{"id":18460,"date":"2022-03-20T12:14:20","date_gmt":"2022-03-20T11:14:20","guid":{"rendered":"http:\/\/www.studiogera.de\/001\/?p=18460"},"modified":"2022-03-20T12:57:34","modified_gmt":"2022-03-20T11:57:34","slug":"die-lindenthaler-hyaenenhoehle","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.studiogera.de\/001\/2022\/03\/20\/die-lindenthaler-hyaenenhoehle\/","title":{"rendered":"DIE LINDENTHALER HY\u00c4NENH\u00d6HLE"},"content":{"rendered":"\n<p>Die Lindenthaler Hy\u00e4nenh\u00f6hle wurde im Sp\u00e4therbst 1874 bei Erdarbeiten in der N\u00e4he der einstigen Gastst\u00e4tte \u201eSch\u00f6ne Aussicht\u201c entdeckt. Es handelte sich um zwei nach oben offene Spalten, deren Untergrund das Dolomit des Zechsteins bildete. Die gr\u00f6\u00dfere Spalte war etwa zweieinhalb Meter breit, sieben Meter hoch und etwa 15 Meter lang. Freigelegt wurden beide bei der Gewinnung von Stra\u00dfenbaumaterial f\u00fcr die Reichsstra\u00dfe und dem gleichzeitigen Bau der Pfortener Stra\u00dfe. Heute befindet sich dort der Kreuzungsbereich der Pfortener Stra\u00dfe\/Robert-Blum-Stra\u00dfe. Eine Tafel in der Pfortener Stra\u00dfe erinnert an die fr\u00fchere H\u00f6hle.<\/p>\n\n\n\n<p>In ihr fanden sich zahllose Knochen und Knochensplitter von mehr als 30 eiszeitlichen Tierarten, darunter auch Knochenreste und Z\u00e4hne des Wollhaarmammuts, ebenso Werkzeuge und k\u00fcnstlerisch gestaltete Gegenst\u00e4nde der Menschen des Jungpal\u00e4olithikums. Diese lebten vor etwa 60&#8217;000 Jahren. Vor allem aber wurden Knochen der im Pleistoz\u00e4n lebenden H\u00f6hlenhy\u00e4ne gefunden. Die Tiere waren Bewohner der Steppen und Waldsteppen zur Zeit des Pleistoz\u00e4ns im Ostth\u00fcringer Raum. Die Knochenreste von Mammut, Wollhaarigem Nashorn und vom Ren zeugen jedoch auch von einem zeitweiligen Tundra-Charakter der Landschaft unseres Gebietes w\u00e4hrend dieser Zeit.<\/p>\n\n\n\n<p>Insgesamt konnten anhand der Knochenreste 31 Wirbeltierarten nachgewiesen werden. Die Lindenthaler Hy\u00e4nenh\u00f6hle lieferte auch den wichtigen Beweis, dass der sogenannte Eiszeitmensch diese H\u00f6hle zumindest zeitweise als Aufenthaltsort nutzte.<\/p>\n\n\n\n<p>Bei den Z\u00e4hnen handelt es sich um mehrere isolierte Backenz\u00e4hne von ausgewachsenen, aber auch von jungen Tieren (K\u00e4lbern). Mammutbackenz\u00e4hne haben durch ihre Struktur und ihre Zusammensetzung oft das Problem, im Laufe der Zeit sozusagen in einzelne Teilst\u00fccke zu zerfallen. Bei den Mammutbackenz\u00e4hnen aus der Lindenthaler Hy\u00e4nenh\u00f6hle liegt dieses Problem auch massiv vor, so dass der Erhalt der Z\u00e4hne ernsthaft gef\u00e4hrdet ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Verein \u201eGeraer Mineralien- und Fossilienfreunde e. V.\u201c setzt sich f\u00fcr die sach- und fachgerechte Erhaltung der Mammutbackenz\u00e4hne aus der Lindenthaler Hy\u00e4nenh\u00f6hle ein, denn mit einer recht aufw\u00e4ndigen und zeitintensiven konservatorischen Behandlung in einer pal\u00e4ontologischen Spezialwerkstatt k\u00f6nnen solche Z\u00e4hne stabilisiert und gesichert werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Juni 2022 werden die Mammutbackenz\u00e4hne in die Spezialwerkstatt nach Goch am Niederrhein transportiert. Im III. und IV. Quartal wird dann die konservatorische Behandlung durchgef\u00fchrt, so dass zum Jahreswechsel 2022\/2023 mit dem Abschluss der Arbeiten zu rechnen sein wird. Die Sparkasse Gera-Greiz unterst\u00fctzt das Vorhaben mit einer Geldspende in H\u00f6he von 700 Euro.<\/p>\n\n\n\n<p>QUELLE: STADTVERWALTUNG, MUSEUM F\u00dcR NATURKUNDE, STADTARCHIV<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"mh-excerpt\"><p>Die Lindenthaler Hy\u00e4nenh\u00f6hle wurde im Sp\u00e4therbst 1874 bei Erdarbeiten in der N\u00e4he der einstigen Gastst\u00e4tte \u201eSch\u00f6ne Aussicht\u201c entdeckt. Es handelte sich um zwei nach oben offene Spalten, deren Untergrund das Dolomit des Zechsteins bildete. 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