{"id":26183,"date":"2023-07-28T16:28:21","date_gmt":"2023-07-28T14:28:21","guid":{"rendered":"http:\/\/www.studiogera.de\/001\/?p=26183"},"modified":"2023-07-28T17:04:04","modified_gmt":"2023-07-28T15:04:04","slug":"der-stadtwald-ein-jahr-nach-den-waldbraenden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.studiogera.de\/001\/2023\/07\/28\/der-stadtwald-ein-jahr-nach-den-waldbraenden\/","title":{"rendered":"DER STADTWALD EIN JAHR NACH DEN WALDBR\u00c4NDEN"},"content":{"rendered":"\n<p>Ziemlich genau ein Jahr ist es mittlerweile her, seit der Geraer Stadtwald von Waldbr\u00e4nden heimgesucht wurde. Gleich mehrmals musste die Feuerwehr Mitte Juli 2022 in Richtung Martinsh\u00f6he und im Bereich Ernsee Richtung Hohle ausr\u00fccken, um die Flammen zu bek\u00e4mpfen. Die dabei verbrannten Fl\u00e4chen des Waldes waren im Vergleich zur Gesamtfl\u00e4che \u00fcberschaubar, dennoch stellt sich nun die Frage: Wie geht es dem Stadtwald heute? Konnte er sich an den betroffenen Stellen regenerieren? Die Antwort lautet: Ja, der Wald erholt sich. Der Sukzessions-Prozess schreitet voran. Die vor einem Jahr niedergebrannten Fl\u00e4chen sind heute bereits wieder von verschiedenen Gr\u00e4sern und Str\u00e4uchern besiedelt, sodass optisch nur noch wenig an die Br\u00e4nde erinnert. Auch neue B\u00e4ume graben bereits ihre Wurzeln ins Erdreich, um die verschiedenen Areale k\u00fcnftig zu begr\u00fcnen. \u201eIn zehn Jahren wird man nichts mehr davon sehen, dass es hier einmal gebrannt hat\u201c, erkl\u00e4rt Revierf\u00f6rster Ronald Felgner, der die Entwicklung des Geraer Stadtwalds seit mehr als zwei Jahrzehnten beaufsichtigt.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Aufforstungen sind nicht n\u00f6tig<\/strong><br>Waldbr\u00e4nde wirken sich auf die Stabilit\u00e4t und die Vitalit\u00e4t der Wald\u00f6kosysteme durch komplexe Zusammenh\u00e4nge aus. Die Folgen werden durch Dauer, Intensit\u00e4t und Ausma\u00df des Brandes bestimmt. Im Stadtwald handelte es sich haupts\u00e4chlich um sogenannte Bodenfeuer. Diese f\u00fchren zur Verbrennung des bodennahen Pflanzenbewuchs und der Streuauflage. Die B\u00e4ume wurden unterschiedlich je nach Baumart ebenfalls gesch\u00e4digt.<\/p>\n\n\n\n<p>Das \u00d6kosystem Wald besitzt eine nat\u00fcrliche Regenerationsf\u00e4higkeit, die dazu beitr\u00e4gt, entstandene Wunden zu heilen. Das kann man an Waldbrand-Stellen besonders gut beobachten: St\u00fcck f\u00fcr St\u00fcck holt sich die Natur das Gel\u00e4nde zur\u00fcck. Auf diese Weise findet auch eine nat\u00fcrliche Verj\u00fcngung des Baumbestandes statt. Aufforstungen sind daher nicht n\u00f6tig. Nun gilt es, den jungen B\u00e4umen ein m\u00f6glichst ungest\u00f6rtes Heranwachsen zu erm\u00f6glichen. Das hei\u00dft zum einen, schneller wachsenden Pflanzen wie zum Beispiel verschiedene Gr\u00e4ser zur\u00fcckzuhalten, die den Jungb\u00e4umen gegebenenfalls den n\u00f6tigen Freiraum streitig machen. Zum anderen gilt es, die Sch\u00f6sslinge vor dem im Stadtwald lebenden Rehwild zu sch\u00fctzen, f\u00fcr das das frische Gr\u00fcn ein ausgesprochener Leckerbissen ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Der naturnahe Waldumbau ist daher ein zentrales Thema, um den Wald widerstandsf\u00e4higer zu machen: Statt der fr\u00fcher \u00fcblichen Nadelbaummonokulturen, die durch das Harz in ihren Nadeln besonders gut brennen, geht die Entwicklung hin zu mehrschichtigen Mischw\u00e4ldern mit hohem Laubholzanteil. In diesen breiten sich Feuer langsamer aus als unter Nadelb\u00e4umen, wo das Harz die Flammen zus\u00e4tzlich anfacht. Die Ausrichtung auf angepasste Laubbaumarten schreitet dabei auch im Geraer Stadtwald voran: Gegenw\u00e4rtig besteht der Stadtwald zu etwa 60 % aus Laubb\u00e4umen. Neben dem Waldumbau geh\u00f6rt auch die regelm\u00e4\u00dfige Pflege der Waldwege zu den vorbeugenden Schutzma\u00dfnahmen f\u00fcr Waldbr\u00e4nde: Sind diese freigeschnitten und ber\u00e4umt, fehlt es dem Feuer an brennbarem Material, um sich weiter auszubreiten. Zudem wird dadurch abgesichert, dass die Feuerwehr schnell zum Brandherd gelangt. Grund zur Entwarnung gibt es aber nicht, wie der Revierf\u00f6rster erkl\u00e4rt:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>\u201eHitze und Trockenheit setzen dem Wald zu und f\u00f6rdern damit nat\u00fcrlich auch das Waldbrandrisiko. Auch in diesem Jahr musste die Feuerwehr schon mehrfach ausr\u00fccken. Dass dabei keine gr\u00f6\u00dferen Sch\u00e4den entstanden sind, ist vor allem dem unerm\u00fcdlichen Einsatz der Berufsfeuerwehr sowie den Freiwilligen Feuerwehren zu verdanken, aber auch dem wachsamen Auge der Geraer Bev\u00f6lkerung, die immer einen Blick auf ihren Stadtwald hat.\u201c<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p><strong>Ein weiteres Projekt des Revierf\u00f6rsters<\/strong><br>Als weitere Ma\u00dfnahme der Brandvermeidung werden im Stadtwald derzeit R\u00fcckhaltebecken angelegt, die Regenwasser auffangen und vorhalten. \u201eUm der zunehmenden Trockenheit und Hitze zu begegnen, m\u00fcssen wir versuchen, das Wasser im Wald zu halten. Das in den R\u00fcckhaltebecken gesammelte Wasser kann nach und nach ins Erdreich versickern und flie\u00dft nicht einfach nur den Berg hinunter\u201c, so Felgner. Zudem k\u00f6nnten die Becken als Indikatoren dienen: Bleibt das Wasser \u00fcber l\u00e4ngere Zeit stehen und versickert nicht, ist der Waldboden offenbar noch besser mit Wasser versorgt, als es oberfl\u00e4chliche Anzeichen der Trockenheit vermuten lassen. Zudem k\u00f6nnen die R\u00fcckhaltebecken auch als Wasserstelle von verschiedenen Wildtieren genutzt werden.<\/p>\n\n\n\n<p>QUELLE: STADTVERWALTUNG<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"mh-excerpt\"><p>Ziemlich genau ein Jahr ist es mittlerweile her, seit der Geraer Stadtwald von Waldbr\u00e4nden heimgesucht wurde. 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