{"id":27680,"date":"2023-10-20T20:43:32","date_gmt":"2023-10-20T18:43:32","guid":{"rendered":"http:\/\/www.studiogera.de\/001\/?p=27680"},"modified":"2023-10-20T20:43:34","modified_gmt":"2023-10-20T18:43:34","slug":"der-meteoriteneinschlag-vor-204-jahren-erlebnisberichte","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.studiogera.de\/001\/2023\/10\/20\/der-meteoriteneinschlag-vor-204-jahren-erlebnisberichte\/","title":{"rendered":"DER METEORITENEINSCHLAG VOR 204 JAHREN \u2014 ERLEBNISBERICHTE"},"content":{"rendered":"\n<p>Vor 204 Jahren, am 13. Oktober 1819, wurden viele Menschen in K\u00f6stritz, Gera und der weiteren Umgebung von einem Ereignis aufgeschreckt, das sie noch nie zuvor erlebt hatten. So berichtet die Windm\u00fcllerin Rosina Freundin aus Kleinaga:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>\u201eAm 13. Oktober Morgens gegen 8 Uhr geschah wie aus einem tiefen Thale ein Kanonenschu\u00df, furchtbar anzuh\u00f6ren, nachher ein starkes Flintenfeuer und dann ein gewaltiges Pfeifen und ein Ton, als wenn viele Pferde zusammen wiehern. Ich b\u00fcckte mich und glaubte, es tr\u00e4fe mich etwas vom Himmel herab. Die\u00df Alles dauerte ungef\u00e4hr f\u00fcnf Minuten lang.\u201c<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p>Der Holzarbeiter Joh. Gottfried Waldmann aus Caaschwitz schildert das Erlebnis so:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>\u201eIm Borngrunde in Gleina, \u00be Stunden westlich von K\u00f6stritz, h\u00f6rte ich am 13. Oktober fr\u00fch \u00be auf 8 Uhr bei stiller Luft am hellen Himmel einen heftigen Knall und hinterdrein in einem fort an Brausen, als wenn das Wehr rauscht. Es schien mir von Eisenberg aus nach Mittag zu gehen und dauerte ein halbes Vaterunser lang. Mir war, als wenn die Erde erbebte, alle Kl\u00f6tze lebendig w\u00fcrden und den Berg herunter gerollt k\u00e4men.\u201c<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p>Die Ursache f\u00fcr diese und viele \u00e4hnliche Beobachtungen in der Bev\u00f6lkerung war jedoch kein Kanonenschuss, sondern der Fall eines Meteoriten auf die Erde. Gefallen war der Meteorit auf das Feld des Pohlitzer Gutsbesitzers Johann Gottlieb Rothe n\u00f6rdlich des damals so genannten Haingrabens im Gebiet beim heutigen Chemiewerk Bad K\u00f6stritz. Am 15. Oktober 1819 entdeckte Rothe die Einschlagstelle mit zirka einem Meter Durchmesser auf seinem Feld samt dem Meteoriten, der im Zentrum des kleinen Einschlagkraters steckte. Er hatte sich zirka 25 Zentimeter tief in die Erde \u201egebohrt\u201c und ma\u00df in seiner l\u00e4ngsten Ausdehnung etwa 14 Zentimeter. Der Meteorit hatte bei seiner Bergung eine Gesamtmasse von zirka 3,5 Kilogramm. Bis heute in Gera \u00fcbrig geblieben ist nur noch ein 397,46 Gramm schweres Teilst\u00fcck des Meteoriten. Betrachten kann man ihn in der Ausstellung des Museums f\u00fcr Naturkunde Gera.<\/p>\n\n\n\n<p>Nach dem Fund \u00fcberschlugen sich die weiteren Ereignisse. Rothe \u00fcbergab den Meteoriten an den Pohlitzer Amtsschulzen Johann Christoph Behr. Bei diesem aufbewahrt, schlugen sich bereits zahlreiche Personen gr\u00f6\u00dfere und kleinere Teilst\u00fccke vom Meteoriten ab. Nachdem schon etwa ein Kilogramm abgeschlagen war, kaufte die Reu\u00dfische Regierung in Gera das Restst\u00fcck mit etwa 2,5 Kilogramm am 4. November 1819. In den Jahren 1846, 1854 und 1896 wurde der Meteorit in Gera erneut erheblich zerkleinert um Teilst\u00fccke zu verkaufen oder einzutauschen.<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr das Jahr 2024 ist eine umfangreiche Publikation \u00fcber den Pohlitzer Meteoriten mit zahlreichen neuen chemischen und physikalischen Erkenntnissen plant.<\/p>\n\n\n\n<p>QUELLE: MUSEUM F\u00dcR NATURKUNDE<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"mh-excerpt\"><p>Vor 204 Jahren, am 13. Oktober 1819, wurden viele Menschen in K\u00f6stritz, Gera und der weiteren Umgebung von einem Ereignis aufgeschreckt, das sie noch nie zuvor erlebt hatten. 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