{"id":29270,"date":"2024-01-20T12:04:18","date_gmt":"2024-01-20T11:04:18","guid":{"rendered":"http:\/\/www.studiogera.de\/001\/?p=29270"},"modified":"2024-01-20T12:04:19","modified_gmt":"2024-01-20T11:04:19","slug":"die-armbrust-vom-schloss-osterstein","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.studiogera.de\/001\/2024\/01\/20\/die-armbrust-vom-schloss-osterstein\/","title":{"rendered":"DIE ARMBRUST VOM SCHLOSS OSTERSTEIN"},"content":{"rendered":"\n<p>Im Sommer des letzten Jahres konnte das Stadtmuseum mit Unterst\u00fctzung der Th\u00fcringer Staatskanzlei, des F\u00f6rdervereins Stadtmuseum Gera und der G\u00e4stef\u00fchrer Region Gera e. V. bei einer Auktion eine Armbrust aus dem Besitz der F\u00fcrsten Reu\u00df j\u00fcngerer Linie erwerben. Diese geh\u00f6rte zum Bestand des Schlosses Osterstein und l\u00e4sst sich im alten Inventarbuch der Waffensammlung nachweisen. Gl\u00fccklicherweise wurde sie, wie viele bewegliche Objekte, w\u00e4hrend des Zweiten Weltkriegs durch das F\u00fcrstenhaus ausgelagert. So \u00fcberstand sie die Bombardierung und den Brand der Geraer Residenz am 6. April 1945. Mit der Enteignung des F\u00fcrstenhauses kam die Jagdwaffe 1946 in die Sammlung der St\u00e4dtischen Museen Gera. Als Leihgabe wurde sie ab 1957 im Kreisheimatmuseum Leuchtenburg gezeigt und verbliebt dort f\u00fcr fast 60 Jahre bis zur R\u00fcck\u00fcbertragung an die Familie Reu\u00df 1997 und R\u00fcckgabe 2015.<\/p>\n\n\n\n<p>Bis ins 17. Jahrhundert war die Armbrust die K\u00f6nigin der Jagdwaffen. Auf den Schlachtfeldern hatte sie, davor gef\u00fcrchtet und zweitweise sogar vom Papst im Einsatz gegen Christen gebannt, mit dem ausgehenden Mittelalter an Bedeutung verloren. Mochte der laute Knall und Pulverdampf der Feuerwaffen zwar manchen Gegner auch ungetroffen in die Flucht jagen, taugten sie doch nicht f\u00fcr die Pirsch in Wald und Flur. Auch die umst\u00e4ndliche Handhabung der glimmend zu haltenden Lunte und die geringe Treffsicherheit der fr\u00fchen Handb\u00fcchsen sicherten der Armbrust ihre Vormachtstellung als jagdliche Fernwaffe. Die Entwicklung neuer Schlo\u00dfsysteme, des Rad- und des Steinschlosses, leiteten aber auch hier die Verdr\u00e4ngung zur sportlichen Traditionswaffe und zum Schauobjekt ein. In die Zeit dieses Transformationsprozesses f\u00e4llt auch die Herstellung des erworbenen St\u00fcckes. Auf der Kolbenplatte finden sich sowohl die Datierung 1685, als auch die Buchstaben DL, wohl das K\u00fcrzel des dar\u00fcber hinaus unbekannten Herstellers.<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr eine herrschaftliche Waffe dieser Epoche ist der Holzschaft fast schon sp\u00e4rlich mit gravierten Beinintarsien geschm\u00fcckt. Sie tragen einfache florale Motive und eine gr\u00f6\u00dfere Platte an der Wangenauflage zeigt einen springenden Hirsch. Die Waffe besitzt ein feinjustierbares Visier und Abzug mit Stecher. Dieses System zur Verringerung des Abzugswiderstands fand auch bei jagdlichen Feuerwaffen Verwendung.<\/p>\n\n\n\n<p>QUELLE: STADTVERWALTUNG<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"mh-excerpt\"><p>Im Sommer des letzten Jahres konnte das Stadtmuseum mit Unterst\u00fctzung der Th\u00fcringer Staatskanzlei, des F\u00f6rdervereins Stadtmuseum Gera und der G\u00e4stef\u00fchrer Region Gera e. 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