{"id":20255,"date":"2022-08-20T19:19:08","date_gmt":"2022-08-20T17:19:08","guid":{"rendered":"http:\/\/www.studiogera.de\/001\/?p=20255"},"modified":"2022-08-20T19:19:10","modified_gmt":"2022-08-20T17:19:10","slug":"der-fischotter-aus-rubitz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.studiogera.de\/001\/2022\/08\/20\/der-fischotter-aus-rubitz\/","title":{"rendered":"DER FISCHOTTER AUS RUBITZ"},"content":{"rendered":"\n<p>Das Objekt des Monats August 2022 im Geraer Museum f\u00fcr Naturkunde ist ein Pr\u00e4parat eines Eurasischen Fischotters (Lutra lutra). Das ausgewachsene m\u00e4nnliche Tier wurde im April 2011 in Rubitz tot neben der Ortsdurchfahrt aufgefunden. Das Tier war offensichtlich ein Stra\u00dfenverkehrsopfer und gleichzeitig einer der ersten Belege f\u00fcr das Wiedervorhandensein des Fischotters im Raum Gera nach einer langen \u201eUnterbrechung\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p>Bereits im Laufe des Mittelalters wurde der Fischotter in Europa bejagt. Im 19. und 20. Jahrhundert fand die Otterjagd in immer gr\u00f6\u00dferem Ma\u00dfstab statt. Zus\u00e4tzlich sorgten verschmutzte Gew\u00e4sser, die Verbauung und die Trockenlegung von Gew\u00e4ssern, sowie das Abholzen der Ufervegetation f\u00fcr den massiven R\u00fcckgang der Best\u00e4nde in ganz Europa. Regional f\u00fchrten diese Ma\u00dfnahmen sogar zum vollkommenen Verschwinden der Art. So galt der Fischotter seit 1974 auch in Th\u00fcringen als verschollen. 1996 wurde an der Grenze zu Bayern erstmalig wieder ein Fischotter in Th\u00fcringen entdeckt.<\/p>\n\n\n\n<p>Eurasische Fischotter sind S\u00e4ugetiere und geh\u00f6ren zur Familie der Marder. Sie sind ausgesprochen gute Schwimmer unter den Landraubtieren. Sie erreichen eine Masse bis zu zw\u00f6lf Kilogramm und eine K\u00f6rperl\u00e4nge bis zu 1,3 Metern. Ihr im Querschnitt rundlicher und muskul\u00f6ser Schwanz dient als Steuer im Wasser. Ihr K\u00f6rper ist langgestreckt und verf\u00fcgt nur \u00fcber kurze Beine, zwischen deren Zehen Schwimmh\u00e4ute sind. Die Tasthaare an der Schnauze sind wichtige Sinnesorgane im tr\u00fcben Wasser. Zus\u00e4tzlich bilden etwa 80 bis 100 Millionen Haare den extrem dichten und sehr gut isolierenden, wasserdichten Pelz eines Fischotters. Die Tiere besiedeln stehende und flie\u00dfende Gew\u00e4sser. Allerdings bevorzugen sie flache Fl\u00fcsse und B\u00e4che mit dichtem Uferbewuchs, untersp\u00fclten Ufern, Flachwasserzonen und Sandb\u00e4nken. Im Februar und M\u00e4rz findet die Paarung statt. Ein Wurf besteht aus ein bis vier Jungtieren, die blind und hilflos als Nesthocker geboren werden. Etwa 14 Monate bleiben die Jungtiere bei der Mutter.<\/p>\n\n\n\n<p>Fischotter sind Nahrungsopportunisten und reine Fleischfresser. Sie verzehren sehr unterschiedliche Beutetiere, vor allem verschiedene kleinere Fischarten, die sie aufgrund ihrer hohen Wendigkeit leicht erbeuten k\u00f6nnen. Fischotter fressen aber auch V\u00f6gel, wie Bl\u00e4ssrallen, Enten und M\u00f6wen. Scherm\u00e4use, Bisame, Kaninchen, Krebse, Fr\u00f6sche, Schnecken und Insekten geh\u00f6ren ebenfalls zum nat\u00fcrlichen Speiseplan. Fischotter sind tag- und nachtaktiv. Sie nutzen das Ufer um zu ruhen. Au\u00dferdem sind sie sehr anspruchsvoll, so dass nur naturnahe und fischreiche Gew\u00e4sser in Frage kommen!<\/p>\n\n\n\n<p>Seit 2020 werden Fischotter per \u201eKamera-Falle\u201c an der Wei\u00dfen Elster bzw. an deren Zufl\u00fcssen im Raum Gera beobachtet und ihre Entwicklung verfolgt. Die Tiere konnten sich bereits erfolgreich vermehren. Mit weniger Aufwand wird die Anwesenheit des Fischotters auch anhand von Uferbegehungen und dem Aufsuchen typischer und unverwechselbarer Spuren wie F\u00e4hrten und Losungen wie Kot \u00fcberwacht und dokumentiert.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Fischotter aus Rubitz kann w\u00e4hrend der Geraer Museumsnacht am 26. August 2022 in der neuen Sonderausstellung \u201eGez\u00e4hmte Eilende \u2014 Die Wei\u00dfe Elster und ihr Tal zwischen Greiz und Bad K\u00f6stritz\u201c im Museum f\u00fcr Naturkunde betrachtet werden. Au\u00dferdem bietet die Ausstellung seltene Filmaufnahmen des Fischotters aus dem Tal der Wei\u00dfen Elster im Raum Gera. Die Ausstellung kann au\u00dferdem nach Behebung des Havarieschadens und der dementsprechenden generellen Wiederer\u00f6ffnung des Museums f\u00fcr Naturkunde \u00fcber einen gro\u00dfz\u00fcgigen Zeitraum besichtigt werden.<\/p>\n\n\n\n<p>QUELLE: STADTVERWALTUNG<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"mh-excerpt\"><p>Das Objekt des Monats August 2022 im Geraer Museum f\u00fcr Naturkunde ist ein Pr\u00e4parat eines Eurasischen Fischotters (Lutra lutra). Das ausgewachsene m\u00e4nnliche Tier wurde im April 2011 in Rubitz tot neben der Ortsdurchfahrt aufgefunden. 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