{"id":29835,"date":"2024-02-20T10:26:34","date_gmt":"2024-02-20T09:26:34","guid":{"rendered":"http:\/\/www.studiogera.de\/001\/?p=29835"},"modified":"2024-02-20T10:26:36","modified_gmt":"2024-02-20T09:26:36","slug":"die-muschelkalkwaende-in-der-jenaer-umgebung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.studiogera.de\/001\/2024\/02\/20\/die-muschelkalkwaende-in-der-jenaer-umgebung\/","title":{"rendered":"DIE MUSCHELKALKW\u00c4NDE IN DER JENAER UMGEBUNG"},"content":{"rendered":"\n<p>Charakteristisch f\u00fcr die Jenaer Umgebung sind die verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig hohen Berge mit ihren wei\u00dfen Muschelkalkw\u00e4nden am Rande des Saaletals. Ein beliebtes Wanderziel ist der Jenzig. Mit seinen 385 Metern NHN z\u00e4hlt er zu den h\u00f6chsten Bergen in dem Gebiet. Zu Fu\u00df ben\u00f6tigt man etwa eine halbe Stunde bis zum Gipfel, auf dem sich ein Berggasthaus befindet. Auf dem Weg dorthin informieren viele Schautafeln \u00fcber die Entstehung der Landschaft, dem damaligen Klima sowie die Flora und Fauna:<\/p>\n\n\n\n<p>Die Form der markanten Berge wird durch ihren geologischen Aufbau bestimmt. Bei den Steinen handelt es sich um Ablagerungen aus dem Erdzeitalter Trias. Sie sind etwa 240 Millionen bis 230 Millionen Jahre alt.<\/p>\n\n\n\n<p>Der flache Sockel des Jenzig besteht aus Gips und Tonsteinen des Oberen Buntsandsteins (Rot-Formation), der steile Gipfel aus dem Unteren Muschelkalk (Jena-Formation). Auf den 200 H\u00f6henmetern vom Saale-Niveau zum Gipfel durchquert man etwa drei Millionen Jahre Erdgeschichte. Landschaft und Klima zur damaligen Zeit lassen sich heute aus Ablagerungen rekonstruieren.<\/p>\n\n\n\n<p>In dem damaligen Muschelkalkmeer, das nach S\u00fcden hin zum Urozean Tethys \u00fcberging, lebten Muscheln, Schnecken, Seelilien und Armf\u00fc\u00dfer. Es hatte eine Tiefe von bis zu einhundert Metern. Die Schalen der Tiere verblieben auf dem Meeresgrund und reicherten sich dort im Laufe der Zeit an. Die Bedingungen im Muschelkalkmeer waren vermutlich mit denen der Karibik vergleichbar. Meist wurde Schlamm sedimentiert, seltener Ooide. Im Buntsandstein herrschten vorwiegend festl\u00e4ndische Bedingungen mit Fl\u00fcssen, D\u00fcnen und Seen in einer w\u00fcstenhaften Landschaft. Bei der Ablagerung der Oolithb\u00e4nke wurde das Meer sehr flach und fiel teilweise trocken. Darauf weisen gelbe Kalke und flache Rinnen hin.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Muschelkalkmeer war sehr warm und sehr salzig. Th\u00fcringen lag vor 240 Millionen Jahren am Rande des Superkontinents Pangaea auf 30 Grad n\u00f6rdlicher Breite, also etwa auf dem gleichen Breitengrad wie heute die Bahamas. In der Trias waren alle Kontinente zu einem Gro\u00dfkontinent vereinigt. Die W\u00fcsten erreichten enorme Ausma\u00dfe.<\/p>\n\n\n\n<p>H\u00e4ufig wurde das Muschelkalkmeer von St\u00fcrmen heimgesucht, die aus Richtung der Tethys kamen. In der dabei entstehenden Brandung und dem aufgewirbelten Schlamm starben zahlreiche Muscheln, Schnecken und Seelilien. Die Schalen der Weichtiere und die Stielglieder der Seelilien wurden ausgesp\u00fclt und zu Lagen angereichert, die man noch heute in den Felsw\u00e4nden sehen kann. Es gab aber auch gr\u00f6\u00dfere Tiere wie Flossenechsen der Gattungen Placodus und Sauropterygia. Sie wurden zwei bis drei Meter lang. An Land lebten Echsen wie die Chirotherien mit einer L\u00e4nge von etwa 1,2 Metern. Die riesigen Dinosaurier waren auch in ihrer Bl\u00fctezeit eher selten und nur an bestimmten Orten der Erde zu finden.<\/p>\n\n\n\n<p>Einige Schichten wie die sogenannten Sturmlagen sind innerhalb weniger Stunden entstanden. Der feink\u00f6rnige Wellenkalk hingegen, bestehend aus winzigen Kalkteilchen und Ton, welche sich auf dem Meeresgrund ablagerten, ben\u00f6tigte hingegen wesentlich mehr Zeit. In einem Jahr lagerten sich nur 0,01 Millimeter ab. Im Zeitraum von 1000 bis 3000 Jahren kam eine Schicht von nur zehn Zentimetern zustande.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"mh-excerpt\"><p>Charakteristisch f\u00fcr die Jenaer Umgebung sind die verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig hohen Berge mit ihren wei\u00dfen Muschelkalkw\u00e4nden am Rande des Saaletals. Ein beliebtes Wanderziel ist der Jenzig. 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