{"id":26053,"date":"2023-07-20T22:40:11","date_gmt":"2023-07-20T20:40:11","guid":{"rendered":"http:\/\/www.studiogera.de\/001\/?p=26053"},"modified":"2023-07-20T22:40:12","modified_gmt":"2023-07-20T20:40:12","slug":"das-vorwerk-vollersdorf","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.studiogera.de\/001\/2023\/07\/20\/das-vorwerk-vollersdorf\/","title":{"rendered":"DAS VORWERK VOLLERSDORF"},"content":{"rendered":"\n<p>Vollersdorf war ein zum mittelalterlichen Rittersitz P\u00f6ppeln geh\u00f6riges Vorwerk. Der Name geht mit hoher Wahrscheinlichkeit auf den ersten Siedler Vollhard zur\u00fcck. Das landwirtschaftliche Anwesen mit Wirtschaftshof und Teich lag an der alten Stra\u00dfe N\u00fcrnberg\u2014Bamberg\u2014Leipzig und geh\u00f6rte wie P\u00f6ppeln zu den ostersteinischen Burgg\u00fctern. Bis in das 15. Jahrhundert befand sich das Vorwerk im Besitz der Familie von Uttenhoven. Arch\u00e4ologische Funde aus dem Jahre 1966, bei der Hausfundamente freigelegt wurden, belegen den Beginn des Hofes mindestens im 14. Jahrhundert. Ausgegraben wurde vor allem Keramik des 14. bis 17. Jahrhunderts, von blaugrauer Ware bis hin zu glasierten Kacheln.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Jahre 1495 war die erste schriftliche Erw\u00e4hnung, als das Vorwerk zusammen mit dem \u201eGut Poppling mit seinem Sitze, \u00c4ckern, Wiesen, H\u00f6lzern, Teichen, Weiden und Trifften\u201d vom Geraer Amtsmann Han\u00df Grie\u00df an den Rat zu Gera verkauft wurde. 1540, \u201emitwochs nach visitat. Mariae Virginis\u201d, wird der Rat zu Gera mit dem \u201esitz vnd Forbergk zu Popling mit besessenen Mennern doselbst vnnd zu Vollersdorf\u201d belehnt. Im Jahre 1677 wanderten die letzten Bewohner nach Gera ab. Vermutlich hatten sich einige R\u00e4uber in dem Ort eingenistet. Die Gr\u00fcnde f\u00fcr die Aufgabe sind nicht belegt. Im Jahre 1684 sind einzelne Ackerst\u00fccke bereits \u201emit Wald beflogen\u201d.<\/p>\n\n\n\n<p>Vollersdorf ist die j\u00fcngste W\u00fcstung in der Geraer Umgebung. Ferdinand Hahn schreibt in der 1855 herausgegebenen \u201eGeschichte von Gera und dessen n\u00e4chster Umgebung\u201d \u00fcber \u201eSpuren von Grundmauern mit l\u00e4ngerer Ausdehnung, (\u2026) alle aber hoch mit Moos bedeckt, sowie eigent\u00fcmlich gestaltete H\u00f6henz\u00fcge und andere Erh\u00f6hungen, die man als Schutthaufen des Dorfes betrachten konnte.\u201d Au\u00dferdem f\u00fchrt er aus: \u201eVor nicht langer Zeit ist noch im Bereiche derselben der Eingang eines Kellers sichtbar gewesen. Jetzt ist dieser spurlos verschwunden.\u201d<\/p>\n\n\n\n<p>Bis zum Jahre 1832 wurden Lehnbriefe ausgestellt. Bis in das 19. Jahrhundert fand sich die Bezeichnung Vollersdorf auf holl\u00e4ndischen und N\u00fcrnberger Karten. Noch im 20. Jahrhundert genoss die Vollersdorfer Waldgemeinde im Waldhaus Gastrecht. Mit dem Teich und den heute \u00fcberwachsenen Fundamentresten sind im Gel\u00e4nde noch zahlreiche Spuren zu entdecken. Eine Quelle ist mit Sandsteinplatten abgedeckt. Aus Steinen des ehemaligen Geraer Badertores wurde im 19. Jahrhundert ein Gedenkstein f\u00fcr die W\u00fcstung errichtet.<\/p>\n\n\n\n<p>QUELLE: TH\u00dcRINGISCHES LANDESAMT F\u00dcR DENKMALPFLEGE UND ARCH\u00c4OLOGIE<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"mh-excerpt\"><p>Vollersdorf war ein zum mittelalterlichen Rittersitz P\u00f6ppeln geh\u00f6riges Vorwerk. Der Name geht mit hoher Wahrscheinlichkeit auf den ersten Siedler Vollhard zur\u00fcck. 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