{"id":24290,"date":"2023-04-21T00:13:38","date_gmt":"2023-04-20T22:13:38","guid":{"rendered":"http:\/\/www.studiogera.de\/001\/?p=24290"},"modified":"2023-04-21T00:15:23","modified_gmt":"2023-04-20T22:15:23","slug":"journalisten-nebentaetigkeiten-neue-listen-und-reaktionen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.studiogera.de\/001\/2023\/04\/21\/journalisten-nebentaetigkeiten-neue-listen-und-reaktionen\/","title":{"rendered":"JOURNALISTEN-NEBENT\u00c4TIGKEITEN: NEUE LISTEN UND REAKTIONEN"},"content":{"rendered":"\n<p>Bereits in der Vergangenheit war es nicht un\u00fcblich, dass Journalisten, die beim \u00f6ffentlich-rechtlichen bzw. dem kommerziellen Rundfunk oder gro\u00dfen Zeitungen t\u00e4tig waren, auch Auftr\u00e4ge von der Regierung angenommen haben und von dieser daf\u00fcr bezahlt wurden. Dem wurde vielfach keine Beachtung geschenkt. Nachdem die TAZ im Januar 2023 dar\u00fcber berichtet hatte, dass Linda Zervakis f\u00fcr ihr Interview mit Bundeskanzler Scholz bei der \u201eRepublika 22\u201c, hier die Veranstaltung vom 11. Juni 2022, Geld direkt vom Bundeskanzleramt erhielt, stellte die AFD-Bundestagsfraktion noch am selben Tag eine Kleine Anfrage an die Bundesregierung. Sie wollte wissen, ob in den letzten f\u00fcnf Jahren verg\u00fctete Auftr\u00e4ge, Honorare oder sonstige Zahlungen von Bundesministerien oder Bundesbeh\u00f6rden an freie, festangestellte, neben- und hauptberufliche Journalisten von ARD, ZDF, Deutschlandradio oder Deutsche Welle beziehungsweise von privatrechtlichen Rundfunksendern, Zeitungen oder sonstigen Medienerzeugnissen ergangen sind.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Bundesregierung antwortete am 1. M\u00e4rz 2023 und f\u00fcgte eine Liste bei, die Drucksache 20\/5822, mit Angaben f\u00fcr 2018 bis Anfang 2023. Darin aufgef\u00fchrt waren 197 Journalisten und eine gezahlte Gesamtsumme von rund 1,47 Millionen Euro. Jedoch wurden die Journalisten nicht namentlich, sondern anonymisiert mit Nummern versehen. Einige wie Linda Zervakis, Judith Rakers, Anne Gellinek und Johannes B. Kerner konnten jedoch ermittelt werden. In einer Nachmeldung zur Kleinen Anfrage der AFD \u00fcbermittelte die Bundesregierung dann zwei aktualisierte Tabellen als Anlage. Nach der Sichtung reagierte die Partei am 6. April 2023 mit einer Mitteilung:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>Der Skandal um von der Bundesregierung bezahlte Journalisten weitet sich aus.<\/p>\n\n\n\n<p>Die bisher in diesem Zusammenhang bekannte Summe von 1,47 Millionen Euro f\u00fcr den Zeitraum 2018 bis 2023 ist deutlich nach oben zu korrigieren, wie die Bundesregierung jetzt einr\u00e4umen musste.<br>Demnach bel\u00e4uft sich die derzeit aktuelle Summe auf gut 2,1 Millionen Euro f\u00fcr den genannten Zeitraum. Ma\u00dfgeblich verantwortlich f\u00fcr das deutlich Plus von etwa 650 Tausend Euro sind das Ausw\u00e4rtige Amt und das Bundesinnenministerium. Beide Beh\u00f6rden hatten bislang keine Zahlen vorgelegt. Unter Ber\u00fccksichtigung einiger von der Bundesregierung nun korrigierten Zahlen ist der gesamte Zuwachs ausgerechnet Journalisten zuzurechnen, die beim \u00f6ffentlich-rechtlichen Rundfunk angestellt sind.<\/p>\n\n\n\n<p>Zu den von der Bundesregierung neu angegebenen Zahlen \u00e4u\u00dfert sich Martin E. Renner, medienpolitischer Sprecher der AfD-Bundestagsfraktion:<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eDie neuen Zahlen der Bundesregierung zeigen deutlich, dass der Sumpf offenbar tiefer ist, als schon bekannt. Dass zahlreiche Journalisten so bereitwillig gegen ihren Berufsethos versto\u00dfen, steht auf einem Blatt. Auf einem ganz anderen Blatt steht dagegen, dass die Bundesregierung sich offenbar gezielt prominente Journalisten aussucht und mit sehr gro\u00dfz\u00fcgig bezahlten Nebent\u00e4tigkeiten versorgt. Teilweise sogar regelm\u00e4\u00dfig. Und der \u00d6ffentlichkeit dennoch unentwegt das Hohelied vom unabh\u00e4ngigen, staatsfernen und kritischen \u00f6ffentlich-rechtlichen Rundfunk vorheuchelt.<br>Wir haben bereits weitere Anfragen eingereicht, um in dieser Angelegenheit f\u00fcr umfassende Transparenz zu sorgen. Die \u00d6ffentlichkeit hat ein Recht darauf, sich ein Urteil bilden zu k\u00f6nnen \u2014 insbesondere vor dem Hintergrund der aktuellen Debatte um eine weitere Erh\u00f6hung der Zwangsgeb\u00fchren.