{"id":21761,"date":"2022-11-27T11:46:26","date_gmt":"2022-11-27T10:46:26","guid":{"rendered":"http:\/\/www.studiogera.de\/001\/?p=21761"},"modified":"2022-11-27T11:46:27","modified_gmt":"2022-11-27T10:46:27","slug":"musikinstrumente-aus-gera-sonderausstellung-im-stadtmuseum","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.studiogera.de\/001\/2022\/11\/27\/musikinstrumente-aus-gera-sonderausstellung-im-stadtmuseum\/","title":{"rendered":"MUSIKINSTRUMENTE AUS GERA \u2014 SONDERAUSSTELLUNG IM STADTMUSEUM"},"content":{"rendered":"\n<p>Textilproduktion, Maschinenbau und Elektrotechnik haben Gera zur Gro\u00dfstadt gemacht. Weit weniger bekannt ist dagegen, dass auch der Bau von Musikinstrumenten in der Stadt eine lange Tradition hat und zu den wichtigen Industriezweigen z\u00e4hlte. Bezeichnend f\u00fcr den Instrumentenbau in Gera ist, dass die Protagonisten es wiederholt verstanden, kurzfristig und innovativ auf Trends zu reagieren und damit zumindest f\u00fcr jeweils einige Jahrzehnte enorme wirtschaftliche Erfolge und landesweite Aufmerksamkeit zu erzielen. Was ist geblieben? Mit der Ausstellung, die vom 3. Dezember 2022 bis 1. Mai 2023 zu sehen ist, begibt sich das Stadtmuseum auf Spurensuche nach den Hinterlassenschaften einer nahezu vergessenen Industrie. Zu sehen sind rund einhundert Objekte, darunter drei Tafelklaviere aus der Friederici-Werkstatt, Harmoniums der Firma Spaethe und weiterer Geraer Hersteller sowie eine Sammlung von Buttst\u00e4dt-Akkordeons aus Gera- Untermhaus.<\/p>\n\n\n\n<p>Pr\u00e4gend im Instrumentenbau des 18. und fr\u00fchen 19. Jahrhunderts war die Familie Friederici, deren Orgeln noch heute in Kirchen Mitteldeutschlands zu finden sind. \u00dcberregional bekannt wurde die Familie aber vor allem durch ihre Klaviere. Instrumente von Friederici besa\u00dfen unter anderem die Eltern von Wolfgang Amadeus Mozart und Johann Wolfgang von Goethe. Der Sprung in das Industriezeitalter gelang der Firma nicht. Abgel\u00f6st wurde sie durch gro\u00dfe Industriebetriebe mit mehreren hundert Besch\u00e4ftigten wie die Klavierfabrik Wilhelm Spaethe, deren Produkte sich noch heute weltweit finden lassen. Die Firma fertigte seit den 1850er Jahren Drehorgeln und Harmonikas und spezialisierte sich Ende des Jahrhunderts auf die Herstellung von Pianos und Harmoniums. Der Erste Weltkrieg beendete die gro\u00dfe Zeit der Klavierfabriken in Gera. Die folgenden Jahrzehnte standen ganz im Zeichen der Handharmonika- und Akkordeonproduktion. Die hierbei wohl bekannteste Geraer Firma, die Harmonikafabrik Hermann Buttst\u00e4dt in Untermhaus, produzierte bis in die 1960er Jahre Akkordeons. Neben dem Instrumentenbau entwickelte sich eine bemerkenswerte Zuliefererindustrie. Die Geraer Firma Gebr\u00fcder Dix beispielsweise galt als weltweit gr\u00f6\u00dfter Erzeuger von Stimmplatten. Die unscheinbaren Bauteile erzeugen den f\u00fcr Harmonikas typischen Ton. In Langenberg produzierte die 1909 gegr\u00fcndete Klaviaturenfabrik rund 90 Jahre lang Tastaturen f\u00fcr Fl\u00fcgel, Pianos und Harmoniums und deckte damit in der DDR nahezu landesweit den Bedarf an Klaviaturen.<\/p>\n\n\n\n<p>QUELLE: STADTVERWALTUNG<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"mh-excerpt\"><p>Textilproduktion, Maschinenbau und Elektrotechnik haben Gera zur Gro\u00dfstadt gemacht. Weit weniger bekannt ist dagegen, dass auch der Bau von Musikinstrumenten in der Stadt eine lange Tradition hat und zu den wichtigen Industriezweigen z\u00e4hlte. 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