{"id":27134,"date":"2023-09-24T11:05:04","date_gmt":"2023-09-24T09:05:04","guid":{"rendered":"http:\/\/www.studiogera.de\/001\/?p=27134"},"modified":"2023-09-24T11:05:07","modified_gmt":"2023-09-24T09:05:07","slug":"das-portrait-des-christian-ernst-friederici","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.studiogera.de\/001\/2023\/09\/24\/das-portrait-des-christian-ernst-friederici\/","title":{"rendered":"DAS PORTRAIT DES CHRISTIAN ERNST FRIEDERICI"},"content":{"rendered":"\n<p>Ein junger Zuwanderer aus der s\u00e4chsischen Stadt Meerane, Christian Ernst Friederici (1709 \u2013 1780), gr\u00fcndete im Jahr 1737 eine Orgel- und Klavierbauwerkstatt in Gera. Mit diesem Unternehmen begann die mehr als 200-j\u00e4hrige Erfolgsgeschichte des Geraer Instrumentenbaus.<\/p>\n\n\n\n<p>In der Fr\u00fchphase der Friederici-Werkstatt nahm der Bau von Kirchenorgeln einen bedeutenden Platz ein. Allerdings war die Qualit\u00e4t ihrer Orgeln nicht unumstritten. So kam es in den 1760er Jahren zu einem mehrj\u00e4hrigen Prozess um angebliche M\u00e4ngel an der von Christian Ernst Friederici gebauten Orgel f\u00fcr die Chemnitzer St.-Jacobi-Kirche.<\/p>\n\n\n\n<p>Christian Ernst und sein Bruder Christian Gottfried (1714 \u2013 1777) fertigten bis 1780 etwa 50 Orgeln, deren Standorte sich im Wesentlichen auf die Region um Gera konzentrierten. Mit dem Tod der Br\u00fcder endete der Orgelbau der Firma. Der Nachfolger Christian Gottlob Friederici (1750 \u2013 1805) konzentrierte sich ganz auf die Klavierproduktion, mit der die Werkstatt sich auch \u00fcberregional einen ausgezeichneten Ruf erwarb. Ihre Fl\u00fcgel und die vor allem im 19. Jahrhundert beliebten Tafelklaviere wurden aufgrund ihrer vorz\u00fcglichen Bauart auch von bekannten Komponisten und Musikern gesch\u00e4tzt. Instrumente aus Gera besa\u00dfen unter anderem die Eltern von Wolfgang Amadeus Mozart und Johann Wolfgang von Goethe. Sch\u00e4tzungen gehen von rund 1000 Instrumenten aus, die im 19. Jahrhundert in der Friederici-Werkstatt gefertigt wurden. Der Sprung ins Industriezeitalter gl\u00fcckte der Firma nicht. Die hochwertigen, aber in Einzelfertigung entstandenen Instrumente konnten preislich mit der in Gro\u00dfserien produzierenden Konkurrenz nicht mithalten. Als die Tafelklaviere nach 1870 langsam aus der Mode kamen, bedeutete das auch das Ende der Firma, die mit dem Tod des letzten Inhabers Ernst Ludwig Friederici 1883 erlosch.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Jahre 1903 wurde bekannt, dass Luise Friederici, eine noch in Gera lebende Schwester des letzten Firmeninhabers, ein Portr\u00e4t des Firmengr\u00fcnders Christian Ernst Friederici besa\u00df. Als Luise Friederici 1912 starb, kam das Gem\u00e4lde in den Besitz der Bamberger Klavierfabrik J. C. Neupert, welche damals eine bedeutende Instrumentensammlung besa\u00df. \u00dcber den Verbleib des Gem\u00e4ldes war hier in Gera jahrzehntelang nichts mehr bekannt. Im Rahmen der Sonderausstellung \u201eMusikinstrumente aus Gera\u201c konnte das Portr\u00e4t im Jahr 2022 als Leihgabe erstmals wieder nach Gera geholt und im Stadtmuseum besichtigt werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Das zu seinen Lebzeiten entstandene Bild zeigt Christian Ernst Friederici in typischer barocker Kleidung auf einem seiner Klaviere spielend und den Betrachter dabei pr\u00fcfend anschauend. Durch Initiative des Geraer Orgelbauers und Pfarrers i. R. Franz Beutel fanden bereits im Vorfeld der Ausstellung erste Gespr\u00e4che mit dem Eigent\u00fcmer \u00fcber einen m\u00f6glichen dauerhaften Verbleib des Bildes in Gera statt. Einem Verkauf war der Eigent\u00fcmer nicht abgeneigt, und so startete der F\u00f6rderverein des Stadtmuseums in diesem Fr\u00fchjahr eine Spendenaktion zum Erwerb des stadtgeschichtlich bedeutenden Gem\u00e4ldes. Durch zahlreiche Spenden Geraer B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger sowie mit finanzieller Hilfe der Sparkassenstiftung Gera-Greiz konnte die Ankaufsumme im August dieses Jahres erreicht werden. Das einzige \u00fcberlieferte Portr\u00e4t des Christian Ernst Friederici kehrt damit nach rund 110 Jahren wieder in seine Heimatstadt zur\u00fcck und wird einen Platz in den Ausstellungsr\u00e4umen des Stadtmuseums einnehmen.<\/p>\n\n\n\n<p>QUELLE: STADTVERWALTUNG<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"mh-excerpt\"><p>Ein junger Zuwanderer aus der s\u00e4chsischen Stadt Meerane, Christian Ernst Friederici (1709 \u2013 1780), gr\u00fcndete im Jahr 1737 eine Orgel- und Klavierbauwerkstatt in Gera. 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