{"id":22195,"date":"2022-12-28T12:33:20","date_gmt":"2022-12-28T11:33:20","guid":{"rendered":"http:\/\/www.studiogera.de\/001\/?p=22195"},"modified":"2022-12-28T12:36:17","modified_gmt":"2022-12-28T11:36:17","slug":"staatliche-eingriffe-in-die-wirtschaft-und-unkalkulierbare-reaktionen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.studiogera.de\/001\/2022\/12\/28\/staatliche-eingriffe-in-die-wirtschaft-und-unkalkulierbare-reaktionen\/","title":{"rendered":"STAATLICHE EINGRIFFE IN DIE WIRTSCHAFT UND UNKALKULIERBARE REAKTIONEN"},"content":{"rendered":"\n<p><em>Die Begrenzung der Gas- und \u00d6lpreise im Gro\u00dfhandel, das Einfuhrverbot von russischem \u00d6l in die EU und die Neuausrichtung der Energieversorgung k\u00f6nnen zu unkalkulierbaren Reaktionen und einer weiteren Destabilisierung der Wirtschaft f\u00fchren.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Von Mitte Februar 2023 an begrenzt die EU den Gaspreis am europ\u00e4ischen Spotmarkt. Der Deckel greift, sobald der Preis die Schwelle von von 180 Euro je Megawattstunde \u00fcberschreitet und sich vom Weltmarktpreis f\u00fcr LNG entfernt. Gegner des Gaspreisdeckels bef\u00fcrchten, dass Lieferanten ihre Ladungen dann dort verkaufen, wo die Preise \u00fcber der Obergrenze liegen. Einige L\u00e4nder, darunter Deutschland, hatten sich deshalb f\u00fcr einen m\u00f6glichst hohen Deckelwert eingesetzt. Nicht auszuschlie\u00dfen ist auch, dass einige Anbieter den Verkauf von TTF-Gas-Futures einstellen, sobald die Preise sich der Obergrenze n\u00e4hern. Dies kann einen Mangel an Verk\u00e4ufern zur Folge haben, wodurch der Preis in die H\u00f6he getrieben wird.<\/p>\n\n\n\n<p>Anfang Dezember 2022 hatten sich die EU, die G-7-Staaten, Australien und Norwegen darauf geeinigt, einen Maximalpreis von 60 US-Dollar pro Barrel f\u00fcr russisches \u00d6l einzuf\u00fchren, das \u00fcber den Seeweg transportiert wird. Schiffe d\u00fcrfen russisches Roh\u00f6l nur transportieren, wenn es bis maximal 60 US-Dollar pro Fass verkauft wird. Diese Preisgrenze gilt zun\u00e4chst nur f\u00fcr den Seeweg, ab dem 1. Januar 2023 auch f\u00fcr \u00d6l aus Leitungen. Au\u00dferdem trat am 5. Dezember 2022 im Rahmen der Sanktionen gegen Russland ein Verbot f\u00fcr den Erwerb, die Einfuhr und die Weiterleitung von Roh\u00f6l in die EU in Kraft. F\u00fcr einige EU-L\u00e4nder gibt es allerdings eine Ausnahmeregelung. Ab dem 5. Februar 2023 gilt das Verbot auch f\u00fcr raffinierte Mineral\u00f6lprodukte aus Russland. Wenn EU-Staaten weiterhin russisches \u00d6l aus dem Leitungsnetz beziehen, d\u00fcrfen sie dieses aus Gr\u00fcnden des Wettbewerbs ab Februar 2023 nicht mehr an andere EU-L\u00e4nder oder Drittl\u00e4nder weiterverkaufen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Bundesregierung will k\u00fcnftig Erd\u00f6l aus Kasachstan vom \u00d6lfeldbetreiber \u201eKarachagnak Petroleum Operating\u201c beziehen. Damit soll das ab Januar 2023 wegfallende \u00d6l aus Russland ersetzt werden. Im Gespr\u00e4ch sind 20&#8217;000 Tonnen aus dem kasachischen \u00d6lfeld Karachaganak, um die Raffinerie in Schwedt versorgen zu k\u00f6nnen. Dort wird bislang russisches \u00d6l verarbeitet, welches \u00fcber die Druschba-Leitung zuflie\u00dft. Sowohl das \u00d6l als auch die Leitung \u2014 sie f\u00fchrt \u00fcber russsiches und polnisches Territorium \u2014 geh\u00f6ren dem russischen Staatskonzern Rosneft. Dieser h\u00e4lt zugleich die Mehrheit an der Raffinerie Schwedt. Derzeit steht die Raffinerie jedoch unter deutscher Treuhandverwaltung.<\/p>\n\n\n\n<p>Ab dem 1. Februar 2023 verbietet Russland den Verkauf von \u00d6l und \u00d6lprodukten an ausl\u00e4ndische Firmen und Personen, wenn in den Vertr\u00e4gen \u201edirekt oder indirekt der der Mechanismus zur Fixierung einer Preisobergrenze eingebaut ist\u201c. Gemeint ist der sogenannte \u00d6lpreisdeckel. Ein entsprechendes Dekret unterzeichnete der russische Pr\u00e4sident Wladimir Putin am 27. Dezember 2022. Das Verbot soll zun\u00e4chst bis zum 1. Juli 2022 gelten und nur in Einzelf\u00e4llen nicht wirksam sein. F\u00fcr \u00d6lprodukte wie Benzin oder Dieselkraftstoff will die russische Regierung das Datum noch festlegen, ab dem das Verbot gilt.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Bundesregierung versucht, einen Teil der Preiserh\u00f6hungen f\u00fcr die Verbraucher in Deutschland abzufangen. Die zu Beginn des Jahres 2023 einsetzenden Preisbremsen werden die stark gestiegenen Kosten f\u00fcr Elektrizit\u00e4t und Gas allerdings nur etwas abmildern. Das berichtet die Zeitung \u201eHandelsblatt\u201c. F\u00fcr Elektrizit\u00e4t m\u00fcssen Kunden im Januar 2023 im Schnitt 44 % mehr zahlen als im Herbst 2021, als der Preisauftrieb begann. F\u00fcr Gas sind im Schnitt 112 % mehr zu zahlen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"mh-excerpt\"><p>Die Begrenzung der Gas- und \u00d6lpreise im Gro\u00dfhandel, das Einfuhrverbot von russischem \u00d6l in die EU und die Neuausrichtung der Energieversorgung k\u00f6nnen zu unkalkulierbaren Reaktionen und einer weiteren Destabilisierung der Wirtschaft f\u00fchren. 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