{"id":22708,"date":"2023-01-20T11:25:47","date_gmt":"2023-01-20T10:25:47","guid":{"rendered":"http:\/\/www.studiogera.de\/001\/?p=22708"},"modified":"2023-01-20T11:25:48","modified_gmt":"2023-01-20T10:25:48","slug":"die-rueckkehr-des-bibers","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.studiogera.de\/001\/2023\/01\/20\/die-rueckkehr-des-bibers\/","title":{"rendered":"DIE R\u00dcCKKEHR DES BIBERS"},"content":{"rendered":"\n<p>Ein Pr\u00e4parat eines Europ\u00e4ischen Bibers, Castor fiber), das im Jahr 2020 vom Museumspr\u00e4parator Rainer Michelsson angefertigt wurde, war Objekt des Monats November 2022 im Museum f\u00fcr Naturkunde. Tot aufgefunden wurde das Tier am 12. M\u00e4rz 2020 im Geraer Ortsteil Niebra. Das tr\u00e4chtige Weibchen war ein Stra\u00dfenverkehrsopfer und stand kurz vor der Geburt der Jungen. Bis zum 15. Oktober 2023 kann es im Museum f\u00fcr Naturkunde Gera in der Sonderausstellung \u201eGez\u00e4hmte Eilende \u2014 Die Wei\u00dfe Elster und ihr Tal zwischen Greiz und Bad K\u00f6stritz\u201c betrachtet werden.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>\u00dcber Jahrhunderte verschwunden<\/strong><br>Urspr\u00fcnglich war der Europ\u00e4ische Biber bis ins Mittelalter in allen geeigneten Lebensr\u00e4umen in Mitteleuropa und sogar in weiten Teilen Eurasiens verbreitet. Im Laufe des 19. Jahrhunderts und bis zur ersten H\u00e4lfte des 20. Jahrhunderts wurde er jedoch gro\u00dffl\u00e4chig in fast ganz Europa ausgerottet. Insbesondere aufgrund ihres dichten Felles und des Fleisches wurden Biber intensiv bejagt. In Th\u00fcringen gilt sogar bereits das Jahr 1609 als letztes bekanntes Abschussdatum eines Bibers. Der Fund in Gera im Jahr 2020 war deshalb etwas ganz Besonderes. Es vergingen Jahrhunderte, bis der Biber in Th\u00fcringen seit 2006\/2007 wieder als dauerhaft zur\u00fcck galt. Erste Vorkommen wurden vor allem in der Saale, im S\u00fcdth\u00fcringer Raum und im Ulster-Werragebiet dokumentiert. Seitdem breitet sich der Biber auf nat\u00fcrlichem Weg stetig aus und die Biberfamilien in Th\u00fcringen vermehren sich. Erst im Jahr 2019 gab es erste Meldungen von Biber-Fra\u00dfspuren entlang der Wei\u00dfen Elster im Landkreis Greiz. Au\u00dferdem hatte sich 2019 ein Biber in ein Becken der Chemiewerk Bad K\u00f6stritz GmbH in Bad K\u00f6stritz n\u00f6rdlich von Gera verirrt. Im Raum Gera wurden entlang der Wei\u00dfen Elster erstmalig 2020 Bissspuren des Bibers dokumentiert. Das im M\u00e4rz 2020 in Gera-Niebra totgefahrene Biberweibchen war dann der tats\u00e4chlich erste Beleg f\u00fcr den auch im Stadtgebiet von Gera zur\u00fcckgekehrten Biber.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Gr\u00f6\u00dftes Nagetier Europas<\/strong><br>Europ\u00e4ische Biber geh\u00f6ren zur Ordnung der Nagetiere und sind somit S\u00e4ugetiere. Sie sind sogar die gr\u00f6\u00dften Nagetiere Europas und die weltweit zweitgr\u00f6\u00dften heute lebenden Nagetiere nach dem S\u00fcdamerikanischen Wasserschwein.<br>Biber erreichen eine Masse von zirka 30 Kilogramm und eine K\u00f6rperl\u00e4nge bis zu 1,35 Metern. Der breite, flach abgeplattete Schwanz wird als Kelle bezeichnet und ist ein deutliches Merkmal dieser Art. Sehr auff\u00e4llig sind die gro\u00dfen, nach vorne hin orange gef\u00e4rbten Nagez\u00e4hne. Diese sind wurzellos und wachsen ein Leben lang nach. Biber bewohnen die offenen Gew\u00e4sserbereiche und Ufer von Seen, Fl\u00fcssen, B\u00e4chen, Teichen oder sogar Gr\u00e4ben. Sie ben\u00f6tigen die M\u00f6glichkeit zum Anlegen von Uferbauen, daher muss das Ufer begrabbar sein. An Land bewegen sich die Tiere eher schwerf\u00e4llig, sie sind jedoch hervorragende Schwimmer und Taucher.<br>Biber graben ihren Bau mit dem in ihm enthaltenen Wohnkessel in das Gew\u00e4sserufer. Sein Eingang befindet sich stets unterhalb der Wasseroberfl\u00e4che. Gibt die Decke nach, so werden \u00c4ste und Schlamm aufgeschichtet und der Bau nach oben abgedichtet. Ist das Wasser zu flach oder schwankt der Wasserspiegel stark, bauen Biber Staud\u00e4mme aus \u00c4sten, Zweigen und Schlamm. Diese Bauwerke k\u00f6nnen erhebliche Ausma\u00dfe erreichen!<\/p>\n\n\n\n<p>Mittlerweile sind zwischen Greiz und Bad K\u00f6stritz mehrere Biber sesshaft. Sie haben sich bereits erfolgreich vermehrt. Ihre Beobachtung ist eher schwierig, da sie d\u00e4mmerungs- und nachtaktiv sind. Dennoch gelang ihre Sichtung schon dem einen oder anderen geduldigen Naturfreund aus Gera, insbesondere in diesem Jahr.<\/p>\n\n\n\n<p>QUELLE: STADTVERWALTUNG<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"mh-excerpt\"><p>Ein Pr\u00e4parat eines Europ\u00e4ischen Bibers, Castor fiber), das im Jahr 2020 vom Museumspr\u00e4parator Rainer Michelsson angefertigt wurde, war Objekt des Monats November 2022 im Museum f\u00fcr Naturkunde. Tot aufgefunden wurde das Tier am 12. 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