{"id":20532,"date":"2022-09-10T21:38:35","date_gmt":"2022-09-10T19:38:35","guid":{"rendered":"http:\/\/www.studiogera.de\/001\/?p=20532"},"modified":"2022-09-10T21:38:37","modified_gmt":"2022-09-10T19:38:37","slug":"tag-des-offenen-denkmals-am-11-september-2022","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.studiogera.de\/001\/2022\/09\/10\/tag-des-offenen-denkmals-am-11-september-2022\/","title":{"rendered":"TAG DES OFFENEN DENKMALS AM 11. SEPTEMBER 2022"},"content":{"rendered":"\n<p>Einmal im Jahr kann Geras Baukultur auf besondere Weise erlebt werden. Zum bundesweiten Tag des offenen Denkmals wird im Rahmen von F\u00fchrungen und Rundg\u00e4ngen in vorwiegend nicht \u00f6ffentlich zug\u00e4nglichen Baudenkm\u00e4lern die Vielf\u00e4ltigkeit der Geraer Denkmallandschaft greifbar. Eigent\u00fcmer, Denkmalpfleger und Architekten, die sich aktiv f\u00fcr den Erhalt denkmalgesch\u00fctzter Bauten engagieren, stellen Geb\u00e4ude, ihre Baugeschichte und aktuelle Projekte vor.<\/p>\n\n\n\n<p>Anl\u00e4sslich des 30. Jubil\u00e4ums des Th\u00fcringer Denkmalschutzgesetzes hat die untere Denkmalschutzbeh\u00f6rde Geras ein interessantes und anspruchsvolles Programm f\u00fcr den diesj\u00e4hrigen Aktionstag entwickelt. Unter dem Motto \u201eKulturSpur. Ein Fall f\u00fcr den Denkmalschutz\u201c werden im gesamten Stadtgebiet zwischen 11 und 17 Uhr hochkar\u00e4tige Kulturdenkmale ge\u00f6ffnet, die Interessierten einen Eindruck von der reichen Bau- und Architekturgeschichte Geras aus rund acht Jahrhunderten vermitteln. Gleichzeitig l\u00e4dt das Motto dazu ein, sich auf Spurensuche zu begeben: Welche Geschichten erz\u00e4hlen die Denkm\u00e4ler? Welche Spuren hat menschliches Handeln \u00fcber die Jahrhunderte hinweg hinterlassen?<\/p>\n\n\n\n<p>Architektonische Kulturspuren ziehen sich durch Gera. Dazu geh\u00f6ren etwa die Industriellenvillen des 19. und beginnenden 20. Jahrhunderts. Ein Musterbeispiel f\u00fcr die Villenkultur in der Stadt ist die Villa Hirsch, in der 11 Uhr der Aktionstag er\u00f6ffnet wird. Sie entstand zwischen 1894 und 1902 f\u00fcr die Familie von Georg Hirsch. Ihre aufwendigen T\u00fcr- und Wandverkleidungen mit goldenen Rokoko-Stuckformen, Einbauschr\u00e4nke mit Safes sowie Lampen und Wandmalereien sind bis heute erhalten. Zu besichtigen ist auch die <strong>Villa Vo\u00df<\/strong>, die bereits 1873 nach Pl\u00e4nen des Architekten Ferdinand Luthmer f\u00fcr den Bauunternehmer und Rittergutsbesitzer Georg Vo\u00df errichtet wurde und zu den fr\u00fchesten Zeugnissen gro\u00dfb\u00fcrgerlich gepr\u00e4gter Bauten in Gera geh\u00f6rt. Bautyp und Architektur gehen auf die italienischen Renaissance-Palazzi zur\u00fcck. Dabei waren sowohl Grundriss als auch Gestaltungskonzept der Villa beispielgebend f\u00fcr den gr\u00fcnderzeitlichen Villenbau in Gera. Am Aktionstag stehen den Besucherinnen und Besuchern die opulente zweigeschossige Halle mit Atrium und im Untergeschoss die Gew\u00f6lber\u00e4ume des ehemaligen Weinkellers offen. Fabrikant Hermann G\u00fcnther lie\u00df sich 1894 ein villenartiges Landhaus als Jagdschloss und Sommersitz in Zeulsdorf errichten. Das \u201eLandhaus G\u00fcnther\u201c wurde nach 1945 unter anderem als erste Landesjugendschule der FDJ Th\u00fcringen und Jugendherberge genutzt. Im Jahr 1997 fanden erste Instandsetzungen statt. Stuckdecken, Stuckverzierungen \u00fcber den Treppenhausfenstern sowie die reich geschnitzte Treppenanlage und Innent\u00fcren sind erhalten geblieben. Die gro\u00dfe Anlage wurde park\u00e4hnlich gestaltet. Heute wird das Landhaus f\u00fcr mehrere medizinische Therapien genutzt. Au\u00dferdem sind der Garten und das Caf\u00e9 des Hauses Schulenburg ge\u00f6ffnet. Der denkmalgesch\u00fctzte Geb\u00e4udekomplex wurde von 1913 bis 1915 als Wohnhaus im Auftrag des Textilfabrikanten Paul Schulenburg\u00a0errichtet und geh\u00f6rt zu den wichtigsten als Gesamtkunstwerk konzipierten und erhaltenen Bauwerken des Architekten, Gestalters und Theoretikers Henry van de Velde. Der von der Malerei kommende Belgier gilt als Wegbereiter des Bauhauses. Das Hauptgeb\u00e4ude beherbergt ein Privatmuseum mit M\u00f6beln, Textilien, Entw\u00fcrfen und Publikationen des K\u00fcnstlers. Die Besichtigung des Geb\u00e4udes und der Ausstellungen ist auch am Aktionstag geb\u00fchrenpflichtig.