{"id":25136,"date":"2023-06-05T11:45:17","date_gmt":"2023-06-05T09:45:17","guid":{"rendered":"http:\/\/www.studiogera.de\/001\/?p=25136"},"modified":"2023-06-05T11:45:18","modified_gmt":"2023-06-05T09:45:18","slug":"nach-dem-beschluss-zur-reform-der-pflegeversicherung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.studiogera.de\/001\/2023\/06\/05\/nach-dem-beschluss-zur-reform-der-pflegeversicherung\/","title":{"rendered":"NACH DEM BESCHLUSS ZUR REFORM DER PFLEGEVERSICHERUNG"},"content":{"rendered":"\n<p><em>Der Beschluss zur Reform der Pflegeversicherung ist der erste Schritt am Beginn eines gr\u00f6\u00dferen Umbauprozesses. Der Druck, das bestehende System den sich \u00e4ndernden Bedingungen anzupassen, wird immer gr\u00f6\u00dfer. Unterdessen kommen weitere Probleme hinzu.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Der Bundestag beschloss am 26. Mai 2023 eine Reform der Pflegeversicherung. Sowohl die Beitr\u00e4ge als auch die Leistungen werden erh\u00f6ht. Durch die Reform soll die Pflege vorerst bis 2025 finanziell abgesichert werden. Bestandteil dieser ist auch ein flexibel nutzbares Jahresbudget f\u00fcr pflegende Angeh\u00f6rige. Mit dem Geld k\u00f6nnen sie Unterst\u00fctzung organisieren, wenn sie die Pflege in einem bestimmten Zeitraum nicht selbst leisten k\u00f6nnen. Dieses Geld steht bereits ab dem 1. Januar 2024 f\u00fcr Eltern pflegebed\u00fcrftiger Kinder mit Pflegegrad IV oder V zur Verf\u00fcgung, und ab 1. Juli 2025 f\u00fcr alle pflegenden Angeh\u00f6rigen.<\/p>\n\n\n\n<p>Aus Sicht des gesundheitspolitischen Sprecher der Fraktion CDU\/CSU, Tino Sorge, wurde die Chance f\u00fcr strukturelle Ver\u00e4nderungen nicht genutzt. Er fordert, die Finanzierung der Pflege k\u00fcnftig auf mehrere S\u00e4ulen zu stellen und f\u00fchrte als Beispiele mehr private und betriebliche Vorsorge oder eine Pflegezusatzversicherung an.<\/p>\n\n\n\n<p>Unterdessen warnt der Pr\u00e4sident des Bundesverbandes privater Anbieter sozialer Dienste, Bernd Meurer, vor den Auswirkungen des Fachkr\u00e4ftemangels. Gegen\u00fcber dem Redaktionsnetzwerk Deutschland sagte er, 70 % der Einrichtungen h\u00e4tten wirtschaftliche Sorgen. Eine Pleitewelle angesichts des Fachkr\u00e4ftemangels schlie\u00dft er nicht aus. Fehlende Fachkr\u00e4fte h\u00e4tten zur Folge, dass Heimpl\u00e4tze nicht belegt werden k\u00f6nnten. Bei einer Belegung von unter 80 % sei ein Heim \u201ekaum noch wirtschaftlich betreibbar\u201c, sagte Meurer.<\/p>\n\n\n\n<p>Auf einhundert freie Stellen kommen in Deutschland derzeit nur 33 arbeitslose Pflegefachleute. Gleichzeitig steigt die Zahl der Pflegebed\u00fcrftigen. Das Fachkr\u00e4fteproblem will die Politik mit Zuwanderung angehen \u2014 vorzugsweise aus L\u00e4ndern der sogenannten dritten Welt. Im Gespr\u00e4ch sind Kenia, Indonesien, Mexiko, Brasilien, Kolumbien und Panama. Wegen der schlechten Arbeitsbedingungen in deutschen Pflegeheimen haben die bisherigen Anwerbeprogramme kaum Erfolg gebracht.<\/p>\n\n\n\n<p>Dennoch wird ein weiterer Versuch unternommen. Au\u00dfenministerin Annalena Baerbock (Gr\u00fcne) und Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) traten am 5. Juni 2023 eine sechst\u00e4gige S\u00fcdamerika-Reise an, um f\u00fcr qualifizierte Fachkr\u00e4fte zu werben \u2014 insbesondere f\u00fcr die Pflege. Erste Station ist Brasilien. Es folgen Kolumbien und Panama.<\/p>\n\n\n\n<p>Deutsche Pflegeheime haben unter qualifizierten Fachkr\u00e4ften, die sich weltweit orientieren, keinen guten Ruf. In der Regel wird hierzulande mit der kleinstm\u00f6glichen Besetzung gearbeitet. Der Personalschl\u00fcssel ist niedrig angesetzt, und krankheitsbedingte Ausf\u00e4lle k\u00f6nnen h\u00e4ufig nur ausgeglichen werden, indem andere Mitarbeiter freie Tage abtreten. Die Betriebe sind h\u00e4ufig Kapitalertragsunternehmen, wodurch das Personal und Material als Kostenfaktor angesehen wird. Ausl\u00e4ndischen qualifizierten Fachkr\u00e4ften missf\u00e4llt zudem die in Deutschland \u00fcbliche Kombination von Behandlungspflege und einfachen T\u00e4tigkeiten. Sie haben in der Regel einen Hochschulabschluss und erleben, dass in vielen deutschen Einrichtungen das f\u00fcr die Medizin und Stationsf\u00fchrung zust\u00e4ndige Fachpersonal regul\u00e4r auch Toiletteng\u00e4nge, K\u00fcchen- und Reinigungsarbeiten verrichtet.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein weiteres Problem kommt mit den h\u00f6heren Zinsen auf die Pflegeheime hinzu. In den vergangenen Jahrzehnten wurden w\u00e4hrend einer Niedrigzinsphase zahlreiche H\u00e4user errichtet. Nun steigen die Zinsen und f\u00fchren zu h\u00f6heren Belastungen. In den kommenden Jahren d\u00fcrften deshalb viele Einrichtungen in Schwierigkeiten geraten, warnen Experten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"mh-excerpt\"><p>Der Beschluss zur Reform der Pflegeversicherung ist der erste Schritt am Beginn eines gr\u00f6\u00dferen Umbauprozesses. Der Druck, das bestehende System den sich \u00e4ndernden Bedingungen anzupassen, wird immer gr\u00f6\u00dfer. Unterdessen kommen weitere Probleme hinzu. 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