{"id":27980,"date":"2023-11-10T01:10:00","date_gmt":"2023-11-10T00:10:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.studiogera.de\/001\/?p=27980"},"modified":"2023-11-09T12:18:50","modified_gmt":"2023-11-09T11:18:50","slug":"palaeontologin-aus-argentinien-untersucht-spurenfossilien-in-gera","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.studiogera.de\/001\/2023\/11\/10\/palaeontologin-aus-argentinien-untersucht-spurenfossilien-in-gera\/","title":{"rendered":"PAL\u00c4ONTOLOGIN AUS ARGENTINIEN UNTERSUCHT SPURENFOSSILIEN IN GERA"},"content":{"rendered":"\n<p>Vom 8. bis zum 12. November 2023 empf\u00e4ngt das Museum f\u00fcr Naturkunde einen besonderen Gast. Frau Dr. Carolina Guti\u00e9rrez aus Buenos Aires\/Argentinien f\u00fchrt die Wissenschaft nach Ostth\u00fcringen, da ihr Forschungsgebiet sogenannte Spurenfossilien sind, von denen das Geraer Museum f\u00fcr Naturkunde zahlreiche Exemplare in seiner Sammlung aufbewahrt. Arbeitskonsultationen von nationalen und internationalen Wissenschaftlern dienen dem Museum f\u00fcr Naturkunde immens, da so die Bewertung von Sammlungsgut auf aktuellem wissenschaftlichem Stand gehalten werden kann. Au\u00dferdem werden in der Folge immer wieder St\u00fccke der Museumssammlung in weltweit zug\u00e4nglichen Publikationen beschrieben und abgebildet, wodurch das Sammlungsgut der gesamten internationalen Wissenschaftsgemeine zug\u00e4nglich gemacht wird. Schlie\u00dflich ergibt sich der Wert einer naturkundlichen Sammlung auch dadurch, wie mit ihr gearbeitet wird.<\/p>\n\n\n\n<p>Spurenfossilien, die in der Fachwelt Ichnofossilien genannt werden, sind versteinerte Spuren von ehemals existierenden Lebewesen. Sie dokumentieren die Bewegungen eines Tieres als es noch lebte. Die Art dieser Spuren kann sehr vielf\u00e4ltig sein; Trittsiegel, Weidespuren, Fressspuren, Wohnspuren oder sogar Raubspuren. In den alten pal\u00e4ozoischen Gesteinen Ostth\u00fcringens sind vielf\u00e4ltige solche fossilen Spuren bekannt, so zum Beispiel aus dem Erdzeitalter Ordovizium bei W\u00fcnschendorf, aus dem Devon von Zeulenroda und aus dem Karbon von Wurzbach. Da die Fossilien zum Teil recht h\u00e4ufig sind, haben sich schon viele Wissenschaftler und Heimatforscher damit besch\u00e4ftigt. So haben z. B. 1867 der Geraer Gymnasialprofessor Karl Theodor Liebe (1828-1894) und der in Altenburg geborene Geologe, Mineraloge und Pal\u00e4ontologe Hanns Bruno Geinitz (1814-1890) eine wissenschaftliche Arbeit \u00fcber einige dieser Spurenfossilien verfasst. In ihrer Ver\u00f6ffentlichung bildeten sie einige sehr skurrile Spurenfossilien aus dem Raum Lobenstein und Wurzbach ab, wenn auch ihre Interpretation damals eine ganz andere als die heutige war.<\/p>\n\n\n\n<p>Dr. Carolina Guti\u00e9rrez studierte an der Universit\u00e4t Buenos Aires Pal\u00e4ontologie. Ein besonderer Interessensschwerpunkt waren dabei Spurenfossilien. Beim Studium der vielf\u00e4ltigen Literatur, wie auch der von Liebe und Geinitz, kam Carolina Guti\u00e9rrez schon im Jahr 2020 in Argentinien auf den Gedanken, im Geraer Museum f\u00fcr Naturkunde anzufragen, ob die in den Ver\u00f6ffentlichungen abgebildeten Fossilien heute noch in Gera existieren w\u00fcrden. Da ein Teil der St\u00fccke die vielen Jahrzehnte und die Kriegswirren \u00fcberstanden hatte, gab es schon im Februar 2020 Pl\u00e4ne f\u00fcr einen Besuch in Gera. Durch die Corona-Zeit zerschlugen sich jedoch die damaligen Reisepl\u00e4ne. In der Zwischenzeit widmete sie ihre Doktorarbeit den Nereites-Spurenfossilien aus der Provinz Mendoza im Westen Argentiniens. Aktuell arbeitet die Pal\u00e4ontologin f\u00fcr das Instituto de Estudios Andinos (IDEAN) des Nationalen Rats f\u00fcr wissenschaftliche und technologische Forschung in Argentinien (CONICET). Dar\u00fcber hinaus lehrt sie im Rahmen einer Postdoktorstelle an der Faculty of Exact and Natural Sciences der Universit\u00e4t Buenos Aires<\/p>\n\n\n\n<p>Im Fr\u00fchjahr 2023 nahmen auch ihre Pl\u00e4ne zum Besuch Geras wieder Fahrt auf. Um die junge Wissenschaftlerin zu unterst\u00fctzen, ihre nun endlich nachgeholte Forschungsreise zu realisieren, hat sich der Verein \u201eGeraer Mineralien und Fossilienfreunde e. V.\u201c daf\u00fcr engagiert, eine geeignete Unterkunft zur Verf\u00fcgung zu stellen. Eine Geldspende in H\u00f6he von 200 Euro f\u00fcr diesen Zweck erhielt der Verein vom Abgeordneten des Th\u00fcringer Landtages Daniel Reinhard, Die Linke, wodurch eine Ferienwohnung in der N\u00e4he des Museums gebucht werden konnte.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein besonderes Forschungsinteresse widmet Carolina Guti\u00e9rrez dem Spurenfossil Dictyodora, das auch im S\u00fcden Geras gefunden wurde. Karl Theodor Liebe und der in Gera geborene Geologe Ernst Zimmermann (1860-1944) schickten 1884 Fundst\u00fccke aus Gera zu Christian Ernst Weiss (1833-1890) nach Berlin, der erstmals den Gattungsnamen Dictyodora f\u00fcr dieses Fossil vorschlug. Ernst Zimmermann ist in den Jahren 1882 und 1889 die erste aktuelle Interpretation von Dictyodora zu verdanken. Gerade die Fundstellen im S\u00fcden Geras, an denen Liebe und Zimmermann im 19. Jahrhundert das Spurenfossil Dictyodora bereits fanden, sind f\u00fcr Carolina Guti\u00e9rrez sehr interessante. In Begleitung eines Museumsmitarbeiters, dem erst vor wenigen Jahren aktuelle Funde des Fossils in Gera-Pforten gelangen, wird die Argentinierin w\u00e4hrend ihres Aufenthalts auch in Pforten und Liebschwitz auf Spuren-Fossiliensuche gehen.<\/p>\n\n\n\n<p>QUELLE: STADTVERWALTUNG<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"mh-excerpt\"><p>Vom 8. bis zum 12. 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