<\/p>\n\n\n\n<p>Auf dem Osterstein kann der Bergfried erklommen werden. Die Anstrengung lohnt sich, denn der Aussichtspunkt inmitten des Stadtwaldes bietet einen weiten Blick \u00fcber Gera. Der Turm geh\u00f6rte urspr\u00fcnglich zu einer mittelalterlichen Burganlage der V\u00f6gte von Weida und war Bestandteil des sp\u00e4teren Residenzschlosses des F\u00fcrstenhauses Reu\u00df j\u00fcngerer Linie.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Stadtteil Untermhaus steht am Gries 5 ein besonderes Fachwerkhaus, das vermutlich um 1606 erbaut wurde und aufgrund seines historischen Treppenturmes als kulturelle Kostbarkeit gilt. Es ist das \u00e4lteste bislang nachweisbare Haus in Alt-Untermhaus und geh\u00f6rt zu den letzten Objekten des ehemaligen slawischen Rundlings, der urspr\u00fcnglichen Bebauung der Gemeinde Gries. Dar\u00fcber hinaus ist es eines der wenigen, wenn auch nur teilweise erhaltenen Umgebindeh\u00e4user der Stadt, das Blockbau-, Fachwerk- und Massivbauweise miteinander verbindet. Heute steht es Touristen und G\u00e4sten als Ferienhaus zur Verf\u00fcgung, durch das der Eigent\u00fcmer am Aktionstag pers\u00f6nlich f\u00fchrt.<\/p>\n\n\n\n<p>Die \u201eGro\u00dfe Kirchstra\u00dfe\u201c in Geras Altstadt galt zusammen mit der \u201eKleinen Kirchstra\u00dfe&#8220; bis zum 19. Jahrhundert als eine der Hauptgesch\u00e4ftsstra\u00dfen. Durch die N\u00e4he zum Markt entstanden hier nach dem Stadtbrand 1780 die Wohn- und Gesch\u00e4ftsh\u00e4user der wohlhabenden Handels- und Kaufmannsfamilien. Das Geb\u00e4ude in der Gro\u00dfen Kirchstra\u00dfe 4 geh\u00f6rt zu den noch weitgehend unver\u00e4ndert erhaltenen Barockbauten der Stadt und kann besichtigt werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Zu besichtigen ist auch St. Petri, eine der \u00e4ltesten Kirchen Geras, die im sp\u00e4ten 12. Jahrhundert entstand. Sie befindet sich in Dorna. Umfangreiche Baut\u00e4tigkeiten fanden in den Jahren 1456 und 1500 statt. Um 1700 erh\u00f6hte man den Turm und setzte ihm eine barocke Haube auf. Im Turmerdgeschoss erfolgte 1786 die Einf\u00fcgung einer Sakristei mit rippenlosen Kreuzgratgew\u00f6lbe. 1889 wurden die Emporen eingebaut und umfassende Instandsetzungsarbeiten im zeittypischen historischen Baustil durchgef\u00fchrt. Die umfangreichen Sanierungsarbeiten der letzten Jahre sind mittlerweile abgeschlossen. Am Aktionstag finden halbst\u00fcndlich F\u00fchrungen durch das Geb\u00e4ude statt.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Dorfkirche S\u00f6llmnitz entstand in der Wende vom 15. zum 16. Jahrhundert mit Elementen des sp\u00e4tgotischen Baustils. Bauliche Ver\u00e4nderungen erfolgten zwischen dem 17. und 19. Jahrhundert. Derzeit wird das Kircheninnere saniert. Ohne Putz an den W\u00e4nden bietet sich ein besonderer Einblick in den Bestand des Natursteinmauerwerks. Ein kleines Kulturprogramm beginnt 15 Uhr mit einem Chorkonzert der Chorvereinigung Cantabile e. V. Im Anschluss um 16 Uhr wird eine F\u00fchrung zur Kirchengeschichte und zur Sanierung angeboten.