{"id":26241,"date":"2023-08-03T23:17:54","date_gmt":"2023-08-03T21:17:54","guid":{"rendered":"http:\/\/www.studiogera.de\/001\/?p=26241"},"modified":"2023-08-03T23:17:55","modified_gmt":"2023-08-03T21:17:55","slug":"von-der-natur-wuerde-nicht-mehr-viel-uebrig-bleiben","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.studiogera.de\/001\/2023\/08\/03\/von-der-natur-wuerde-nicht-mehr-viel-uebrig-bleiben\/","title":{"rendered":"VON DER NATUR W\u00dcRDE NICHT MEHR VIEL \u00dcBRIG BLEIBEN"},"content":{"rendered":"\n<p>Laut IPCC werden derzeit bis zu zw\u00f6lf Prozent der weltweit erzeugten Elektrizit\u00e4t f\u00fcr digitale Ger\u00e4te ben\u00f6tigt \u2013 mit steigender Tendenz. Wohin das in der Langzeitbetrachtung f\u00fchren wird, steht noch in den Sternen, welche wiederum zu einer interessanten \u00dcberlegung inspirieren: K\u00f6nnte man die in der Astronomie bekannte Kardaschow-Skala auch auf die Menschheit anwenden? Dann w\u00fcrden wir mit jeder weiteren Entwicklungsstufe noch mehr Energie verbrauchen, au\u00dferdem eine riesige Menge seltener Rohstoffe f\u00fcr immer komplexer werdende Ger\u00e4te. Der n\u00e4chste gro\u00dfe Vielfra\u00df ist ja bereits auf dem Vormarsch: die k\u00fcnstliche Intelligenz.<\/p>\n\n\n\n<p>Was aber bliebe von der Natur \u00fcbrig, wenn die Erdoberfl\u00e4che der einzige Ort f\u00fcr die Energiegewinnung w\u00e4re? Solarzellen und Windr\u00e4der w\u00fcrden gewiss immer mehr Platz beanspruchen, der den W\u00e4ldern, Wiesen und Feldern schlie\u00dflich verloren geht. Diese m\u00fcssten dann auf kleiner werden Fl\u00e4chen eine immer gr\u00f6\u00dfere Leistung erbringen, um die Versorgung mit \u00d6kosystemprodukten zu sichern. Wird vielleicht schon heute alles daraufhin ausgerichtet? Ein Positionspapier der Kommission Bodenschutz beim Umweltbundesamt beschreibt \u00d6kosystemleistungen als ein auf den Menschen fokussiertes Konzept. Demnach hat die Natur nur dann einen Wert, wenn sie dem Menschen zunutze ist.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/www.umweltbundesamt.de\/sites\/default\/files\/medien\/1410\/publikationen\/2019_10_16_pp_kbu_oekosystemleistungen_final_online.pdf\">https:\/\/www.umweltbundesamt.de\/sites\/default\/files\/medien\/1410\/publikationen\/2019_10_16_pp_kbu_oekosystemleistungen_final_online.pdf<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Das \u00d6kosystem wird hier als eine reine Produktionsst\u00e4tte mit Dienstleistungsfunktion verstanden, und soll zuk\u00fcnftig sicherlich auch wie ein Kapitalertragsunternehmen gef\u00fchrt werden. Wer Leistungen bezieht, die heute noch umsonst sind, wird daf\u00fcr h\u00f6chstwahrscheinlich zahlen m\u00fcssen. Das ist naheliegend, weil die hierf\u00fcr notwendigen Strukturen bereits geschaffen werden. Unweigerlich kommt es irgendwann zu genetischen Eingriffen, mit dem Ziel, die Effizienz immer weiter zu erh\u00f6hen. Was heute als ein Konzept zum Schutze der Natur angepriesen wird, k\u00f6nnte sich also als das exakte Gegenteil erweisen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die gleiche Gefahr besteht beim Klimaschutzprogramm. Mit dem Pariser Abkommen verpflichteten sich 195 Staaten dazu, den Anstieg der globalen Durchschnittstemperatur deutlich zu begrenzen. Doch meint die d\u00e4nische Forscherin Dorthe Dahl-Jensen, der Erde k\u00f6nne es egal sein, wenn der CO\u2082-Anteil steige. Weil aber so viele Menschen auf der Erde leben und starke Nationen mit Grenzen existieren, werde es f\u00fcr viele schwierig, in ein anderes Land zu ziehen. Denn manche Regionen w\u00fcrden durch D\u00fcrren und den Anstieg des Meeresspiegels unbewohnbar.<\/p>\n\n\n\n<p>Nicht vergessen werden darf hierbei, dass wir uns erdgeschichtlich in einer noch nicht sehr lange w\u00e4hrenden Niedrigwasserphase befinden, und die R\u00e4nder der Meere an manchen Stellen stark bebaut sind. H\u00e4ufig lag der Meeresspiegel deutlich h\u00f6her, ebenso der CO\u2082-Gehalt. Die Emissionen des Menschen haben einen Einfluss, liegen aber innerhalb der in der Urzeit \u00fcblichen Ausgasungsmengen.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein Verdacht liegt deshalb nahe: Es geht gar nicht um die Natur an sich. Der Mensch will die Erde langfristig in dem momentanen Zustand halten und m\u00fcsste in letzter Konsequenz sogar die nat\u00fcrlichen und eigentlich notwendigen Klimazyklen unterbinden. Das macht zwangsl\u00e4ufig Geoengineering notwendig. Argumentationstechnisch wird der Grundstein f\u00fcr solche Eingriffe bereits gelegt, wenn es hei\u00dft, das Klimaziel werde wohl nicht mehr erreicht. Forschungsprogramme hierzu sind auch schon angelaufen.<\/p>\n\n\n\n<p>Alles in allem w\u00fcrde sich die Erde der Zukunft deutlich von unserer heutigen unterscheiden, wenn dieser Weg eingeschlagen wird. Nat\u00fcrliche, selbstregulierende Systeme werden durch k\u00fcnstliche ersetzt, die allein auf die Bed\u00fcrfnisse des Menschen ausgerichtet sind. Sie wirken sich negativ auf andere nat\u00fcrliche Mechanismen aus, was immer tiefere Eingriffe erforderlich macht.<\/p>\n\n\n\n<p>Interessanterweise hat man au\u00dferhalb menschlicher Welten nichts entdecken k\u00f6nnen, was sich in die besagte Kardaschow-Skala einordnen lie\u00dfe. Somit bleibt sie leer. Vielleicht geh\u00f6rt die Zukunft deshalb gar nicht dem grenzenlosen technischen Fortschritt, der alles nat\u00fcrliche unter Kontrolle bringen m\u00f6chte, sondern einer nat\u00fcrlichen Entwicklung, welche s\u00e4mtliche Technik \u00fcberfl\u00fcssig macht.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"mh-excerpt\"><p>Laut IPCC werden derzeit bis zu zw\u00f6lf Prozent der weltweit erzeugten Elektrizit\u00e4t f\u00fcr digitale Ger\u00e4te ben\u00f6tigt \u2013 mit steigender Tendenz. 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