{"id":22077,"date":"2022-12-20T23:26:44","date_gmt":"2022-12-20T22:26:44","guid":{"rendered":"http:\/\/www.studiogera.de\/001\/?p=22077"},"modified":"2022-12-20T23:26:46","modified_gmt":"2022-12-20T22:26:46","slug":"ein-mineral-mit-knoblauch-geruch","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.studiogera.de\/001\/2022\/12\/20\/ein-mineral-mit-knoblauch-geruch\/","title":{"rendered":"EIN MINERAL MIT KNOBLAUCH-GERUCH"},"content":{"rendered":"\n<p>Das Objekt des Monats Dezember 2022 ist ein sch\u00f6nes Exemplar des Minerals Skorodit aus Sachsen. Skorodit ist nicht sehr selten, aber dennoch in Mineraliensammlungen nicht h\u00e4ufig zu sehen. Chemisch betrachtet handelt es sich um ein wasserhaltiges Eisen-Arsenat, das eher nur kleinere, blau-gr\u00fcnliche Kristalle bildet.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Mineral mit Knoblauch-Geruch<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Seinen Namen hat Skorodit vom griechischen Wort \u201eScorodion\u201c, was Knoblauch bedeutet. Wird Skorodit erhitzt oder zerrieben, entstehen entsprechend nach Knoblauch riechende D\u00e4mpfe. Erstmals beschrieben wurde Skorodit 1818 vom deutschen Mineralogen Johann Friedrich August Breithaupt (1791-1873) in seinem Handbuch der Mineralogie. Das Material, das Breithaupt daf\u00fcr heranzog, stammt aus der Grube Stamm Asser in Langenberg bei Schwarzenberg im s\u00e4chsischen Erzgebirge. Die Fundstelle, die Material f\u00fcr eine Erstbeschreibung eines Minerals liefert, nennt man Typlokalit\u00e4t. Von genau dieser Fundstelle stammt auch der sch\u00f6ne Skorodit aus dem Geraer Museum f\u00fcr Naturkunde. Das 78 mal 60 Millimeter gro\u00dfe St\u00fcck ist zu einem Gro\u00dfteil \u00fcbers\u00e4ht mit zahllosen Kristallen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Teil einer alten Geraer Mineraliensammlung<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die Mineralstufe stammt aus einer bedeutenden, aber bisher ziemlich unerforschten und fast vergessenen Mineraliensammlung Geras, die hier \u201eAlte Mineraliensammlung Rutheneum\u201c genannt werden soll. Es handelt sich dabei um die \u00fcber viele Jahrzehnte entwickelte und erweiterte Schulsammlung des F\u00fcrstlichen Gymnasiums Rutheneum, deren Anf\u00e4nge im 18. Jahrhundert liegen. Entscheidenden Anteil an der Entwicklung dieser Sammlung hatte Karl Friedrich Eisel (1790-1861). Eisel f\u00fcllte am F\u00fcrstlichen Gymnasium z. B. ab 1829 eine besondere Lehrstelle f\u00fcr Mathematik und Naturwissenschaften als \u201eProfessor matheseos et physeos\u201c aus. Einen ganz besonderen Verdienst erwarb er sich durch die Erfassung der Sammlung in genauen Katalogen. Zwei solcher \u201eEiselschen\u201c Kataloge existieren bis heute. Auch der sch\u00f6ne Skorodit ist darin zu finden. Jedes Objekt der Sammlung erhielt einen Aufkleber mit der dem Katalog entsprechenden Nummer, sowie ein Etikett in der Schachtel. Dieser Skorodit hat z. B. im Katalog von 1846 die Nummer 1563.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Meteorit gegen Skorodit getauscht<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die \u201eAlte Mineraliensammlung Rutheneum\u201c wurde oft ma\u00dfgeblich durch Tauschgesch\u00e4fte erweitert. Bekannt und durch die Kataloge belegbar ist, dass auch der Skorodit aus dem Erzgebirge im Jahr 1854 durch einen Tausch in die Sammlung gelangte. Damals wurden zwei Teilst\u00fccke des am 13. Oktober 1819 gefallenen Pohlitzer Meteoriten gegen 300 zum Teil hochwertige Mineralien f\u00fcr die Mineraliensammlung des Gymnasiums mit dem\u00a0Rheinischen Mineralien-Comptoir\u00a0von Dr. Adam August Krantz (1808-1872) in Bonn\u00a0getauscht, mit dabei auch der Skorodit. Die Firma Krantz existiert bis heute und ist eine der \u00e4ltesten noch existierenden Mineralienhandlungen der Welt. Bemerkenswert ist, dass eines der eingetauschten Meteoritenteilst\u00fccke anschlie\u00dfend wieder zur\u00fcck nach Gera kam, weil es vom Geraer Textilfabrikanten und Mineraliensammler Moritz Rudolf Ferber (1805-1875) vom\u00a0Rheinischen Mineralien-Comptoir\u00a0zur\u00fcckgekauft wurde. Vor dem Tauschgesch\u00e4ft mit Krantz wog das Teilst\u00fcck des urspr\u00fcnglich zirka 3,5 Kilogramm schweren Pohlitzer Meteoriten aus der \u201eAlten Mineraliensammlung Rutheneum\u201c noch zirka 1,4 Kilogramm. Nach dem Tauschgesch\u00e4ft verlor das Restst\u00fcck noch einmal rund die H\u00e4lfte seiner Masse, denn es verblieben nur noch 744 Gramm in Gera. Der Skorodit hat seit 1854 jedoch ohne Besch\u00e4digungen in Gera \u00fcberdauert.<\/p>\n\n\n\n<p>QUELLE: STADTVERWALTUNG<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"mh-excerpt\"><p>Das Objekt des Monats Dezember 2022 ist ein sch\u00f6nes Exemplar des Minerals Skorodit aus Sachsen. Skorodit ist nicht sehr selten, aber dennoch in Mineraliensammlungen nicht h\u00e4ufig zu sehen. 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