{"id":19270,"date":"2022-05-28T12:31:38","date_gmt":"2022-05-28T10:31:38","guid":{"rendered":"http:\/\/www.studiogera.de\/001\/?p=19270"},"modified":"2022-05-28T12:31:40","modified_gmt":"2022-05-28T10:31:40","slug":"ist-die-verknappung-vielleicht-sogar-gewollt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.studiogera.de\/001\/2022\/05\/28\/ist-die-verknappung-vielleicht-sogar-gewollt\/","title":{"rendered":"IST DIE VERKNAPPUNG VIELLEICHT SOGAR GEWOLLT?"},"content":{"rendered":"\n<p>In Deutschland will man die sogenannten Treibhausgasemissionen bis zum Jahre 2030 um mindestens 65 % reduzieren, bezogen auf das Jahr 1990. Bis 2045 m\u00fcsse das Land klimaneutral sein, hei\u00dft es. Doch wie soll dieses Ziel erreicht werden?<\/p>\n\n\n\n<p>Was Klimaneutralit\u00e4t konkret bedeutet, erkl\u00e4rte Jens Gr\u00f6ger vom \u00d6ko-Institut in Berlin am 8. November 2022 im Deutschlandfunk so: Jeder Bundesb\u00fcrger verursacht derzeit im Schnitt elf Tonnen CO\u2082 pro Jahr. Bei Klimaneutralit\u00e4t darf aber h\u00f6chstens nur eine Tonne emittiert werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Um besser verstehen zu k\u00f6nnen, um welche Gr\u00f6\u00dfenordnungen es geht, bietet sich hier ein Vergleich an: W\u00e4hrend des Lockdowns im Fr\u00fchjahr 2020, als viele Gesch\u00e4fte geschlossen und gro\u00dfe Reisen nicht m\u00f6glich waren, ging der Kohlenstoffdioxid-Aussto\u00df lediglich um h\u00f6chstens 8 % zur\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n<p>Die S\u00fcddeutsche Zeitung schrieb am 6. Mai 2021, die Reduktion um 65 % entspricht dem, was alle Geb\u00e4ude in Deutschland zusammen emittieren. Es handelt sich um insgesamt 125 Millionen Tonnen CO\u2082.<\/p>\n\n\n\n<p>Nun k\u00f6nnte man die Abkehr von fossilen Energietr\u00e4gern aus Russland in einem v\u00f6llig anderen Kontext sehen. Die Energiewende w\u00fcrde beschleunigt, und der Unmut w\u00e4re auf die russische Regierung gelenkt. St\u00fcnde etwa die eigene Regierung im Fokus der betroffenen Menschen, etwa bei weiter steigenden Kraftstoffpreisen, k\u00e4me es wom\u00f6glich zu Protesten wie in Frankreich. Aber das bleibt reine Spekulation. Denn andererseits ist der deutsche Wirtschaftsminister gleichzeitig bem\u00fcht, neue Lieferanten zu finden, die den Bedarf an Gas und \u00d6l decken. Preisabsprachen zwischen den Konzernen sollen durch die Bildung eines sogenannten Abnehmerkartells unwirksam und die B\u00fcrger entlastet werden. So ist etwa im Rahmen des Entlastungspaketes 2022 vorgesehen, die Energiesteuer f\u00fcr die Dauer von drei Monaten auf das europarechtlich vorgeschriebene Mindestma\u00df zu senken. Benzin wird dadurch um knapp 30 Cent pro Liter g\u00fcnstiger, Dieselkraftstoff um rund 14 Cent pro Liter. Das Abnehmerkartell w\u00fcrde aber nur funktionieren, wenn sich m\u00f6glichst viele L\u00e4nder daran beteiligen und gemeinsam einen Abnahmepreis vorgeben. Zudem sollen Kohlekraftwerke als Reserve vorgehalten werden. Das alles sei solange n\u00f6tig, bis umweltfreundliche Technologien in ausreichendem Ma\u00dfe zur Verf\u00fcgung st\u00fcnden.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Situation ist derzeit recht komplex: Laut einem Bericht des Handelsblattes lehnt US-Finanzministerin Janet Yellen ein Embargo der EU gegen russisches \u00d6l, vorgeschlagen von der EU-Kommission, ab. Denn das k\u00f6nnte die Preise antreiben und damit auch die Inflation in den USA. Hochrangige Vertreter der US-Regierung schlagen stattdessen einen Strafzoll auf russische \u00d6l-Lieferungen als \u00dcbergangsl\u00f6sung vor. Dadurch k\u00f6nnte die negativen Auswirkungen auf die USA begrenzt werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Tatsache ist aber auch, dass es bereits verschiedene Andeutungen gab, was einen gro\u00dfen Umbau anbelangt. So sagte die damalige Bundeskanzlerin Angela Merkel am 23. Januar 2020:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>\u201eDiese Transformation bedeutet im Grunde, die gesamte Art des Wirtschaftens und Lebens, wie wir es uns im Industriezeitalter angew\u00f6hnt haben, in den n\u00e4chsten drei\u00dfig Jahren zu verlassen. [\u2026]\u201c<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<p>Welche Art des Wirtschaftens und Lebens haben sich die Menschen hierzulande im Industriezeitalter angew\u00f6hnt? Vielleicht gew\u00e4hren die Werbebilder der Internetseite \u201e<a href=\"https:\/\/17ziele.de\/blog\/detail\/17-projektionen.html\">https:\/\/17ziele.de\/blog\/detail\/17-projektionen.html<\/a>\u201c einen Einblick in die k\u00fcnftige Lebenswirklichkeit und lassen Schlussfolgerungen zu: \u201eReich ist, wer noch genug zum Teilen hat\u201c, ist dort zu lesen. \u201eHier bekommen Sie alles, was viele nicht bekommen: Essen\u201c, hei\u00dft es weiter unten. M\u00f6glicherweise werden Nahrung, eine warme Unterkunft, Kleidung und die f\u00fcr die elektronischen Dienste notwendigen Datentarife so teuer, dass sie einen Gro\u00dfteil der Eink\u00fcnfte aufzehren und nur noch ein minimaler Lebensstandard m\u00f6glich ist. Das gro\u00dfe Problem der Zukunft w\u00e4re also die einfache Grundversorgung.<\/p>\n\n\n\n<p>Nicht zu vergessen sind auch die Ausf\u00fchrungen Robert Habecks im Dezember 2021 gegen\u00fcber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>\u201eDas Antlitz des Landes wird sich ver\u00e4ndern, der Arbeitsmarkt ein anderer werden, soziale Fragen stellen sich.\u201c<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<p>Durch neue Technologien k\u00f6nnten also viele Arbeitspl\u00e4tze wegfallen, wovon wiederum besonders die soziale Mittelschicht betroffen w\u00e4re. Es kommen zwar neue Arbeitspl\u00e4tze hinzu, doch diese werden sich auf einem Anforderungsniveau befinden, dass die gro\u00dfe Mehrheit mangels kognitiver Ressourcen nicht mehr erreichen kann. Diese ist dann auf Sozialleistungen angewiesen. Habeck sagte in diesem Zusammenhang weiter:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>\u201eWenn wir es richtig anstellen und eine Dynamik ausl\u00f6sen, k\u00f6nnen wir einen Boom neuer Technologien erleben, neue industrielle Zweige und Arbeitspl\u00e4tze k\u00f6nnen entstehen.\u201c<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<p>Von dem Wandel werden h\u00f6chstwahrscheinlich aber nur wenige Menschen profitieren k\u00f6nnen, etwa KI-Programmierer, w\u00e4hrend bei allen anderen das Geld nur f\u00fcr unbedingt notwendige Dinge reicht. Auch die Regierungserkl\u00e4rung von Olaf Scholz am 15. Dezember 2021 k\u00f6nnte man neu interpretieren:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>\u201eHinter uns liegen 250 Jahre, in denen unser Wohlstand auf dem Verbrennen von Kohle, \u00d6l und Gas gr\u00fcndete. Jetzt liegen vor uns etwa 23 Jahre, in denen wir aus den fossilen Brennstoffen aussteigen m\u00fcssen und aussteigen werden. Denn wir haben uns verpflichtet: Bis 2045 muss Deutschland klimaneutral sein. Damit liegt vor uns die gr\u00f6\u00dfte Transformation unserer Industrie und \u00d6konomie seit mindestens 100 Jahren.\u201c<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<p>Er f\u00fcgte an, man werde in Deutschland neue Wege einschlagen, auch da, wo das Bestehende auf den ersten Blick noch oft gut funktioniert.