{"id":23796,"date":"2023-04-20T23:40:00","date_gmt":"2023-04-20T21:40:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.studiogera.de\/001\/?p=23796"},"modified":"2025-09-14T00:32:18","modified_gmt":"2025-09-13T22:32:18","slug":"die-kirche-st-salvator","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.studiogera.de\/001\/2023\/04\/20\/die-kirche-st-salvator\/","title":{"rendered":"DIE KIRCHE ST. SALVATOR"},"content":{"rendered":"\n<p>Vermutlich um das Jahr 1195 wurde am \u00f6stlichen Rand des damaligen Gera eine dem Heiligen Nikolaus geweihte Kapelle errichtet, welche den Menschen als Gebetsst\u00e4tte f\u00fcr eine gute Reise diente, bevor sie die sch\u00fctzende Befestigung in Richtung Ronneburg, Schm\u00f6lln und Leipzig verlie\u00dfen. Das dortige Plateau entstand durch Aufsch\u00fcttungen. \u00dcber das Bauwerk selbst ist nur bekannt, dass der Ostturm mit einem Spitzhelm versehen war. Wann genau die Stadtmauer errichtet wurde, an deren Innenseite sich die Kapelle befand, ist ebenfalls unklar. Der Berg wird 1333 als \u201ezcu Gera uf sente Nycolaus berge\u201c erw\u00e4hnt und verdankt der Kapelle seinen Namen. Ab dem 14. Jahrhundert befand sich daneben eine sogenannte Terminey. Es handelte sich hier um eine Niederlassung der Bettelm\u00f6nche von Plauen. Beim Stadtbrand 1686 brannte die Nicolauskapelle aus. Im Jahre 1717 beseitigte man die Reste, um an selbiger Stelle mit dem Bau einer gr\u00f6\u00dferen Kirche, die auch der wachsenden Einwohnerzahl Rechnung tragen sollte, beginnen zu k\u00f6nnen. Um auf der westlichen Seite Platz f\u00fcr den Chorabschluss zu schaffen, wurde im Rahmen der Vorarbeiten zun\u00e4chst noch ein Teil der Stadtmauer beseitigt. Im selben Jahr konnte dann anl\u00e4sslich des 200. Jahrestages von Luthers Thesenanschlag der Grundstein f\u00fcr das neue Geb\u00e4ude gelegt werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Bauherr war Heinrich XVIII (1705 bis 1735), der auch das heutige Stadtmuseum und die Orangerie am K\u00fcchengarten erbauen lie\u00df. Die Bauarbeiten an der Kirche wurden unter der Leitung des \u201ehochtalentierten\u201c kurs\u00e4chsischen Landesbaumeisters Heinrich Schatz aus Dresden ausgef\u00fchrt. Die Kirche war zun\u00e4chst turmlos, hatte ein abgewalmtes Dach wurde am Heinrichstag 1720 eingeweiht. Die Bauzeit betrug also knapp drei Jahre. Wenig sp\u00e4ter wurde die Orgel fertiggestellt und eigens von Johann Sebastian Bach aus Leipzig begutachtet, eingespielt und abgenommen. Daran erinnert noch heute eine Gedenktafel in der Kirche.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Turm, als westlicher Einturm in den Kirchenbau einbezogen, geschossweise durch Eckpilaster aus Sandstein und gr\u00f6\u00dfere Schweifgiebelfenster wohl\u00fcberlegt gegliedert, von einer Haube mit Laterne gekr\u00f6nt, deren oberer Abschluss die Laterne im Kleinen wiederholt, wurde erst 1779 fertiggestellt. Er fiel bereits ein Jahr sp\u00e4ter, 1780, zusammen mit dem Kirchenschiff dem gro\u00dfen Brand zum Opfer. Dieser Brand brach am 18. September 1780 um 14.30 Uhr in der Greizer Stra\u00dfe aus und legte in wenigen Stunden 785 der damals 919 H\u00e4user in Schutt und Asche. 230 deutschsprachige St\u00e4dte f\u00f6rderten damals durch Spenden den Wiederaufbau der Stadt. Der Neubau der Kirche begann 1781 unter der Leitung des Ratszimmermeisters Johann Gottfried Dicke. 1783 konnte sie fertiggestellt werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Unterhalb der Kirche befand sich urspr\u00fcnglich eine H\u00e4userzeile. Diese brach man im Jahre 1898 ab und schuf die gro\u00dfe, neobarocke Freitreppe. Mitte der 1980er Jahre wurde diese erneuert. Die \u00e4ltere, zum Schreiberschen Haus f\u00fchrende Treppe, ist bis heute erhalten geblieben. Allerdings handelt es sich auch hier nicht mehr um das Original.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Innere der Kirche wurde 1903 unter der Leitung des Stadtbaurates Marsch umgebaut. So entstand ein Kirchraum im Jugendstil, was im deutschen Gebiet eine Seltenheit darstellt. Eine gro\u00dfe Bedeutung kommt der Salvatorkirche als Grabst\u00e4tte zu. In ihr ruhten viele Glieder des einst regierenden Hauses Reu\u00df-Gera. Am 7. M\u00e4rz 1922 wurden die bis dahin in der Gruft der Johanniskirche lagernden S\u00e4rge nach der Salvatorkirche \u00fcberf\u00fchrt, wo sie sich bis 1995 befanden. Darunter war auch jener von Heinrich Posthumus Reu\u00df, welcher von 1572 bis 1635 lebte.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"mh-excerpt\"><p>Vermutlich um das Jahr 1195 wurde am \u00f6stlichen Rand des damaligen Gera eine dem Heiligen Nikolaus geweihte Kapelle errichtet, welche den Menschen als Gebetsst\u00e4tte f\u00fcr eine gute Reise diente, bevor sie die sch\u00fctzende Befestigung in <a class=\"mh-excerpt-more\" href=\"https:\/\/www.studiogera.de\/001\/2023\/04\/20\/die-kirche-st-salvator\/\" title=\"DIE KIRCHE ST. 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