{"id":28237,"date":"2023-11-21T10:27:33","date_gmt":"2023-11-21T09:27:33","guid":{"rendered":"http:\/\/www.studiogera.de\/001\/?p=28237"},"modified":"2023-11-21T10:27:35","modified_gmt":"2023-11-21T09:27:35","slug":"bauer-dante-ausstellung-im-mak","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.studiogera.de\/001\/2023\/11\/21\/bauer-dante-ausstellung-im-mak\/","title":{"rendered":"BAUER DANTE \u2014 AUSSTELLUNG IM MAK"},"content":{"rendered":"\n<p>Ein uriger Typ in einem Blaumann blickt uns entgegen. Mit einer Mistgabel in der Hand, so wie man sich einen Bauern vorstellt. Die Pose ist etwas ungelenk und unvermittelt, denn der Mann hat schlie\u00dflich zu tun. Der Protagonist auf dem Foto von Kai-Uwe Schulte-Bunert ist ein gewisser Dante Menozzi, Milchbauer aus Oberitalien. Dantes kleiner Pachthof steht in der Emilia-Romagna in Oberitalien, wo der weltber\u00fchmte Parmesan hergestellt wird, unter anderem aus der Milch von Dantes K\u00fchen.<\/p>\n\n\n\n<p>Seit Jahrzehnten betreibt Dante Menozzi den Hof allein und damit traditionell nach \u00f6kologischen Methoden. Die Anzahl der Tiere ist \u00fcbersichtlich, so hat jede Kuh einen Namen. Selbst im l\u00e4ndlichen Italien ist diese Art der Landwirtschaft heute rar, aber Dante liebt seinen Job. Seine Eltern mussten sich dort noch in der Mezzadria verdingen, einer in Norditalien \u00fcblichen Form der Pacht durch Ernteeink\u00fcnfte.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Anwesen hat insgesamt schon bessere Zeiten gesehen, die Eigent\u00fcmer k\u00fcmmern sich seit Jahren nicht mehr um dessen Erhalt. Bereits als Jugendlicher wusste Dante, dass er Bauer werden wollte und bereute seine Wahl nie. Keinen einzigen Tag hat er abseits des Milchhofs verbracht. Als Hobby g\u00f6nnt sich Dante nur die Leidenschaft f\u00fcr historische Traktoren und sammelt alles \u00fcber sie. Kai-Uwe Schulte-Bunert, der als freischaffender Fotograf in Berlin und in der Emilia Romagna lebt, begleitete Dantes Alltag mit der Kamera und freundete sich mit ihm an. Entstanden ist eine Serie von intimen Bildern, die zum einen die rauen Abl\u00e4ufe der Arbeit zeigen und zum anderen die ruhigen Momente dazwischen. Bauernhof-Romantik kommt beim Betrachten der Fotos nicht auf \u2013 zu n\u00fcchtern wirken die Ansichten profaner Dinge, wie etwa ein mit Spinnweben bedecktes Scheunenfenster oder die Klauen eines verstorbenen Kalbs unter einer Schicht Stroh. Alles Sanfte und Poetische deutet der Fotograf nur an. Ein Stillleben auf dem Tisch im Wohnhaus oder der schneebedeckte Hof im Winter gibt der Serie zus\u00e4tzlich eine and\u00e4chtige Atmosph\u00e4re. Den Kern der Arbeit bilden jedoch die Portr\u00e4ts von Dante Menozzi selbst. Er ist der Herr in diesem kleinen Kosmos Bauernhof. Wir sehen ihn etwa beim Stapeln von Heuballen, beim F\u00fcttern der Tiere und beim Ausruhen in der Wohnstube. In Dantes Blick erkennt man einen gewissen Stolz auf ein Lebenswerk von vielen Jahrzehnten voller Arbeit und Hingabe.<\/p>\n\n\n\n<p>Mit Dante wird jedoch die Familientradition als Milchbauern enden. In K\u00fcrze l\u00e4uft der Pachtvertrag f\u00fcr den Hof aus. Das Land wird an einen Investor verkauft.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Fotoserie \u201eDante, ein Bauer\u201c ist Teil der Ausstellung der Preistr\u00e4ger des 14. Aenne-Biermann-Preises f\u00fcr deutsche Gegenwartsfotografie und ist vom 22. November 2023 bis zum 12. Februar 2024 im Museum f\u00fcr Angewandte Kunst zu sehen.<\/p>\n\n\n\n<p>QUELLE: STADTVERWALTUNG<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"mh-excerpt\"><p>Ein uriger Typ in einem Blaumann blickt uns entgegen. Mit einer Mistgabel in der Hand, so wie man sich einen Bauern vorstellt. 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