{"id":25275,"date":"2023-06-13T11:18:32","date_gmt":"2023-06-13T09:18:32","guid":{"rendered":"http:\/\/www.studiogera.de\/001\/?p=25275"},"modified":"2023-06-13T11:59:06","modified_gmt":"2023-06-13T09:59:06","slug":"museum-bewahrt-gefaehrdete-mineralien-vor-dem-verfall","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.studiogera.de\/001\/2023\/06\/13\/museum-bewahrt-gefaehrdete-mineralien-vor-dem-verfall\/","title":{"rendered":"MUSEUM BEWAHRT GEF\u00c4HRDETE MINERALIEN VOR DEM VERFALL"},"content":{"rendered":"\n<p>Das Museum f\u00fcr Naturkunde in Gera bewahrt in seiner Sammlung \u00fcber 10&#8217;000 Mineralstufen aus Ostth\u00fcringen und der ganzen Welt auf. Die meisten davon \u00fcberdauern die Zeit ohne Schaden zu nehmen. Einige ver\u00e4ndern sich jedoch im Laufe der Jahre auch bei guten Lagerbedingungen zu ihrem Nachteil bis hin zum v\u00f6lligen Zerfall.<\/p>\n\n\n\n<p>\u00dcber 70 zerfallsgef\u00e4hrdete Mineralstufen aus der Museumssammlung k\u00f6nnen nun dank der Unterst\u00fctzung des Th\u00fcringer Ministers f\u00fcr Umwelt, Energie und Naturschutz Bernhard Stengele durch eine aufw\u00e4ndige Spezialbehandlung vor dem Zerfall bewahrt werden. \u00dcber 5300 Euro werden vom Projekttr\u00e4ger \u201eGeraer Mineralien- und Fossilienfreunde e. V.\u201c daf\u00fcr investiert. Den L\u00f6wenanteil in H\u00f6he von 80 % erhielt der Verein aus \u00dcbersch\u00fcssen der Staatslotterie vom Th\u00fcringer Minister f\u00fcr Umwelt, Energie und Naturschutz Bernhard Stengele. Weiterhin durch finanzielle Zuwendungen beteiligt haben sich die Volksbank eG Gera \u2013 Jena \u2013 Rudolstadt, sowie Doris-Inge und G\u00fcnter-Erich Rohleder aus Gera.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Behandlung umfasst die Reinigung, die Konservierung und die Stabilisierung. Dazu wurden die betroffenen Mineralien aus der Museumssammlung in die \u201eMineralienwerkstatt P\u00f6nitz\u201c nach Freiberg\/Sachsen transportiert. Diese Einrichtung ist renommiert und hat bereits Mineralien f\u00fcr viele bedeutende Einrichtungen, wie die TU Bergakademie Freiberg, die Universit\u00e4t Bonn und das St\u00e4dtische Museum Zwickau erfolgreich behandelt. In der Vergangenheit wurden auch schon einzelne Mineralstufen des Geraer Museums f\u00fcr Naturkunde in der Freiberger Werkstatt konserviert, was in der Regel privat finanziert wurde. Die Erfahrungen damit sind sehr gut. Auch schon im Jahr 2009 konservierte Mineralien sind bis heute stabil.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Hauptursache f\u00fcr Zerfallsprozesse bei Mineralstufen liegt in der Zersetzung von Pyrit und Markasit, von denen auch kleine, kaum sichtbare Mengen in der Gesteinsmatrix einer Mineralstufe ausreichen. Bedingt werden diese Vorg\u00e4nge durch den im Museum unvermeidlichen Sauerstoffzutritt. Vor der Bergung, tief untertage, gab es keinen Sauerstoffkontakt der Mineralien, so dass sie dort stabil blieben und nicht zerfielen.<\/p>\n\n\n\n<p>In der Folge der Zerfalls an der Erdoberfl\u00e4che bilden sich immer mehr Risse, es entstehen wei\u00dfe Ausbl\u00fchungen samt schwefeliger Ger\u00fcche und im schlechtesten Fall bleibt von einer kostbaren Mineralstufe nur ein Haufen \u201eKr\u00fcmel\u201c \u00fcbrig. Auch andere Museen mit mineralogischen Sammlungen und private Mineraliensammler haben schon entsprechende Erfahrungen gesammelt. Das Problem betrifft insbesondere Mineralien von der Uranlagerst\u00e4tte Ronneburg in Ostth\u00fcringen \u2013 der ehemals gr\u00f6\u00dften Uranlagerst\u00e4tte Europas. Im Rahmen der Konservierung muss zuerst jede kleinste Menge S\u00e4ure auf und in den Mineralstufen entfernt werden und anschlie\u00dfend eine nicht sichtbare Versiegelung zwecks eines zuk\u00fcnftigen Sauerstoffabschlusses aufgetragen werden. Oft sehen die so behandelten Mineralstufen anschlie\u00dfend sogar noch viel ansprechender aus.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Museum und der Verein wollen erreichen, ein St\u00fcck \u201eKulturgut aus der Natur\u201c auch f\u00fcr zuk\u00fcnftige Generationen zu sichern. Die Kostbarkeiten, die Bergleute unter hohen Risiken aus hunderten Metern Tiefe an die Erdoberfl\u00e4che gebracht haben, sollen im Museum sicher erhalten bleiben, ganz getreu dem Motto \u201eKulturgut verpflichtet\u201c. Besucherinnen und Besucher des Museums erfahren dadurch keine Einschr\u00e4nkungen, weil das Projekt kaum Mineralien aus den Ausstellungen betrifft, sondern vor allem St\u00fccke aus den Magazinen des Museums.<\/p>\n\n\n\n<p>QUELLE: STADTVERWALTUNG<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"mh-excerpt\"><p>Das Museum f\u00fcr Naturkunde in Gera bewahrt in seiner Sammlung \u00fcber 10&#8217;000 Mineralstufen aus Ostth\u00fcringen und der ganzen Welt auf. Die meisten davon \u00fcberdauern die Zeit ohne Schaden zu nehmen. 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