{"id":2150,"date":"2017-10-26T04:35:04","date_gmt":"2017-10-26T02:35:04","guid":{"rendered":"http:\/\/www.studiogera.de\/001\/?p=2150"},"modified":"2017-10-26T18:41:40","modified_gmt":"2017-10-26T16:41:40","slug":"luther-und-die-reformation","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.studiogera.de\/001\/2017\/10\/26\/luther-und-die-reformation\/","title":{"rendered":"LUTHER UND DIE REFORMATION"},"content":{"rendered":"<p>Die kirchliche Erneuerungsbewegung zwischen 1517 und 1648 hatte urspr\u00fcnglich das Ansinnen, die r\u00f6misch-katholische Kirche zu reformieren. Sie verbreite falsche Lehren und handele nicht im Sinne der Heiligen Schrift, war man \u00fcberzeugt. In Deutschland war Martin Luther wortf\u00fchrend. Er prangerte besonders die Praxis des S\u00fcndenablasses an. Luther, der dem Ordens der Augustiner-Eremiten angeh\u00f6rte, brachte am 31. Oktober 1517 in Wittenberg, damals Hauptstadt des Herzogtums Sachsen-Wittenberg, unter dem Titel &#8222;Disputatio pro declaratione virtutis indulgentiarum&#8220; 95 Thesen gegen das Gesch\u00e4ft mit dem Ablass in Umlauf.<\/p>\n<p>Aus der Erneuerungsbewegung gingen u. a. die evangelisch-lutherischen Kirchen hervor. Die Confessio Augustana (Augsburger Bekenntnis) von 1530 hatte gezeigt, dass die Altgl\u00e4ubigen an der bisherigen Lehre festhielten.<\/p>\n<p>Martin Luther \u00fcbersetzte nicht nur die Bibel, sondern verfasste viele weitere Schriften \u2013 auch \u00fcber allt\u00e4gliche Dinge. Mit der Zeit jedoch wandte er sich immer mehr den F\u00fcrsten zu und argumentierte gegen alle, die nicht in sein Weltbild und die herrschende Ordnung passten. Betroffen waren Juden, T\u00fcrken, T\u00e4ufer, Freidenker und sogar die Bauern.<\/p>\n<p>In seinem Buch \u201eWider die mordi\u017fchen vn re\u00fcbi\u017fchen rotten der pawren\u201c schrieb er:<br \/>\n&#8222;Solch wunderliche zeiten \u017fein jetzt\/das ain F\u00fcr\u017ft den hymel mit blutuergie\u017f\u017fen verdiene kan\/ba\u00df\/denn andere mit beten.&#8220;<\/p>\n<p>Im Jahre 1543 ver\u00f6ffentlichte er die ber\u00fcchtigte Schrift \u201eVon den Juden vnd jren L\u00fcgen\u201c. Wenn er k\u00f6nnte, w\u00fcrde er den Juden niederstrecken und in seinem Zorn mit dem Schwert durchbohren, schrieb er darin und erstellte einen Plan mit sieben Punkten zur &#8222;Entladung von der Judenlast&#8220;.<\/p>\n<p>Folter und Gewalt waren f\u00fcr Luther legitime Mittel gegen Andersdenkende. Gott habe ihm befohlen, dies zu verk\u00fcnden, meinte Luther sp\u00e4ter rechtfertigend. Doch wie sind seine weniger bekannten Ansichten und \u00c4u\u00dferungen zu erkl\u00e4ren? Luther war durch die damalige Zeit sehr gepr\u00e4gt. Zudem ist es m\u00f6glich, dass Luther, je mehr R\u00fcckhalt er bei den F\u00fcrsten fand, an Bodenhaftung verlor und durch seine Trunksucht verrohte.<\/p>\n<p>Am 31. Oktober 2017 wird weltweit das Reformationsjubil\u00e4um gefeiert. Auch in Gera gab und gibt es hierzu Veranstaltungen. Am Dienstag, den 31. Oktober 2017, leitet ein zertifizierter G\u00e4stef\u00fchrer in Gera einen Rundgang zum Thema. Er beginnt an der Geraer Kirche St. Johannis und behandelt die lokalen Auswirkungen der Reformation.<\/p>\n<p>Der katholische Landesherr \u201eHeinrich der \u00c4ltere\u201c widerstand zu Beginn des 16. Jahrhunderts beharrlich den Reformationsversuchen seines protestantischen Lehnsherren, dem Kurf\u00fcrsten von Sachsen. Im Jahre 1533 musste er schlie\u00dflich nach erbitterten Auseinandersetzungen erstmals Kirchenvisitationen zulassen. Es war kein Geringerer als der kurf\u00fcrstliche Berater Georg Spalatin \u2013 zudem ein enger Freund Luthers \u2013 der damals die Pfarrer \u00fcberpr\u00fcfte und \u00fcber ihr Schicksal entschied. Teilnahmekarten sind in der Gera-Information erh\u00e4ltlich.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"mh-excerpt\"><p>Die kirchliche Erneuerungsbewegung zwischen 1517 und 1648 hatte urspr\u00fcnglich das Ansinnen, die r\u00f6misch-katholische Kirche zu reformieren. Sie verbreite falsche Lehren und handele nicht im Sinne der Heiligen Schrift, war man \u00fcberzeugt. 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