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Wohnungsbau und Wohnkultur in Gera<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die Architektur der \u201eOstmoderne\u201c l\u00e4sst sich in Gera-Bieblach erleben. Die Grundsteinlegung der Siedlung \u201eBieblacher Hang\u201c des am nordwestlichen Stadtrand gelegenen Stadtteils erfolgte 1957. Das Wohnquartier f\u00fcr 20&#8217;000 bis 25&#8217;000 Bewohner entstand im Zuge des Aufbaus des regionalen Uranabbaus und der Schwermaschinenindustrie. Als Denkmalensemble ist es insgesamt nahezu unver\u00e4ndert in seiner urspr\u00fcnglichen Form erhalten und beispielhaft f\u00fcr den Wohnungsbau der 1950er und 1960er Jahre. Um 14 Uhr beginnt an der Poliklinik die F\u00fchrung von Sabine Schellenberg, Leiterin der unteren Denkmalschutzbeh\u00f6rde, durch das Denkmalensemble Bieblacher Hang. Am Gl\u00fcck-Auf-Weg 2-8 informiert die GWB Elstertal Geraer Wohnungsbaugesellschaft mbH zudem \u00fcber die sanierten Wohngeb\u00e4ude und den Denkmalschutzpreis des Landes Th\u00fcringen.<\/p>\n\n\n\n<p>Ebenfalls zu besichtigen sind die Wohnungen in der Anlage \u201eAn der Sommerbadstra\u00dfe\u201c 22-36. Die Sanierung des Geb\u00e4udekomplexes von 1927 ist in Teilen abgeschlossen. Eine hohe Wohnqualit\u00e4t konnte nicht zuletzt durch das neu entstandene Wohnumfeld erreicht werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Eindrucksvoll ist auch das Wohnensemble in einem kleinen Bauerngeh\u00f6ft in R\u00f6psen 42, urspr\u00fcnglich ein dringender Sanierungsfall, der \u00fcber viele Jahre entwickelt wurde. Die Eigent\u00fcmerin hat selbst saniert und gibt Einblicke in ihren privaten Wohnraum, eine ehemals gro\u00dfe Scheune.<\/p>\n\n\n\n<p>Zum Gedenken im \u00f6ffentlichen Raum organisiert die Gedenkst\u00e4tte Amthordurchgang eine besondere Aktion am Tag des offenen Denkmals. Auf dem Johannisplatz werden im Rahmen eines Kunstprojektes die Namen der vor achtzig Jahren deportierten Juden aus Gera auf die Fu\u00dfbodenplatten projiziert.<\/p>\n\n\n\n<p>Bereits in der Woche vom 5. bis 9. September 2022 konnten sich Interessierte an einem Informationsstand in der Sorge 8 rund um das Thema Denkmalschutz belesen. Die Mitarbeiter der Geraer Denkmalschutzbeh\u00f6rde geben Auskunft zu verschiedenen Projekten. Erh\u00e4ltlich sind zudem Programme, Publikationen, Informationsmaterial der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, des Th\u00fcringischen Landesamtes f\u00fcr Denkmalpflege und Arch\u00e4ologie sowie dem Heimatbund Th\u00fcringen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Hintergrund<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Der Tag des offenen Denkmals findet seit 1993 j\u00e4hrlich im September statt und wird von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz koordiniert. Er ist der deutsche Beitrag zu den \u201eEuropean Heritage Days\u201c, einer Initiative des Europarats. An diesem Aktionstag k\u00f6nnen auch Kulturdenkmale, die \u00fcblicherweise nicht f\u00fcr die \u00d6ffentlichkeit zug\u00e4nglich sind, besucht werden. Damit soll auf die reiche Denkmallandschaft Deutschlands und die wertvolle Arbeit des Denkmalschutzes aufmerksam gemacht werden. In diesem Sinne \u00f6ffnen auch in Gera jedes Jahr im September zahlreiche Kultursch\u00e4tze ihre Pforten.<\/p>\n\n\n\n<p>Weitere Informationen und das Programmblatt zum Tag des offenen Denkmals 2022 sind zu finden unter den folgenden Adressen:<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/www.gera.de\/Denkmaltag\">https:\/\/www.gera.de\/Denkmaltag<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/www.tag-des-offenen-denkmals.de\/\">https:\/\/www.tag-des-offenen-denkmals.de\/<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>QUELLE: STADTVERWALTUNG<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"mh-excerpt\"><p>Einmal im Jahr kann Geras Baukultur auf besondere Weise erlebt werden. 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