt sind drei Gr\u00fcfte nachgewiesen. In der Gruft entlang der S\u00fcdmauer lagen bis zum 7. M\u00e4rz 1922 die elf S\u00e4rge der F\u00fcrstenfamilie Reu\u00df. Sie wurden von dort in die Kirche St. Salvator umgesetzt. 1995 wurden die Sarkophage aus konservatorischen Gr\u00fcnden dort geborgen und in die neue Johanniskirche \u00fcberf\u00fchrt. 2007 wurde das gesamte Konvolut, wiederum aus konservatorischen Gr\u00fcnden, in die alte Feierhalle des Ostfriedhofes umgesetzt. Eine weitere Gruft gab es unterhalb des ehemaligen Posthumus-Denkmals, an dessen Stelle einst ein Turm der Kirche stand. Bis zum Jahre 1556 befand sich auf dem Platz neben der Kirche der st\u00e4dtische Friedhof.<\/p>\n<p>Mit dem Bauvorhaben soll auf dem heutigen Johannisplatz in Sichtachse des Rutheneums am originalen Ort die Gruft wiederhergestellt werden; es entsteht ein Informationszentrum und ein Ort der Ruhe und zum Innehalten. Den k\u00fcnftigen Besuchern wird erm\u00f6glicht, sich umfassend mit der Geschichte der Stadt Gera, des Hauses Reu\u00df und der besonderen spirituellen Bedeutung von Grablegung und Funus zu besch\u00e4ftigen und das Verst\u00e4ndnis f\u00fcr die Bedeutung von Stadt und Region zu vertiefen.<\/p>\n<p>(Bild I: Stadtverwaltung)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"mh-excerpt\"><p>Die alte Gruft unter dem Johannisplatz soll begehbar gemacht werden und den Sarkophag des Heinrich Posthumus Reu\u00df sowie zehn weiterer Reu\u00dfen zeigen. Vorbereitend wurde deshalb nach dem alten Gem\u00e4uer gegraben und dessen Bausubstanz und Ausma\u00dfe <a class=\"mh-excerpt-more\" href=\"https:\/\/www.studiogera.de\/001\/2017\/09\/01\/begehbare-gruft-geplant\/\" title=\"BEGEHBARE GRUFT GEPLANT\">[&#8230;]<\/a><\/p>\n<\/div>","protected":false},"author":2,"featured_media":1733,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[8],"tags":[],"class_list":{"0":"post-1732","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-kultur"},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.studiogera.de\/001\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1732","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.studiogera.de\/001\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.studiogera.de\/001\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.studiogera.de\/001\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.studiogera.de\/001\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1732"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/www.studiogera.de\/001\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1732\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":38981,"href":"https:\/\/www.studiogera.de\/001\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1732\/revisions\/38981"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.studiogera.de\/001\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1733"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.studiogera.de\/001\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1732"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.studiogera.de\/001\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1732"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.studiogera.de\/001\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1732"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}