{"id":26223,"date":"2023-07-31T21:03:47","date_gmt":"2023-07-31T19:03:47","guid":{"rendered":"http:\/\/www.studiogera.de\/001\/?p=26223"},"modified":"2023-07-31T21:03:48","modified_gmt":"2023-07-31T19:03:48","slug":"das-objekt-des-monats-aus-dem-otto-dix-haus","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.studiogera.de\/001\/2023\/07\/31\/das-objekt-des-monats-aus-dem-otto-dix-haus\/","title":{"rendered":"DAS OBJEKT DES MONATS AUS DEM OTTO-DIX-HAUS"},"content":{"rendered":"\n<p>M\u00e4chtig und achtungsgebietend thront das Schloss Osterstein auf dem dicht bewaldeten Hang des Hainbergs, der sich steil \u00fcber der Elster erhebt. Die Schlossfront ist geziert mit neugotischen T\u00fcrmchen und Erkern, die aus dem Umbau in den 1860er Jahren stammen. Dahinter lugt der mittelalterliche Bergfried hervor, der damals eine geschwungene Welsche Haube trug statt des heute gewohnten Kegelhelms. Der Wald unterhalb des Schlosses ist mit nur wenigen Strichen angedeutet. Von gr\u00f6\u00dferem Interesse sind f\u00fcr den K\u00fcnstler dagegen die geduckt wirkenden Geb\u00e4ude des Hofgutes, die das Elsterufer s\u00e4umen. Der Standpunkt des Zeichners befand sich am \u00f6stlichen Kopf der Br\u00fccke \u00fcber die Wei\u00dfe Elster.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"800\" height=\"450\" src=\"http:\/\/www.studiogera.de\/001\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/2023_348.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-25093\" srcset=\"https:\/\/www.studiogera.de\/001\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/2023_348.jpg 800w, https:\/\/www.studiogera.de\/001\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/2023_348-300x169.jpg 300w, https:\/\/www.studiogera.de\/001\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/2023_348-768x432.jpg 768w, https:\/\/www.studiogera.de\/001\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/2023_348-678x381.jpg 678w\" sizes=\"auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Zu sehen ist eine Bleistiftzeichnung von Paul Neidhardt. (Bild: Stadtverwaltung\u2014Kunstsammlung, Inventarnummer NE-Z-1473)<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Offensichtlich hatte der K\u00fcnstler w\u00e4hrend des Schaffensprozesses seine Absicht ge\u00e4ndert, und deshalb auf der linken Seite noch einen Streifen Papier angef\u00fcgt. Dieser macht fast ein Drittel der gesamten Darstellung aus. Auf den solcherma\u00dfen erweiterten Tr\u00e4ger erg\u00e4nzte der Sch\u00f6pfer die Kubatur des Schlosses mit dem von T\u00fcrmchen und Zinnen bekr\u00f6nten Anbau. Im Vordergrund skizzierte er mit energischen Strichen einen sp\u00e4rlich belaubten Baum, der den Durchblick auf das Schloss erlaubt. Als sogenanntes Repoussoir-Motiv rahmt dieser die Darstellung und lenkt die Aufmerksamkeit des Betrachters auf das Objekt im Hintergrund. Gleichzeitig verleiht er der Ansicht Tiefe.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Sch\u00f6pfer dieser Zeichnung ist Paul Neidhardt. Er wurde 1873 in Gera geboren \u2013 sein Geburtstag j\u00e4hrt sich dieses Jahr also zum 150. Male. Nachdem er die Volksschule abgeschlossen hatte, absolvierte er eine dreij\u00e4hrige Ausbildung zum Porzellanmaler. 1890 bis 1894 lebte er in N\u00fcrnberg und arbeitete dort in seinem Beruf, wobei er die letzten zwei Jahre nebenbei die dortige Kunstgewerbeschule besuchte. Im Anschluss daran ging er nach M\u00fcnchen, wo er bis 1898 an der Akademie der Bildenden K\u00fcnste studierte. In der Isarmetropole kam Paul Neidhardt mit namhaften M\u00fcnchner Landschaftsk\u00fcnstlern in Ber\u00fchrung, wodurch sein Interesse an der Landschaftsmalerei geweckt wurde. Als er 1904 in Gera zu Besuch weilte, \u201epackte die heimische Landschaft den Maler, so dass er in Gera blieb\u201c (Ausstellungskatalog: Geraer Maler stellen zur Schau, 1947). So entstanden im Laufe der Jahrzehnte unz\u00e4hlige Landschaften in verschiedensten Techniken. In diesen Kontext ist auch die vor der Kriegszerst\u00f6rung des Schlosses 1945 entstandene Bleistiftstudie einzuordnen.<\/p>\n\n\n\n<p>Paul Neidhardt blieb in Gera, wo er als freier K\u00fcnstler t\u00e4tig war und Unterricht am Geraer Technikum erteilte. Zudem richtete er eine Mal- und Zeichenschule ein, zu deren Sch\u00fclern Geraer K\u00fcnstler wie Kurt G\u00fcnther, Erich Drechsler und 1914 zeitweise auch Kurt Schmidt geh\u00f6rten. 1919 hob Paul Neidhardt den K\u00fcnstlerbund Ostth\u00fcringen mit aus der Taufe und fungierte zeitweilig als deren Vorsitzender. Er war mit den Geraer K\u00fcnstlern Hermann Paschold, Kurt G\u00fcnther, Alexander Wolfgang, Erich Drechsler und Alfred Ahner befreundet, ebenso mit dem Geologen Rudolf Hundt. 1946 wurde ihm durch die Th\u00fcringer Landesregierung der Professorentitel verliehen. Paul Neidhardt verstarb 1951 in Gera. Er z\u00e4hlt zu den bedeutendsten Vertretern des Ostth\u00fcringer K\u00fcnstlerkreises. Sein Werk \u201eSchloss Osterstein\u201c ist gegenw\u00e4rtig in der Sonderausstellung \u201eAltes und neues Gera\u201c \u2013 Gesichter einer Stadt im Otto-Dix-Haus zu sehen.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Otto-Dix-Haus ist vom 7. August bis zum 16. August 2023 f\u00fcr Besucher geschlossen. Diese Schlie\u00dfzeit wird genutzt, um einige kleinere Reparaturen im Geb\u00e4ude auszuf\u00fchren, die bei laufendem Besucherverkehr nur eingeschr\u00e4nkt zu realisieren w\u00e4ren. Ab 17. August 2023 sind sowohl die Dauerausstellung zu Leben und Werk von Otto Dix als auch die Sonderausstellung \u201eAltes und neues Gera \u2013 Gesichter einer Stadt\u201c wieder f\u00fcr die \u00d6ffentlichkeit zug\u00e4nglich.<\/p>\n\n\n\n<p>QUELLE: STADTVERWALTUNG<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"mh-excerpt\"><p>M\u00e4chtig und achtungsgebietend thront das Schloss Osterstein auf dem dicht bewaldeten Hang des Hainbergs, der sich steil \u00fcber der Elster erhebt. 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