{"id":19471,"date":"2022-06-20T00:16:23","date_gmt":"2022-06-19T22:16:23","guid":{"rendered":"http:\/\/www.studiogera.de\/001\/?p=19471"},"modified":"2022-06-20T00:16:25","modified_gmt":"2022-06-19T22:16:25","slug":"die-weisse-elster-und-ihr-tal-zwischen-greiz-und-bad-koestritz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.studiogera.de\/001\/2022\/06\/20\/die-weisse-elster-und-ihr-tal-zwischen-greiz-und-bad-koestritz\/","title":{"rendered":"DIE WEISSE ELSTER UND IHR TAL ZWISCHEN GREIZ UND BAD K\u00d6STRITZ"},"content":{"rendered":"\n<p>Aus Anlass der K\u00fcr der Wei\u00dfen Elster zur Flusslandschaft des Jahres 2020 bis 2023 pr\u00e4sentiert das Museum f\u00fcr Naturkunde die Wei\u00dfe Elster und ihr Tal zwischen Greiz und Bad K\u00f6stritz in einer Ausstellung ab dem 19. August 2022. Die Besucher der Ausstellung k\u00f6nnen die abwechslungsreiche Landschaft im Tal der Wei\u00dfen Elster anhand von aktuellen Landschaftsaufnahmen verschiedener Fotografen zu allen Jahreszeiten erleben. So ist ein Blick ins Tal von den Felsklippen des H\u00fcttchenberges genauso m\u00f6glich, wie auch die Vogelperspektive auf die Wei\u00dfe Elster in Bad K\u00f6stritz.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Wei\u00dfe Elster hat ihren Ursprung s\u00fcd\u00f6stlich der tschechischen Stadt \u201eA\u0161\u201c, wo sie den Namen \u201eB\u00edl\u00fd Hal\u0161trov\u201c tr\u00e4gt. Der Name \u201eWei\u00dfe Elster\u201c leitet sich m\u00f6glicherweise vom slawischen Wort \u201eAlstrawa\u201c ab, was in etwa \u201edie Eilende\u201c bedeutet. Setzte man an der Quelle ein Papierboot ins Wasser, tr\u00e4te es eine 257 Kilometer lange Reise an, die in der Tschechei beginnt und dann auf deutscher Seite durch die Bundesl\u00e4nder Sachsen, Th\u00fcringen, Sachsen-Anhalt und erneut durch Sachsen f\u00fchrt. Schlie\u00dflich w\u00fcrde es dann zur\u00fcck in Sachsen-Anhalt bei Halle in die Saale flie\u00dfen, die wiederum die Elbe speist, um letztendlich bei Hamburg in die Nordsee zu m\u00fcnden. Zwischen Greiz und Bad K\u00f6stritz in Th\u00fcringen befinden sich Teile des Ober- und Mittellaufs der Wei\u00dfen Elster. Der Oberlauf erstreckt sich durch das s\u00e4chsisch-th\u00fcringische Schiefergebirge bis W\u00fcnschendorf. Hier flie\u00dft die Wei\u00dfe Elster vergleichsweise schnell und gr\u00e4bt sich dadurch tief in die Landschaft. Als Konsequenz entstehen die f\u00fcr den Oberlauf typischen Schluchten und Kerbt\u00e4ler. Ein solches Kerbtal ist das Elstertal zwischen Greiz und W\u00fcnschendorf. Der Mittellauf der Wei\u00dfen Elster f\u00fchrt von W\u00fcnschendorf durch das Platten- und H\u00fcgelland der Saale-Elster-Buntsandsteintafel bis Zeitz (Sachsen-Anhalt). Im Vergleich zum Oberlauf hat sich die Flie\u00dfgeschwindigkeit durch das abnehmende Gef\u00e4lle schon deutlich verlangsamt.<\/p>\n\n\n\n<p>Trotz zahlreicher \u00f6kologischer Probleme bieten die Wei\u00dfe Elster und ihr Tal Lebensr\u00e4ume f\u00fcr viele Pflanzen und Tiere an Land und im Wasser. Insbesondere die nachgewiesenen Fisch- und Vogelarten des Gebietes werden umfangreich vorgestellt. In einer Panoramavitrine k\u00f6nnen mehr als einhundert Vogelarten als Pr\u00e4parat besichtigt werden. Besonders auff\u00e4llig unter ihnen ist der Eisvogel (Alcedo atthis), das \u201eblaue Juwel\u201c im Tal der Wei\u00dfen Elster. Gen\u00fcgend Kleinfische, klares Wasser, Sitzwarten am Ufer und Steilufer zum Br\u00fcten sind f\u00fcr diese Vogelart wichtige Voraussetzungen. Die Wei\u00dfe Elster besitzt geeignete Steilufer\u00a0an einigen Stellen im Raum Greiz, im Bereich Meilitz (W\u00fcnschendorf) und n\u00f6rdlich von Gera.\u00a0Auch der Kormoran (Phalacrocorax carbo) ist im Tal der Wei\u00dfen Elster pr\u00e4sent. Der geschickte Taucher mit gr\u00fcnen Augen kann zwischen Greiz und Bad K\u00f6stritz mehr oder weniger ganzj\u00e4hrig beobachtet werden. Je k\u00e4lter der Winter in Norddeutschland und anderen n\u00f6rdlichen Gebieten Europas ist, desto mehr Tiere kommen als \u00dcberwinterungsg\u00e4ste in mildere Regionen wie das Tal der Wei\u00dfen Elster.