{"id":24347,"date":"2023-04-24T12:16:57","date_gmt":"2023-04-24T10:16:57","guid":{"rendered":"http:\/\/www.studiogera.de\/001\/?p=24347"},"modified":"2023-04-24T12:22:17","modified_gmt":"2023-04-24T10:22:17","slug":"kontosperre-bei-verbrauchtem-co2-budget","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.studiogera.de\/001\/2023\/04\/24\/kontosperre-bei-verbrauchtem-co2-budget\/","title":{"rendered":"KONTOSPERRE BEI VERBRAUCHTEM CO2-BUDGET"},"content":{"rendered":"\n<p>Stellen Sie sich vor, Sie wollen im Supermarkt etwas einkaufen, k\u00f6nnen die Ware an der Kasse aber nicht bezahlen \u2014 weil Sie Ihr CO\u2082-Kontingent bereits aufgebraucht haben. Trotz ausreichendem Guthaben ist Ihr Konto deshalb gesperrt. Um \u00fcber Ihr Geld weiterhin verf\u00fcgen zu k\u00f6nnen, m\u00fcssten Sie zun\u00e4chst CO\u2082-Zertifikate kaufen und damit Ihr Kontingent erweitern. In einigen Jahren soll das in Deutschland zur Realit\u00e4t werden.<\/p>\n\n\n\n<p>M\u00f6glich sind solche verpflichtenden CO\u2082-Abgaben allerdings erst mit einer digitalen W\u00e4hrung. An entsprechenden Systemen arbeitet bereits \u201edie Wissenschaft\u201c, w\u00e4hrend die \u00d6ffentlichkeit mit der M\u00f6glichkeit einer freiwilligen CO\u2082-Zahlung ganz langsam an das neue Verfahren gew\u00f6hnt wird. Zum pers\u00f6nlichen CO\u2082-Budget und einer Koppelung mit dem Portemonnaie der B\u00fcrger gibt es derzeit mehrere \u00dcberlegungen. Ein Modell wurde j\u00fcngst im Deutschlandfunk vorgestellt, mit folgenden Worten:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>\u201eWer mehr braucht, der m\u00fcsste sich dann CO\u2082-Rechte dazukaufen, bevor er in den Supermarkt geht.\u201c<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/www.deutschlandfunk.de\/persoenliches-klimabudget-als-loesung-angela-hanson-saveclimate-earth-dlf-8605cb44-100.html\">https:\/\/www.deutschlandfunk.de\/persoenliches-klimabudget-als-loesung-angela-hanson-saveclimate-earth-dlf-8605cb44-100.html<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Hans-Joachim Schellnhuber vom Potsdam-Instituts f\u00fcr Klimafolgenforschung schlug im ARD-Fernsehen ein pers\u00f6nliches CO\u2082-Budget von drei Tonnen f\u00fcr jeden Menschen vor. Derzeit entfallen auf jeden Bundesb\u00fcrger elf Tonnen pro Jahr. Besonders viele CO\u2082-Emissionen kommen durch das Wohnen, konkret das Heizen, und die Mobilit\u00e4t zustande. Diese verursachen schon 4,5 Tonnen. Schellnhuber schl\u00e4gt auch einen Emissionshandel zwischen den B\u00fcrgern vor. Wer ein h\u00f6heres CO\u2082-Kontingent ben\u00f6tigt, soll anderen B\u00fcrgern Emissionsrechte abkaufen k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p>Dass bei einer derart knappen Bemessung Zertifikate zum Verkauf angeboten werden, ist allerdings wahrscheinlich, was exorbitante Preise zur Folge haben k\u00f6nnte. Wie weit man mit den vorgeschlagenen Budget von drei Tonnen CO\u2082 im normalen Leben kommt, l\u00e4sst sich mit sogenannten CO\u2082-Rechnern herausfinden. Unter anderem bietet das Bundesumweltamt einen solchen an.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/uba.co2-rechner.de\/de_DE\/\">https:\/\/uba.co2-rechner.de\/de_DE\/<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Bei einer aus heutiger Sicht enthaltsamen Lebensweise w\u00e4re das digitale Konto sp\u00e4testens nach etwa einem halben Jahr gesperrt, wenn man von folgendem Beispiel ausgeht:<\/p>\n\n\n\n<p>Zwei Personen leben in einer 60 Quadratmeter gro\u00dfen Wohnung, heizen mit erneuerbaren Energien, nutzen \u00d6kostrom, haben kein Auto, sind zu Fu\u00df oder mit \u00f6ffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs, verzichten auf Flugreisen, ern\u00e4hren sich vegetarisch und haben ein gesamtes monatliches Haushaltseinkommen von 5000 Euro oder mehr.<\/p>\n\n\n\n<p>Obwohl das Konto in diesem Beispiel ausreichend gedeckt sein d\u00fcrfte, h\u00e4tte man keinen uneingeschr\u00e4nkten Zugriff mehr auf sein Geld, wenn das vorgegebene Volumen verbraucht wurde. Sogar eine kurze Fahrt mit dem Zug, beispielsweise von Erfurt nach Weimar, w\u00e4re nicht mehr m\u00f6glich \u2014 selbst bei einem Kontostand von 8000 Euro. \u00c4hnlich wie bei Mobilfunktarifen m\u00fcsste man neues Volumen hinzubuchen, um weiterhin am Leben teilhaben zu k\u00f6nnen. Wer das Budget von drei Tonnen nicht \u00fcberschreiten m\u00f6chte, d\u00fcrfte sich nur zu Fu\u00df oder mit den Fahrrad fortbewegen, m\u00fcsste auf gebrauchte Kleidung zur\u00fcckgreifen und sogar auf tierische Erzeugnisse wie Milch, Eier und K\u00e4se verzichten. Vegetarier zu sein, reicht nicht aus, und neue Kleidung sowie \u00f6ffentliche Verkehrsmittel f\u00fchren ebenfalls zu deutlichen Abz\u00fcgen.<\/p>\n\n\n\n<p>Mit drei Tonnen pro Person und Jahr w\u00e4re aber noch l\u00e4ngst keine Klimaneutralit\u00e4t erreicht. Dies ist nur der Einstiegswert. F\u00fcr das gro\u00dfe Ziel m\u00fcsste das Kontingent auf eine Tonne reduziert werden \u2014 was letztendlich auch beabsichtigt ist. Das entspricht etwa der Menge CO\u2082, die ein Erwachsener im ganzen Jahr allein mit seiner Atemluft freisetzt.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Fatale an der Sache wird einigen erst jetzt bewusst: Im Grunde wird mit nahezu jeder Bewegung CO\u2082 freigesetzt \u2014 ansteigend mit dem Ausma\u00df an Aktivit\u00e4t. Wer dieses Gas kontrolliert, steuert damit gleichzeitig alle menschlichen Aktivit\u00e4ten und legt hierf\u00fcr Obergrenzen fest.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"mh-excerpt\"><p>Stellen Sie sich vor, Sie wollen im Supermarkt etwas einkaufen, k\u00f6nnen die Ware an der Kasse aber nicht bezahlen \u2014 weil Sie Ihr CO\u2082-Kontingent bereits aufgebraucht haben. 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