{"id":22674,"date":"2023-01-19T01:17:38","date_gmt":"2023-01-19T00:17:38","guid":{"rendered":"http:\/\/www.studiogera.de\/001\/?p=22674"},"modified":"2023-01-19T01:18:22","modified_gmt":"2023-01-19T00:18:22","slug":"perlen-der-moderne-in-der-orangerie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.studiogera.de\/001\/2023\/01\/19\/perlen-der-moderne-in-der-orangerie\/","title":{"rendered":"\u201ePERLEN DER MODERNE\u201c IN DER ORANGERIE"},"content":{"rendered":"\n<p>Die Ausstellung \u201ePerlen der Moderne\u201c pr\u00e4sentiert H\u00f6hepunkte aus der privaten Sammlung von Niescher, die seit 2021 f\u00fcr zehn Jahre als Dauerleihgabe in der Kunstsammlung Gera beheimatet ist. Vom 22. Januar bis zum 19. M\u00e4rz 2023 wird die Ausstellung im S\u00fcdfl\u00fcgel der Orangerie zu bestaunen sein. Die Sammlung stammt aus dem Nachlass des Chemnitzer Unternehmers Fritz Emil Niescher (1889 bis 1974), der zu seinen Lebzeiten eine umfangreiche Kunstsammlung aufbaute. \u201eEs handelt sich hierbei um eine gro\u00dfartige Kollektion von ungef\u00e4hr 520 Gem\u00e4lden, Zeichnungen, Aquarellen und Plastiken von etwa drei\u00dfig K\u00fcnstlerinnen und K\u00fcnstlern\u201c, sagt Astrid Lindinger, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Orangerieplatz 1. Die Sammlung verzeichnet eine Reihe gro\u00dfe Namen, darunter Lyonel Feininger, George Grosz, Karl Hofer, Paul Klee oder auch Karl Schmidt-Rottluff. Den Schwerpunkt der Sammlung stellen aber die umfangreichen Konvolute von Ernst Barlach und Otto Dix dar.<\/p>\n\n\n\n<p>Fritz Niescher pflegte vor allem zu Otto Dix eine besonders enge Beziehung. Bereits in den 1920er Jahren hatte er Arbeiten von Dix in Ausstellungen gesehen und erwarb 1932 die erste Zeichnung von ihm. Im August 1933 besuchte Niescher den K\u00fcnstler in seinem Dresdner Atelier. Aus dieser Begegnung erwuchs eine lebenslange freundschaftliche Bindung und Begeisterung f\u00fcr das Werk des K\u00fcnstlers. Auch in der schweren Zeit, als die Nationalsozialisten Dix seiner Professur an der Dresdner Kunstakademie enthoben, ihn als \u201eEntarteten K\u00fcnstler\u201c diffamierten und ihm Ausstellungsverbot auferlegten, stand Niescher dem Maler bei. Er erteilte Dix Portr\u00e4tauftr\u00e4ge und erwarb von ihm Gem\u00e4lde, Druckgraphiken und Zeichnungen, insbesondere Silberstiftzeichnungen. Damit sicherte er einen nicht unwesentlichen Teil des Lebensunterhaltes der Familie Dix. Fast bis zu seinem Lebensende erwarb Fritz Niescher zahlreiche Werke des K\u00fcnstlers.<\/p>\n\n\n\n<p>Au\u00dferdem begeisterte er sich schon in den 1920er Jahren f\u00fcr Handzeichnungen Ernst Barlachs, doch war es nicht einfach, dessen Bl\u00e4tter zu erwerben, da der K\u00fcnstler Zeichnungen nur ungern verkaufte. 1929 gelang Niescher erstmals der Ankauf einer Zeichnung von Barlach. W\u00e4hrend der 1930er und 1940er Jahre erwarb der Sammler, der Barlach 1935 pers\u00f6nlich kennengelernt hatte, zahlreiche Zeichnungen und Druckgraphiken des K\u00fcnstlers. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs baute Niescher seine Barlach-Sammlung gezielt weiter aus.<\/p>\n\n\n\n<p>Mit gr\u00f6\u00dferen Konvoluten sind Karl Hofer und Gerhardt Marcks in der Sammlung gleichfalls prominent vertreten. Daneben finden sich auch K\u00fcnstler, die dem breiten Publikum weniger vertraut sind: Eine Entdeckung sind die kleinen plastischen Arbeiten von Ludwig Gie\u00df, dem Sch\u00f6pfer des Bundesadlers (1953) im Plenarsaal des Bonner Bundestags. Aus der Hand von Ren\u00e9e Sintenis stammen hervorragend beobachtete Tierplastiken, die zu ihrem k\u00fcnstlerischen Lebensthema geworden sind. Ebenso spannend sind die kubistischen Zeichnungen Manfred Sielers. \u201eDie exquisite Kollektion, die Fritz Niescher \u00fcber die Jahrzehnte zusammentrug, belegt, dass der Sammler stets am Puls der Zeit war und einen ausgesprochenen Blick f\u00fcr Qualit\u00e4t hatte\u201c, erkl\u00e4rt Astrid Lindinger weiter. Niescher stellte eine Sammlung zusammen, die einen exemplarischen Einblick in die Kunst der ersten H\u00e4lfte des 20. Jahrhunderts erm\u00f6glicht und deren Besuch ein Muss f\u00fcr jeden Liebhaber avantgardistischer Virtuosit\u00e4t ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Orangerie hat dienstags bis sonntags sowie feiertags von 11 Uhr bis 17 Uhr ge\u00f6ffnet. \u00d6ffentliche F\u00fchrungen werden angeboten am Samstag, den 4. Februar, Sanstag, den 4. M\u00e4rz, Samstag, den 18. M\u00e4rz, sowie an jedem Donnerstag. Die F\u00fchrungen beginnen jeweils um 15 Uhr. Au\u00dferdem wird die Ausstellung thematisert in der Veranstaltung \u201eBegegnung Kunst \u2014 Kunstgespr\u00e4ch f\u00fcr Senioren\u201c am 24. Januar 2023, 14 Uhr. Eine Einf\u00fchrung f\u00fcr Kunsterzieher wird am Donnerstag, den 26. Januar 2023, um 16 Uhr angeboten.<\/p>\n\n\n\n<p>QUELLE: STADTVERWALTUNG<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"mh-excerpt\"><p>Die Ausstellung \u201ePerlen der Moderne\u201c pr\u00e4sentiert H\u00f6hepunkte aus der privaten Sammlung von Niescher, die seit 2021 f\u00fcr zehn Jahre als Dauerleihgabe in der Kunstsammlung Gera beheimatet ist. Vom 22. Januar bis zum 19. 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