{"id":22701,"date":"2023-01-20T11:05:44","date_gmt":"2023-01-20T10:05:44","guid":{"rendered":"http:\/\/www.studiogera.de\/001\/?p=22701"},"modified":"2023-01-20T11:20:20","modified_gmt":"2023-01-20T10:20:20","slug":"tiere-im-elstertal-der-eisvogel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.studiogera.de\/001\/2023\/01\/20\/tiere-im-elstertal-der-eisvogel\/","title":{"rendered":"DER EISVOGEL"},"content":{"rendered":"\n<p>Im Museum f\u00fcr Naturkunde ist ein Eisvogel als Repr\u00e4sentant einer Art zu sehen, die nun wieder h\u00e4ufiger im Tal der Wei\u00dfen Elster anzutreffen ist. Das Standpr\u00e4parat wurde als Museumsobjekt des Monats M\u00e4rz 2022 pr\u00e4sentiert. Erst wenige Wochen zuvor hatte es Museumspr\u00e4parator Rainer Michelsson angefertigt.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Tier wurde am 28. Januar 2021 tot aufgefunden. Es befand sich eingefroren unter einer Eisschicht im Dorfteich von Dreba, welches n\u00f6rdlich der Plothener Teiche im Saale-Orla-Kreis liegt. In den Wochen davor wurde der Eisvogel immer wieder mit Freude von der \u00f6rtlichen Bev\u00f6lkerung am Teich sitzend beobachtet. Mit Bedauern \u00fcber das Verenden wurde der Vogel von J\u00fcrgen Auerswald, einem langj\u00e4hrigen Freund des Museums f\u00fcr Naturkunde Gera, mit einem Rechen aus dem Eis \u201eherausgepickert\u201c und anschlie\u00dfend dem Museum \u00fcbergeben.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Februar 2022 konnte das Tier dann sach- und fachgerecht pr\u00e4pariert werden. Die sorgf\u00e4ltige Arbeit hat zwei Tage in Anspruch genommen. Als F\u00fcllung wurde verklebte und anschlie\u00dfend exakt auf das K\u00f6rperma\u00df zugeschnitzte Holzwolle verwendet. Die eingesetzten Glasaugen stammen aus Lauschaer Produktion und waren im Museum vorr\u00e4tig. Das fertige Pr\u00e4parat zeigt den sch\u00f6nen Vogel in einer ruhigen Sitzhaltung. Seit dem 19. August 2022 kann das Pr\u00e4parat zwischen einer Vielzahl anderer Vogelpr\u00e4parate in der Sonderausstellung \u201eGez\u00e4hmte Eilende \u2014 Die Wei\u00dfe Elster und ihr Tal zwischen Greiz und Bad K\u00f6stritz\u201c bewundert werden. Dort repr\u00e4sentiert er seine Art in einer gigantischen Vitrine, welche die Vogelvielfalt des Elstertals zeigt. Der Eisvogel, der auch das Logo des Museums f\u00fcr Naturkunde Gera ziert, darf dabei nicht fehlen.<\/p>\n\n\n\n<p>Der strahlend blau und orangerot befiederte Eisvogel l\u00e4sst sich lebendig das ganze Jahr \u00fcber an der Wei\u00dfen Elster und an ihren Zufl\u00fcssen beobachten. Nur die Fl\u00fcgeldecken, die Schultern, der Oberkopf und die Schwanzfedern zeigen die unverwechselbare gr\u00fcnlich-blaue Farbe des bis zu 18 Zentimeter langen Vogels. Als geschickter J\u00e4ger von Kleinfischen, Wasserinsekten und Kaulquappen sind f\u00fcr ihn m\u00e4\u00dfig schnell flie\u00dfende oder stehende, klare Gew\u00e4sser lebensnotwendig. Als Sto\u00dftaucher st\u00fcrzt er sich schr\u00e4g kopf\u00fcber in das Wasser um die Beute tauchend mit dem Schnabel zu ergreifen. W\u00e4hrend der Balz im Februar und M\u00e4rz beginnt ein Eisvogel-Paar mit dem Bau der Bruth\u00f6hle. F\u00fcr die Bruth\u00f6hle sind senkrechte oder leicht nach vorn geneigte Steilw\u00e4nde z. B. am Ufer n\u00f6tig. Gegraben wird mit dem Schnabel; die Bruth\u00f6hle erreicht bis zu 80 Zentimeter L\u00e4nge. An ihrem Ende entsteht ein zirka 17 mal 12 Zentimeter gro\u00dfer Brutkessel, in den sp\u00e4ter die sechs bis acht wei\u00dfen, kugelrunden Eier gelegt werden. Geeignete Steilufer finden sich am Ufer der Wei\u00dfen Elster sporadisch an einigen Stellen im Raum Greiz, im Bereich Meilitz bei W\u00fcnschendorf und auch n\u00f6rdlich von Gera. An kleineren Zufl\u00fcssen der Elster, der Brahme und dem Erlbach, sind \u00f6fter geeignete Steilw\u00e4nde vorhanden.<\/p>\n\n\n\n<p>Seit der Wiedervereinigung Deutschlands haben sich die Best\u00e4nde des Eisvogels an der Wei\u00dfen Elster deutlich vergr\u00f6\u00dfert. Das Wasser der Wei\u00dfen Elster ist weniger mit Abw\u00e4ssern verschmutzt und zudem klarer geworden \u2013 eine wichtige Voraussetzung, damit der Eisvogel seine Beute bei nun gr\u00f6\u00dferer Sichttiefe \u00fcberhaupt erblicken kann. Durch die Verbesserung der Wasserqualit\u00e4t ist auch das Nahrungsangebot reichhaltiger geworden. Im Jahr 2001 wurden an den Flie\u00dfgew\u00e4ssern im gesamten Gebiet der Stadt Gera und des Landkreises Greiz 50 bis 60 Brutpaare gez\u00e4hlt. Besonders kalte Winter sind eine Bedrohung f\u00fcr die Art. Der Winter 1995\/1996 hatte 90 % der Eisvogelbest\u00e4nde in Gera und im Landkreis Greiz vernichtet. Das ist keine Katastrophe, sondern passiert immer wieder. Auch das hier vorgestellte Tier ist dem Winter zum Opfer gefallen, wird aber als Tierpr\u00e4parat hoffentlich viele Jahrzehnte weiter \u00fcberdauern.<\/p>\n\n\n\n<p>QUELLE: STADTVERWALTUNG<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"mh-excerpt\"><p>Im Museum f\u00fcr Naturkunde ist ein Eisvogel als Repr\u00e4sentant einer Art zu sehen, die nun wieder h\u00e4ufiger im Tal der Wei\u00dfen Elster anzutreffen ist. Das Standpr\u00e4parat wurde als Museumsobjekt des Monats M\u00e4rz 2022 pr\u00e4sentiert. 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