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/www.bundesregierung.de\/breg-de\/suche\/regierungserklaerung-von-bundeskanzler-olaf-scholz-1992008\">https:\/\/www.bundesregierung.de\/breg-de\/suche\/regierungserklaerung-von-bundeskanzler-olaf-scholz-1992008<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Im Gespr\u00e4ch ist auch eine Solidarit\u00e4tsklausel f\u00fcr die gerechte Verteilung des noch zur Verf\u00fcgung stehenden Gases in der EU. In diesem Falle m\u00fcsste Deutschland zu Gunsten anderer L\u00e4nder auf Gas verzichten. Das verleitet sicherlich zu Spekulationen: Seit l\u00e4ngerem sind Notversorgungsprogramme in Planung, und es scheint, als w\u00fcrden lediglich die Begr\u00fcndungen ausgetauscht, um in eine ganz bestimmte Richtung einschwenken zu k\u00f6nnen. Durch menschliche Aktivit\u00e4ten wird CO\u2082 freigesetzt, und wer dies unterbinden will, m\u00fcsste nur die Aktivit\u00e4ten auf ein niedrigeres Niveau bringen, was wiederum mit einer Verringerung der Energiezufuhr getan w\u00e4re. Nun kursieren auch Ger\u00fcchte, wonach im Rahmen der Notfallversorgung eine umfangreiche Auslistung von Artikeln in den Kaufhallen geplant ist. Diese werde man anschlie\u00dfend durch Einheitsprodukte ersetzen und somit das Sortiment erheblich einschr\u00e4nken.<\/p>\n\n\n\n<p>Festzuhalten bleibt, dass bereits im Jahre 2019 ein sogenannter Klimanotstand ausgerufen wurde. Verbunden werden soll dieser mit verschiedenen Verpflichtungen.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/www.europarl.europa.eu\/news\/de\/press-room\/20191121IPR67110\/europaisches-parlament-ruft-klimanotstand-aus\">https:\/\/www.europarl.europa.eu\/news\/de\/press-room\/20191121IPR67110\/europaisches-parlament-ruft-klimanotstand-aus<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Gleichzeitig sieht das Weltwirtschaftsforum Notst\u00e4nde und Krisen als eine einmalige Gelegenheit an, verschiedene Dinge durchzusetzen, die unter normalen Bedingungen kein Mensch akzeptiert h\u00e4tte. Die j\u00fcngsten gro\u00dfen Krisen waren deshalb auch das wichtigste Thema beim viert\u00e4gigen WEF-Jahrestreffen 2022, an dem fast 2500 Vertreter aus Politik, Wirtschaft und der Gesellschaft teilnahmen. Hier war im Vorfeld die Rede von einer Nullsetzung bzw. einem Great Reset, von dem ausgehend eine v\u00f6llig neue Ordnung mit neuen Wertevorstellungen und neuen Regeln geschaffen werden solle. Die Menschen werden weniger besitzen, zufriedener sein, und wegen drohender Pandemien ihre Gesundheit, ihre Kontakte und neue Technologien f\u00fcr den K\u00f6rper zum wichtigsten Thema machen. An einer neuen Definition f\u00fcr Begriffe wie Wohlstand und Gl\u00fcck, unterlegt mit festen Kriterien, wird ebenfalls gearbeitet, da sie k\u00fcnftig als Ma\u00dfstab herangezogen werden und st\u00e4rker im Fokus stehen sollen als derzeit das auf die Wirtschaft bezogene BIP. Au\u00dferdem meint das Weltwirtschaftsforum, dass die Menschen in der klimaneutralen Zukunft auch unter r\u00e4umlichen Einschr\u00e4nkungen mehr Freiheit versp\u00fcren werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Wie sich die Dinge nun tats\u00e4chlich entwickeln werden, l\u00e4sst sich nicht vorhersagen, doch erkennbar sind Zukunftsvisionen, Interessen, Absichten, Vorbereitungen und Andeutungen, die zusammengenommen bestimmte Szenarien wahrscheinlicher erscheinen lassen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"mh-excerpt\"><p>In Deutschland will man die sogenannten Treibhausgasemissionen bis zum Jahre 2030 um mindestens 65 % reduzieren, bezogen auf das Jahr 1990. Bis 2045 m\u00fcsse das Land klimaneutral sein, hei\u00dft es. 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