{"id":18589,"date":"2022-03-31T11:29:14","date_gmt":"2022-03-31T09:29:14","guid":{"rendered":"http:\/\/www.studiogera.de\/001\/?p=18589"},"modified":"2022-03-31T11:29:16","modified_gmt":"2022-03-31T09:29:16","slug":"die-entwicklung-einer-nachhaltigen-und-multifunktionalen-innenstadt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.studiogera.de\/001\/2022\/03\/31\/die-entwicklung-einer-nachhaltigen-und-multifunktionalen-innenstadt\/","title":{"rendered":"DIE ENTWICKLUNG EINER NACHHALTIGEN UND MULTIFUNKTIONALEN INNENSTADT"},"content":{"rendered":"\n<p>In der Stadtratssitzung vom 23. M\u00e4rz 2022 wurde der vom Dezernat f\u00fcr Stadtentwicklung, Bau und Umwelt eingebrachte Grundsatzbeschluss zum weiteren Projektfortgang von Geras Neuer Mitte durch den Stadtrat in Teilen bef\u00fcrwortet. So stimmten die Stadtr\u00e4te mit knapper Mehrheit f\u00fcr die Teilnahme des Projektes an der Internationalen Bauausstellung 2023. Dabei will sich die Stadt auf die s\u00fcdliche Fl\u00e4che mit den Standorten \u201eHaus am Br\u00fchl\u201c und \u201ePlatz am KUK\u201c konzentrieren, weil sie das zentrale r\u00e4umliche Element der Neuen Mitte darstellt und aufgrund ihrer Lage an der wichtigen Hauptachse Sorge\u2014Gera-Arcaden eine hohe Gestaltungspriorit\u00e4t besitzt. Im Auftrag des Baudezernates werden 2022 f\u00fcr diese wichtigen Standorte planerische Geb\u00e4udevarianten und Geb\u00e4udevisualisierungen erstellt. Zudem sollen verschiedene Ausstellungsinhalte f\u00fcr die Abschlusspr\u00e4sentation der IBA entstehen, die voraussichtlich von April bis Oktober 2023 in Apolda stattfinden wird.<\/p>\n\n\n\n<p> Baudezernent Michael Sonntag betont in diesem Zusammenhang:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>\u201eDie Beteiligung des Projektes Geras Neue Mitte an der IBA ist eine einmalige Chance, neue Entwicklungen im Bauen \u00f6ffentlichkeitswirksam zu implementieren und die Innenstadtpotenziale Geras f\u00fcr Investoren sichtbar zu machen. Wir wollen au\u00dferdem die damit verbundene M\u00f6glichkeit nutzen, die Stadt \u00fcber die Grenzen Th\u00fcringens und Deutschlands hinaus als Standort f\u00fcr nachhaltiges Bauen zu etablieren.\u201c<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<p>Gleichzeitig steht f\u00fcr Sonntag fest, dass zur weiteren Entwicklung der Fl\u00e4che ein Strategiewechsel im Umgang mit den zu bebauenden Fl\u00e4chen der Neuen Mitte notwendig ist:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>\u201eMein Ziel ist es, dass der bestehende Rahmenplan \u201aplus\u2018 sp\u00e4testens 2024 mit Leben erf\u00fcllt wird und die Neue Mitte endlich Gestalt annimmt. Ein bew\u00e4hrtes st\u00e4dtebauliches Instrument dazu ist der vorhabenbezogene Bebauungsplan, wonach der Kaufzuschlag f\u00fcr ein Grundst\u00fcck vom konkreten Bauvorhaben des Investors abh\u00e4ngig ist.\u201c<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<p>Demnach w\u00fcrden im Unterschied zu einem normalen Bebauungsplan die planungsrechtlichen Weichen erst auf Grundlage von konkreten, angestrebten Projekten gestellt. Damit k\u00f6nnten einerseits die Vorstellungen und Bed\u00fcrfnisse des Vorhabentr\u00e4gers eingehender ber\u00fccksichtigt werden. Andererseits herrscht f\u00fcr Stadtverwaltung und politische Entscheidungstr\u00e4ger zu jedem Zeitpunkt Transparenz \u00fcber die geplanten Projekte. Zudem wird \u00fcber Realisierungswettbewerbe der Investoren die Qualit\u00e4t der Architektur sichergestellt. Und nicht zuletzt ist das jeweilige Verfahren z\u00fcgiger umsetzbar, weil bei einem vorhabenbezogenen Bebauungsplan die ganze oder zumindest teilweise \u00dcbernahme der Planungs- und Erschlie\u00dfungskosten durch den Projekttr\u00e4ger erfolgt.