{"id":22187,"date":"2022-12-27T15:25:50","date_gmt":"2022-12-27T14:25:50","guid":{"rendered":"http:\/\/www.studiogera.de\/001\/?p=22187"},"modified":"2022-12-27T15:25:52","modified_gmt":"2022-12-27T14:25:52","slug":"robert-habeck-will-ccs-verfahren-in-deutschland-ermoeglichen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.studiogera.de\/001\/2022\/12\/27\/robert-habeck-will-ccs-verfahren-in-deutschland-ermoeglichen\/","title":{"rendered":"ROBERT HABECK WILL CCS-VERFAHREN IN DEUTSCHLAND ERM\u00d6GLICHEN"},"content":{"rendered":"\n<p><em>Der in der Atmosph\u00e4re festgestellte CO\u2082-Anstieg f\u00fchrt laut IPCC zu einer Erderw\u00e4rmung. K\u00fcnftig sollen gro\u00dfe Mengen des Gases auch in Deutschland in den Boden verpresst werden. Der Bundesminister f\u00fcr Wirtschaft und Klimaschutz vollzieht damit eine Kehrtwende. Erdgeschichtlich betrachtet liegt der atmosph\u00e4rische CO\u2082-Gehalt jedoch bereits auf einem selten niedrigen Niveau.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Robert Habeck, Bundesminister f\u00fcr Wirtschaft und Klimaschutz, bef\u00fcrwortet nach seiner ablehnenden Haltung nun doch die unterirdische Speicherung von CO\u2082 in Deutschland. Zuletzt war \u00fcber ein Export des Gases nach Norwegen oder die Niederlande diskutiert worden. Bei der Verpressung gro\u00dfer CO\u2082-Mengen in den Boden soll die umstrittene CCS-Technik zum Einsatz kommen. Einen entsprechenden Gesetzesentwurf will Habeck im Jahr 2023 vorlegen. Das Bundeskabinett hatte zuvor auch seine Empfehlung zur \u00dcberarbeitung des bestehenden Gesetzes gebilligt. Im Pr\u00fcfbericht zum Gesetz hei\u00dft es nun, die Regierung untersuche die \u201eErm\u00f6glichung der CO\u2082-Speicherung in Deutschland inklusive unter dem Meeresboden\u201c. Als geeignet wird das Norddeutsche Becken angesehen.<\/p>\n\n\n\n<p>Als die damalige Regierungskoalition, bestehend aus Union und FDP, vor gut zehn Jahren die CO\u2082-Verpressung in den Boden erm\u00f6glichen wollte \u2014 im Fokus standen Niedersachsen und Schleswig-Holstein \u2014 sprachen sich die Gr\u00fcnen, einschlie\u00dflich Robert Habeck, vehement dagegen aus.<\/p>\n\n\n\n<p>Ziel der unterirdischen Speicherung von Kohlenstoffdioxid ist laut Bundesumweltamt die Verringerung von CO2-Emissionen in die \u2060Atmosph\u00e4re\u2060. Diese werden von vielen Wissenschaftlern als zu hoch angesehen und f\u00fcr die Erderw\u00e4rmung verantwortlich gemacht.<\/p>\n\n\n\n<p>Einige Geologen sehen ein geringes Risiko bei der Anwendung der CCS-Technik, halten ausgesch\u00f6pfte Erdgasfelder f\u00fcr geeignet und verweisen auf jahrzehntelange Erfahrungen in verschiedenen L\u00e4ndern wie Norwegen. Das Umweltbundesamt warnt allerdings auf seiner Webseite: \u201eIm Falle von Leckagen kann es zu sch\u00e4dlichen Wirkungen auf das Grundwasser und den Boden kommen.\u201c Au\u00dferdem k\u00f6nnten sich die notwendigen oberirdischen Anlagen, insbesondere f\u00fcr den Transport und die Speicherung, negativ auf \u2060Flora\u2060, \u2060Fauna\u2060, Landschaft und die \u2060Biodiversit\u00e4t\u2060 auswirken.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/www.umweltbundesamt.de\/themen\/wasser\/gewaesser\/grundwasser\/nutzung-belastungen\/carbon-capture-storage#grundlegende-informationen\">https:\/\/www.umweltbundesamt.de\/themen\/wasser\/gewaesser\/grundwasser\/nutzung-belastungen\/carbon-capture-storage#grundlegende-informationen<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Ob es mit der als \u201eCarbon Capture and Storage\u201c (\u2060CCS\u2060) bezeichneten Technik auch gelingt, 65 bis 80 % des CO2 dauerhaft aus der Atmosph\u00e4re fernzuhalten, sei noch nicht gekl\u00e4rt und gegenw\u00e4rtig Thema verschiedener Forschungs- und Pilotprojekte \u2014 so der Stand vom 27. Dezember 2022. Problematisch sei vor allem der enorme zus\u00e4tzliche Energieaufwand f\u00fcr die Abscheidung, den Transport und die Speicherung. Der Einsatz der CCS-Technik erh\u00f6he den Verbrauch der begrenzt verf\u00fcgbaren fossilen Rohstoffe um bis zu 40 %.<\/p>\n\n\n\n<p>Gegner der CO\u2082-Ma\u00dfnahmen verweisen darauf, dass sich der Gehalt dieses Gases in der Erdatmosph\u00e4re mit gegenw\u00e4rtig 400 ppm selbst einschlie\u00dflich der j\u00fcngsten Steigerung auf den niedrigsten Niveau in der Erdgeschichte bewegt. Vor 50 Millionen Jahren seien es mehr als 1500 ppm gewesen. Demnach liege der Anstieg im Industriezeitalter innerhalb der nat\u00fcrlichen Schwankungsbreite. Mit der \u201evorindustriellen Zeit\u201c, wo der CO\u2082-Gehalt beginnend mit dem Pleistoz\u00e4n auf Werte zwischen 180 und 300 ppm gefallen war, werde ein seltener und erdgeschichtlich sehr kleiner Zeitraum als Ma\u00dfstab genommen.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/wiki.bildungsserver.de\/klimawandel\/index.php\/Kohlendioxid_in_der_Erdgeschichte\">https:\/\/wiki.bildungsserver.de\/klimawandel\/index.php\/Kohlendioxid_in_der_Erdgeschichte<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Andere warnen vor einem schleichenden Einstieg in das \u201eClimate Engineering\u201c, wenn mit \u201eCarbon Capture and Storage\u201c nicht der gew\u00fcnschte Erfolg erzielt wird und der Mensch das Klima nach seinen Vorstellungen von Vergangenheit und Zukunft sowie seinen Bed\u00fcrfnissen zu beeinflussen sucht.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"mh-excerpt\"><p>Der in der Atmosph\u00e4re festgestellte CO\u2082-Anstieg f\u00fchrt laut IPCC zu einer Erderw\u00e4rmung. 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