\u201c<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p>Inzwischen hat die AFD ihre Anfrage auf alle L\u00e4nder ausgedehnt, in denen sie im Parlament vertreten ist, und erbittet in weiteren Kleinen Anfragen die Offenlegung der Namen und Einzelhonorare der von der Bundesregierung verg\u00fcteten Journalisten. Ferner w\u00fcnscht sie Auskunft zu den Jahren 2013 bis 2017.<\/p>\n\n\n\n<p>Daniel Br\u00f6ckerhoff, Journalist und Moderator beim NDR-Fernsehen, hat hierzu am 13. April 2023 Stellung bezogen. Er ist zwar nicht auf den Listen angegeben, hat eigenen Angaben zufolge aber ebenfalls Geld von der Bundesregierung erhalten, und zwar f\u00fcr die Veranstaltung \u201e50 Jahre Umweltprogramm\u201c vom 22. Juni 2021. Diese habe er f\u00fcr das Bundesumweltministerium in Berlin moderiert und daf\u00fcr 5800 Euro brutto erhalten. Seiner Ansicht nach sind die Listen unvollst\u00e4ndig und enthalten gleichzeitig auch Auftr\u00e4ge, f\u00fcr die h\u00f6chstwahrscheinlich keine Honorare gezahlt worden seien. Man k\u00f6nne \u00fcberhaupt nicht ersehen, wer wieviel erhalten habe, denn die Liste gebe nur Gesamtsummen der einzelnen Ministerien heraus. Br\u00f6ckerhoff beschreibt seinen Eindruck, wonach sich der Umgang mit solchen Auftr\u00e4gen inzwischen ge\u00e4ndert habe. Man sei vorsichtiger geworden, vermittelt er. Gleichzeitig \u00fcbt Br\u00f6ckerhoff Kritik an Kollegen und nennt \u201eschwierige F\u00e4lle\u201c. Viele Mitarbeiter und Anstalten z\u00f6gen die Grenze sehr subjektiv. Ein weiteres Problem sind aus seiner Sicht die Anstellungen als \u201efreie Mitarbeiter\u201c, die pro produzierter Sendeminute, pro moderierter Sendung oder nach Arbeitstagen bezahlt w\u00fcrden und jederzeit wieder vor die T\u00fcr gesetzt werden k\u00f6nnten. Fast niemand, der sein Gesicht in die Kamera halte oder in ein Mikrofon spreche, sei fest angestellt. Diesen \u201efreien Mitarbeitern\u201c rate man, sich ein zweites Strandbein aufzubauen, unter Beachtung von m\u00f6glichen Interessenskonflikten. Die mangelnde Sicherheit in der Branche f\u00fchre auch bei den besserverdienenden Journalisten zu der Einstellung, so viele Auftr\u00e4ge wie m\u00f6glich mitnehmen zu m\u00fcssen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"mh-excerpt\"><p>Bereits in der Vergangenheit war es nicht un\u00fcblich, dass Journalisten, die beim \u00f6ffentlich-rechtlichen bzw. dem kommerziellen Rundfunk oder gro\u00dfen Zeitungen t\u00e4tig waren, auch Auftr\u00e4ge von der Regierung angenommen haben und von dieser daf\u00fcr bezahlt wurden. <a class=\"mh-excerpt-more\" href=\"https:\/\/www.studiogera.de\/001\/2023\/04\/21\/journalisten-nebentaetigkeiten-neue-listen-und-reaktionen\/\" title=\"JOURNALISTEN-NEBENT\u00c4TIGKEITEN: NEUE LISTEN UND REAKTIONEN\">[&#8230;]<\/a><\/p>\n<\/div>","protected":false},"author":2,"featured_media":24308,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[17],"tags":[],"class_list":{"0":"post-24290","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-medien"},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.studiogera.de\/001\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/24290","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.studiogera.de\/001\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.studiogera.de\/001\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.studiogera.de\/001\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.studiogera.de\/001\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=24290"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/www.studiogera.de\/001\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/24290\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":24310,"href":"https:\/\/www.studiogera.de\/001\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/24290\/revisions\/24310"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.studiogera.de\/001\/wp-json\/wp\/v2\/media\/24308"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.studiogera.de\/001\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=24290"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.studiogera.de\/001\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=24290"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.studiogera.de\/001\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=24290"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}