<\/p>\n\n\n\n<p>Dass die Mehrheit der Stadtr\u00e4te diesen Vorschlag ebenso ablehnte wie die enge Kooperation mit der Wohnungsbaugenossenschaft Elstertal, der mit rund 9700 Quadratmetern beinahe die H\u00e4lfte der Gesamtfl\u00e4che geh\u00f6rt, versteht Sonntag als klare Botschaft zur Priorit\u00e4tensetzung:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>\u201eOffene und umstrittene planerische Fragen m\u00fcssen nun schnellstm\u00f6glich gekl\u00e4rt werden, bevor wir in konkrete Verhandlungen mit Investoren treten. Dazu geh\u00f6ren etwa die Einbindung des ausstehenden Nutzungskonzepts f\u00fcr das KUK und eine konkrete L\u00f6sung f\u00fcr den Standort \u201aHaus am Br\u00fchl\u2018.\u201c<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<p>Unabh\u00e4ngig davon sei es aus Sicht Sonntags f\u00fcr den Erfolg der Entwicklung der innerst\u00e4dtischen Brachfl\u00e4che jedoch zentral, dass die Gespr\u00e4che mit der GWB intensiviert werden und die Diskussionen sowohl in den Aussch\u00fcssen als auch im Stadtrat in Zukunft st\u00e4rker strategisch ausgerichtet sind und sich nicht in inhaltlichen Detailfragen ersch\u00f6pfen:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>\u201eDie Entwicklung einer nachhaltigen und multifunktionalen Innenstadt in Gera schlie\u00dft die Neue Mitte unbedingt mit ein. Deshalb wird die Fl\u00e4che auch im Rahmen von \u201aDeine City Gera 2035\u2018 ber\u00fccksichtigt.\u201c<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<p>Das Projekt ist ein bedeutender Meilenstein zur St\u00e4rkung des Stadtzentrums, wof\u00fcr Gera 1,6 Millionen Euro aus dem Bundesprogramm \u201eZukunftsf\u00e4hige Innenst\u00e4dte und Zentren\u201c in Aussicht gestellt werden. Der Zuwendungsantrag wurde vom Stadtplanungsamt beim F\u00f6rdermittelgeber im Februar fristgerecht eingereicht. Ziel des ambitionierten Vorhabens ist es, in Gera ein Citymanagement zu etablieren, dessen Kernaufgabe darin besteht, zu einer Gesamtstrategie f\u00fcr den innerst\u00e4dtischen Bereich zu gelangen.<\/p>\n\n\n\n<p>Neben der Erarbeitung von langfristigen Aufgaben sollen auch konkrete Sofortma\u00dfnahmen vor Ort umgesetzt werden. Eine wichtige Funktion des Citymanagers wird es sein, alle relevanten Akteure einzubinden und den Austausch unter ihnen zu f\u00f6rdern und zu koordinieren. Michael Sonntag sieht im Projekt eine gro\u00dfe Chance:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>\u201eDie Entwicklung der Fu\u00dfg\u00e4ngerzonen in Geras Altstadt vom vollst\u00e4ndigen Angebot mit pulsierendem Leben hin zu umfangreichen Leerst\u00e4nden ist der Ausdruck einer Krise, von der viele st\u00e4dtische Fu\u00dfg\u00e4ngerzonen im gesamten Bundesgebiet betroffen sind. Mit dem erfolgreichen Zuschlag f\u00fcr das F\u00f6rderprogramm ist es uns m\u00f6glich, sowohl erforderliche Fortschreibungen von Teilkonzepten wie Einzelhandel, Wohnen und Verkehr als auch ein Gesamtkonzept f\u00fcr die Innenstadt zu erarbeiten und diese durch konkrete Ma\u00dfnahmen auch kurzfristig zu st\u00e4rken. Dabei ist uns sehr daran gelegen, die Zusammenarbeit mit H\u00e4ndlern, Gastronomen und Immobilieneigent\u00fcmern zu st\u00e4rken und die daraus entstehenden Synergieeffekte zu nutzen.