<\/p>\n\n\n\n<p>Nachdem, vermutlich im Jahr 1609, der damals letzte Biber in Th\u00fcringen abgeschossen wurde, gab es nach Jahrhunderten\u00a0erstmals im Jahr 2019 Meldungen von Biber-Fra\u00dfspuren entlang der Wei\u00dfen Elster im Landkreis Greiz. Im Jahre 2022 konnten an der Wei\u00dfen Elster zwischen Greiz und Bad K\u00f6stritz bereits mehrfach Biber nachgewiesen werden. Ein Biberweibchen, das am 12. M\u00e4rz 2020 in Geraer Ortsteil Niebra tot aufgefunden wurde, wird in der Ausstellung pr\u00e4sentiert. Bereits im April 2011 wurde in Gera-Rubitz ein ausgewachsener m\u00e4nnlicher Fischotter ein Verkehrsopfer und damit ein Nachweis f\u00fcr das Wiedervorhandensein der Art in der Region, nachdem die Tierart seit 1974 in ganz Th\u00fcringen als nicht mehr vorhanden galt. Auch dieses stattliche Tier wird in der Ausstellung als Pr\u00e4parat gezeigt.<\/p>\n\n\n\n<p>Einst war die Wei\u00dfe Elster vor allem in ihrem Oberlauf als \u201ePerlfluss\u201c bekannt. Gemeint sind die Perlen der legend\u00e4ren Flussperlmuschel (Margaritifera margaritifera), deren Vorkommen in der Wei\u00dfen Elster bis in den W\u00fcnschendorfer Raum reichten. Bereits im fr\u00fchen 20. Jahrhundert sind jedoch die letzten Restbest\u00e4nde dieser S\u00fc\u00dfwassermuschel in der Wei\u00dfen Elster verschwunden. In ganz Th\u00fcringen gilt die Art aktuell als\u00a0verschollen. Echte Schalen und Perlen der Flussperlmuschel und vor allem auch ein Schmuckst\u00fcck, das eine Perle aus der Wei\u00dfen Elster enth\u00e4lt, k\u00f6nnen in der Ausstellung betrachtet werden.<\/p>\n\n\n\n<p>W\u00e4hrend die Flussperlmuschel verschwunden ist, haben sich andere Tier- und Pflanzenarten durch den menschlichen Einfluss mehr oder weniger neu im Tal der Wei\u00dfen Elster angesiedelt. Solche Neobiota, von der Nilgans (Alopochen aegyptiaca) bis zum Riesenb\u00e4renklau (Heracleum mantegazzianum), werden in einem anderen Bereich der Ausstellung vorgestellt. Auch eine Auswahl wertvoller und typischer Lebensr\u00e4ume kommt in der Schau nicht zu kurz. Erg\u00e4nzend dazu werden im H\u00f6hler des Museums wertvolle Funde von Mineralien und Fossilien aus dem Tal der Wei\u00dfen Elster zwischen Greiz und Bad K\u00f6stritz ausgestellt. Der heute stillgelegte Steinbruch \u201eKuhbergbruch\u201c in Neum\u00fchle\/Elster hat \u00fcber viele Jahre pr\u00e4chtige Bergkristalle und Antimonminerale geliefert. Nat\u00fcrlich darf bei diesem Thema das Gold aus der Wei\u00dfen Elster und ihren Zufl\u00fcssen nicht fehlen.<\/p>\n\n\n\n<p>QUELLE: STADTVERWALTUNG<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"mh-excerpt\"><p>Aus Anlass der K\u00fcr der Wei\u00dfen Elster zur Flusslandschaft des Jahres 2020 bis 2023 pr\u00e4sentiert das Museum f\u00fcr Naturkunde die Wei\u00dfe Elster und ihr Tal zwischen Greiz und Bad K\u00f6stritz in einer Ausstellung ab dem <a class=\"mh-excerpt-more\" href=\"https:\/\/www.studiogera.de\/001\/2022\/06\/20\/die-weisse-elster-und-ihr-tal-zwischen-greiz-und-bad-koestritz\/\" title=\"DIE WEISSE ELSTER UND IHR TAL ZWISCHEN GREIZ UND BAD K\u00d6STRITZ\">[&#8230;]<\/a><\/p>\n<\/div>","protected":false},"author":3,"featured_media":16848,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[7],"tags":[],"class_list":{"0":"post-19471","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-regionalkunde"},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.studiogera.de\/001\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/19471","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.studiogera.de\/001\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.studiogera.de\/001\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.studiogera.de\/001\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.studiogera.de\/001\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=19471"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.studiogera.de\/001\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/19471\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":19472,"href":"https:\/\/www.studiogera.de\/001\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/19471\/revisions\/19472"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.studiogera.de\/001\/wp-json\/wp\/v2\/media\/16848"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.studiogera.de\/001\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=19471"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.studiogera.de\/001\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=19471"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.studiogera.de\/001\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=19471"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}