{"id":17982,"date":"2022-02-09T15:28:21","date_gmt":"2022-02-09T14:28:21","guid":{"rendered":"http:\/\/www.studiogera.de\/001\/?p=17982"},"modified":"2022-02-09T15:28:22","modified_gmt":"2022-02-09T14:28:22","slug":"neuausrichtung-bei-der-foerderung-energie-effizienter-gebaeude","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.studiogera.de\/001\/2022\/02\/09\/neuausrichtung-bei-der-foerderung-energie-effizienter-gebaeude\/","title":{"rendered":"NEUAUSRICHTUNG BEI DER F\u00d6RDERUNG ENERGIE-EFFIZIENTER GEB\u00c4UDE"},"content":{"rendered":"\n<p>Als Wirtschaftsminister Robert Habeck am Montag, den 24. Januar 2022, ank\u00fcndigte, dass bei der staatlichen F\u00f6rderbank KFW ab sofort keine neuen Antr\u00e4ge f\u00fcr die F\u00f6rderung energie-effizienter Geb\u00e4ude mehr bewilligt werden, waren viele \u00fcberrascht. Tats\u00e4chlich war das Auslaufen der betreffenden F\u00f6rderprogramme schon vor der Wahl vereinbart worden und f\u00fcr Ende Januar 2022 vorgesehen. Hierzu hatte es eine Absprache zwischen dem damaligen Wirtschaftsminister Peter Altmeier und Olaf Scholz als Finanzminister gegeben. Olaf Scholz hatte noch einmal 11,5 Milliarden Euro bereitgestellt, um das F\u00f6rderprogramm soweit zu verl\u00e4ngern, dass dessen Ende auf die Zeit nach der Bundestagswahl f\u00e4llt.<\/p>\n\n\n\n<p>Dann, im November 2021, k\u00fcndigte die Regierungskoalition an, die F\u00f6rderung f\u00fcr Neubauten nach dem niedrigeren KFW-Effizienzstandard 55 Ende Januar 2022 auslaufen zu lassen. Das hatte einen erh\u00f6hten Antragseingang zur Folge, wodurch der bei der KFW zur Verf\u00fcgung stehende Restbetrag in H\u00f6he von f\u00fcnf Milliarden Euro rasch ausgesch\u00f6pft war. Damit endete die F\u00f6rderung nach dem h\u00f6heren KFW-Effizienzstandard 40. Zusch\u00fcsse f\u00fcr umfassende energetische Sanierungen, die aus dieser KFW-F\u00f6rdersumme gespeist wurden, entfallen ebenfalls. Folglich finden gar die meisten Programme der Bundesf\u00f6rderung f\u00fcr effiziente Geb\u00e4ude nun ihr Ende.<\/p>\n\n\n\n<p>Betroffen sind nun 24&#8217;000 Antr\u00e4ge, darunter 4000 von privaten Bauherren. Als Grund gibt das Ministerium nun die \u201eAntragsflut\u201c an. Allein die eingereichten und noch nicht bewilligten Antr\u00e4ge h\u00e4tten die verbliebenen Mittel um Milliarden-Betr\u00e4ge \u00fcberschritten, sagte Wirtschaftsminister Habeck. Doch dieser Grund ist nur vorgeschoben. Von der Bundesregierung werden schnellere Schritte bei der Umsetzung verschiedener Programme verlangt.<\/p>\n\n\n\n<p>Am 15. Dezember 2021 ver\u00f6ffentlichte die EU-Kommission ihre neue Richtlinie \u00fcber die Gesamtenergieeffizienz von Geb\u00e4uden (Energy Performance of Buildings Directive, EPBD). Sie ist Teil des Gro\u00dfprojektes \u201eFit vor 55\u201c und gibt steigende Energieeffizienzwerte f\u00fcr Geb\u00e4ude vor, sodass der CO\u2082-Aussto\u00df sinkt, bis schlie\u00dflich der Zielwert erreicht wird. Vorgegangen werden soll in mehreren Etappen, bis dass im Jahre 2050 alle Geb\u00e4ude in der EU das Kriterium \u201eklimaneutral\u201c erf\u00fcllen. Das eingesparte CO\u2082 wird als Ma\u00dfstab k\u00fcnftig von gr\u00f6\u00dferer Bedeutung sein.