\u201c<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<p>Dr. Thomas Prill, Leiter des Stadtplanungsamtes, erg\u00e4nzt:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>\u201eCorona hat uns deutlicher denn je vor Augen gef\u00fchrt, wo unsere Probleme liegen. Die bisher auf Dienstleistung und Konsum ausgerichtete einseitige Funktionalit\u00e4t des Stadtzentrums ist \u00fcberholt. Die Gleichung \u201aInnenstadt = Einkaufen\u2018 funktioniert nicht mehr und kurzfristige L\u00f6sungen wie etwa Zwischennutzungen helfen uns auf Dauer nicht weiter. Vielmehr muss aus der Innenstadt wieder Stadt gemacht werden. Das hei\u00dft, dass Menschen dort nicht nur einkaufen, sondern auch wohnen, arbeiten, flanieren, sich treffen und kulturell austauschen. Nicht zuletzt stellen sich Aufgaben der Klimaanpassung und eine verbesserte Aufenthaltsqualit\u00e4t. Daf\u00fcr braucht es neue Instrumente, Strategien und Konzepte.\u201c<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<p>Bis zum Ablauf des F\u00f6rderzeitraums im August 2025 soll das Citymanagement der Stadt so etabliert sein, dass es selbstmotiviert und -finanziert zur Innenstadtentwicklung beitr\u00e4gt. Mit der F\u00f6rderbewilligung \u2013 nach letztem Kenntnisstand ist hiermit bis Sommer 2022 zu rechnen \u2014 soll die Beauftragung eines externen B\u00fcros zur gemeinsamen Umsetzung der Projektbausteine erfolgen.<\/p>\n\n\n\n<p>Mit Blick auf die Innenstadtentwicklung wurde 2021 im Auftrag der Stadt Gera auch eine Evaluierung des Sanierungsgebietes \u201eStadtzentrum\u201c vorgenommen. Darin werden unter anderem die vordringlichen Sanierungsma\u00dfnahmen f\u00fcr folgende f\u00fcnf r\u00e4umliche Handlungsschwerpunkte definiert: die Aufwertung der Verbindungsachse Bahnhof\u2014Stadtzentrum, die Neuentwicklung Tietz-Quartier und obere Sorge, die Anbindung der \u00f6stlichen und s\u00fcdlichen Wohnquartiere, der Stadtumbau s\u00fcdlicher Altstadtrand mit Kornmarkt sowie Geras Neue Mitte und KUK. In einem ersten Schritt wird 2022 die Sanierung der Puppenb\u00fchne und des Gustav-Hennig-Platzes vorbereitet und die entsprechenden Planungen erstellt. Im Rahmen der Ma\u00dfnahmen soll auch der angrenzende Stra\u00dfenraum Amthorstra\u00dfe und s\u00fcdlicher Teil der Rudolf-Diener-Stra\u00dfe grundhaft erneuert werden und ein neuer Spielplatz entstehen. Dar\u00fcber hinaus wird im dritten Quartal des Jahres mit der Bauma\u00dfnahme \u201eN\u00f6rdliche Vogelinsel\u201c begonnen. Sie beinhaltet die Sanierung der zentrumsnahen Parkanlage mit dem Ziel, sie aufzuwerten und die Aufenthaltsqualit\u00e4t in diesem Bereich zu erh\u00f6hen.<\/p>\n\n\n\n<p>QUELLE: STADTVERWALTUNG<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"mh-excerpt\"><p>In der Stadtratssitzung vom 23. M\u00e4rz 2022 wurde der vom Dezernat f\u00fcr Stadtentwicklung, Bau und Umwelt eingebrachte Grundsatzbeschluss zum weiteren Projektfortgang von Geras Neuer Mitte durch den Stadtrat in Teilen bef\u00fcrwortet. 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