<\/p>\n\n\n\n<p>Demnach sind ab dem Jahre 2030 nur noch emissionsfreie Neubauten zul\u00e4ssig. Es besteht ein Sanierungszwang f\u00fcr die energetisch schlechtesten Bestandsbauten. Hier m\u00fcssen die am schlechtesten bewerteten 15 % des EU-Geb\u00e4udebestands bis 2030 von der Energieeffizienzklasse (EPC) G auf mindestens F verbessert werden. Ebenfalls bis 2030 sollen Wohngeb\u00e4ude der Klasse G mindestens Klasse F erreichen, und bis 2033 mindestens Klasse E. Die F\u00f6rderung fossil betriebener Heiztechnologien entf\u00e4llt sp\u00e4testens im Jahre 2027.<\/p>\n\n\n\n<p>Der EU-Richtlinie folgend, plant die Bundesregierung derweil einen neuen Geb\u00e4ude-Energiepass. Das neue Zertifikat soll der Ma\u00dfstab f\u00fcr weitere F\u00f6rderprogramme sein. Das Siegel \u201eNachhaltige Geb\u00e4ude\u201c soll sich bereits an der tats\u00e4chlichen CO\u2082-Einsparung orientieren. Das Zertifikat wird den bisherigen Energie-Ausweis ersetzen, welcher von Teilen der Immobilienwirtschaft kritisiert wird. Ber\u00fccksichtigt werden soll zudem die Nachhaltigkeit des verwendeten Baumaterials, ebenso die Art der Energieerzeugung. Geplant ist hierzu ein digitaler Ressourcenpass. Durch ihn wird k\u00fcnftig relevant, woraus ein Haus besteht. Die registrierten Rohstoffe werden als Verm\u00f6genswert angesehen.<\/p>\n\n\n\n<p>Notwendig werden F\u00f6rderprogramme und Umverteilungsmechanismen, um die Transformation zu bewerkstelligen. In Planung ist bereits, dass Vermieter an den Kosten f\u00fcr die CO\u2082-Emissionen beteiligt werden. In den nationalen Emissionshandel sind die Geb\u00e4ude in Deutschland seit Januar 2022 einbezogen. F\u00fcr jede emittierte Tonne CO\u2082 sind derzeit 25 Euro zu zahlen. Das bisherige System der Kaltmiete soll abgeschafft werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Die f\u00fcr die Transformation ben\u00f6tigten Finanzmittel w\u00e4ren enorm, w\u00e4hrend die Schuldenlast bereits heute ein noch nie gekanntes Ausma\u00df erreicht hat. Letztendlich wird man nur eine begrenzte Anzahl von Geb\u00e4uden tats\u00e4chlich sanieren k\u00f6nnen. Den meisten droht aller Voraussicht nach der Werteverfall und Abriss. K\u00fcnftig k\u00f6nnte sich ein neuer Geb\u00e4udetypus durchsetzen, mit deutlich kleineren Wohnfl\u00e4chen, W\u00e4rmepumpen, Luft- und Filtersystemen, nicht zu \u00f6ffnenden Fenstern sowie einer Vielzahl von Sensoren f\u00fcr KI-Systeme und zwecks Datensammlung.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"mh-excerpt\"><p>Als Wirtschaftsminister Robert Habeck am Montag, den 24. Januar 2022, ank\u00fcndigte, dass bei der staatlichen F\u00f6rderbank KFW ab sofort keine neuen Antr\u00e4ge f\u00fcr die F\u00f6rderung energie-effizienter Geb\u00e4ude mehr bewilligt werden, waren viele \u00fcberrascht. 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